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Azaro taucht in ein Leben voller turbulenter Streite-reien und wilder Feste ein, im Slum am Rande der Stadt. Als sich die Politik auf der Straße auszutoben beginnt, überschlagen sich die Ereignisse. Die Partei der Reichen tritt gegen die der Armen an, Korruption macht sich breit, und die schäbige Bar Madame Kotos, wo vorher alle friedlich ihren Palmwein tranken, verkommt zum Edelbordell für Politiker. Und die Geister, die ihren Bruder Azaro zurückgewinnen wollen, mischen sich immer vehementer ein.
Farbig und märchenhaft erzählt Ben Okri von Geistern und Korruption, von den Wundern und den Rätseln des Lebens, von Lebenslust und Elend unter der glühenden afrikanischen Sonne.
Ben Okri , 1959 in Nigeria geboren, verbrachte seine Kindheit dort und in England. Er studierte vergleichende Literaturwissenschaften und veröffentlichte Lyrik, Erzählungen und Romane. Für Die hungrige Straße erhielt er 1991 den Booker Prize und den Premio Chinati Ruffino. Ben Okri lebt und arbeitet in London. Außerdem im dtv erschienen: Verfängliche Liebe (dtv 12712).
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kraftvoll, magisch und sehr bodenständig,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die hungrige Straße. (Broschiert)
Dieses Buch gehört zur phantastischen Literatur, d.h. es werden viele magische, irreale Momente eingespielt, die aber dennoch wie Realität behandelt werden. Deshalb ist in der Welt, in der der kleine Junge (der Protagonist) lebt, nicht zwischen Wirklichkeit und Phantasie, Menschen und Geistern, der Angst vor etwas und dem wirklich beängstigenden Erleben von etwas zu unterscheiden. In den Augen des Kindes fließt alles ineinander über.Für mich wurde in diesem Roman in wunderbarer Weise das Alltagsleben einer armen Familie in Nigeria geschildert. All die Sorgen, vor allem finanzieller Art, wirken in meinen Augen sehr sehr realistisch. Die Nachbarn fordern das geborgte Geld zurück, man hat es aber nicht, es wird mit Wohnungskündigung gedroht, wenn man die erhöhte Miete nicht zahlt. Die Miete wurde erhöht, weil man die Reichenpartei des Vermieters nicht unterstützen will. Auch die Madame, der die nahe gelegene Bar gehört, in die der Junge öfters geht, um dort zu helfen, schließt sich der Reichenpartei an, weil sie mehr Chancen bietet. Für mich wunderbar beschrieben, wie der Anspruch eines Ideals zwar da sein kann, man aber der Realität gerechter wird, wenn man sich auf Kompomisse einlässt. Welche andere Wahl hat man denn? Der Vater verkörpert das Ideal, die Mutter eher den Kompromiss. Beide Eltern arbeiten hart, und haben dennoch oft nicht das Nötigste zum Leben. Der Vater ist Lastenträger. Die Schwere der Arbeit wird dem Leser durch das Auge des Kindes vermittelt, das seinen Vater einmal heimlich bei der Arbeit beobachtet. Es sieht all die ächzenden, geschundenen Gestalten, die unter der Last beinahe zusammenbrechen. Auch die Mutter wird bei der Arbeit geschildert, wie ihr Verkaufsstand von Ordnungshütern umgeworfen wird und sie gegen das Unrecht machtlos ist, den ganzen Tag umherlaufen muss, um am Ende des Tages vielleicht eine Kleinigkeit verkauft zu haben. Das Essen am Abend wird so unzählige Male beschrieben, es ist eines der Elemente, das den Rhythmus und immer gleichen Tagesablauf darstellt, aber doch nie gleich verläuft. Häufig reicht das Essen nicht für alle, manches Mal steckt die Mutter zurück, damit ihr Mann genug bekommt. Trotz der Härte lieben sich die Eltern, auch wenn für Romantik nicht viel Zeit und Kraft bleibt. Ich habe selten ein so geniales Buch gelesen und eines, das die Armut so gut kennt und trefflich schildert wie dieses überhaupt noch nicht. Unbedingt empfehlenswert! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Magie der Tristesse,
Rezension bezieht sich auf: Die hungrige Straße (Taschenbuch)
Es handelt sich bei diesem Buch um ein modernes Märchen aus einem tristen afrikanischen Slum. Obwohl die Geschichte im Nachhinein ein wenig unspektakulär wirkt, schafft es Okri über den ganzen Verlauf hinweg, eine magische Spannung aufrechtzuerhalten. Selten habe ich mich ich in die Alltagswelt eines kleinen Jungen durch solch ein poetisches Gewand hinein versetzt gefühlt. Wer das Wechselspiel zwischen surrealistischem Traum und schroffem afrikanischem Alltag nicht mag, wird mit diesem Buch seine Probleme haben, wem es gefällt, der wird von ihm verzaubert sein.
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3 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
gratwanderung zwischen der geisterwelt und realität,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die hungrige Straße (Taschenbuch)
mir gefällt vor allem der einblick in die afrikanische mythologie, wobei der author geschickt fiktion mit realem Zeitgeschehen in Afrika vermischt. Geistwesen, die den kleinen Azaro wieder in ihre Welt zurückholen wollen, stehen den Schlägern der "Partei der Reichen" gegenüber, die um jeden Preis die Wahl gewinnen wollen. Und Azaro rennt...
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