Manchmal habe ich das Gefühl, nicht nur auf bestimmte Menschen zu treffen, sondern auch zu bestimmten Zeiten bestimmte Bücher (magisch?) anzuziehen. Auf einmal "springen sie mich regelrecht an". Dieses Exemplar gehört eindeutig zu den Büchern, die mich - neben Texten von Erich Fromm/Hermann Hesse - während eines bestimmten (grüblerischen) Lebensabschnitts nicht nur "angesprungen", sondern besonders bereichert haben.
Das Buch bedeutet mir deshalb so viel, weil es in der Lage war, mich gewissermaßen aufzufangen, als ich müde, ruhe-/lust-/mutlos und ängstlich war. Wie kann das einem Buch (einem Objekt) gelingen (ich frage mich eher, wieso gelingt es meinen Mitmenschen nicht - weshalb muss ich mühselig in Eigenregie mir selbst helfen)? Wieso ist das Buch denn nun gut? wie bitte, "das Buch kommuniziert mit dir", "du sprichst mit Büchern?!", "erzähle das bloss niemandem! - Ja. Ich gebs zu. Aber ist es nicht gut, wenn ich sage, das Buch hat mir persönlich geholfen?
Ein Theaterstück/einen Film z.B. hält man für gut, wenn es/er Emotionen weckt, einem aus der Seele spricht. "Die innere Stimme" war und ist für mich eine Art Spiegel, den ich vor mich und meine Seele halten konnte, mit dem ich was anzufangen wusste. Ein Begleiter, ein Motivator. Das Buch hat mir geholfen, loszulassen, wieder positiv denken zu können, die Vergangenheit ruhen zu lassen, im Heute zu leben und nur in die nahe Zukunft zu blicken. Ich habe nicht mehr/weniger nachgedacht als sonst, aber ich hatte das Gefühl, zu entkrampfen, gelassener zu werden, meine Mitmenschen und mich selbst wieder zu akzeptieren. Ein Stück weit in die Balance zu geraten/oder mich wieder dorthin begeben zu wollen. Wieder bewußter zu leben und nicht immer die Schuldfrage zu stellen. War diese Buch nicht eine unglaubliche Bereicherung?