"Die hohe Schule der Hypnose" von Tepperwein informiert umfassend über alle Themen, die mit Hypnose in Verbindung stehen, als da wären: Geschichte, Funktionsweise, Techniken, Verlauf einer Sitzung, Selbsthypnose. Die Sprache ist verständlich und bildhaft, auch wenn man dem Schreibstil anmerkt, dass das Buch schon etwas betagter ist.
Tepperwein präsentiert eine Vielzahl (30+) verschiedener Induktionstechniken, von denen allerdings meiner Einschätzung nach etwa die Hälfte nicht mehr zeitgemäß ist (Bsp.: Die Verwendung von Dragées, die dem Probanden unter Verwendung des Placebo-Effekts als 'Hypnosepillen' verkauft werden, dürfte heutzutage nur noch die Einfältigsten und Naivsten beeinflussen). Dafür profitiert der Leser von den zahlreichen Praxistipps, die der Autor bei allen sich bietenden Gelegenheiten einstreut.
Großer Pluspunkt: Der Autor hat ein sehr ausführliches und langes Kapitel dem Thema Selbsthypnose gewidmet. Im Rahmen dieses Kapitels wird nicht nur die Vorgehensweise erklärt, sondern auch gleich für über ein Dutzend verschiedener, klassischer Probleme* die passenden Suggestionen geliefert, die der geneigte Leser ggf. nach gusto anpassen kann.
Dem Buch liegt auch eine CD bei, mit der der Hörer sich in einen leichten Trancezustand versetzen lassen kann, um sich dann darin selber die gewünschten Suggestionen geben zu können. Die Stimme auf der CD ist allerdings sehr gewöhnungsbedürftig.
Das Buch streift den Themenbereich der Showhypnose allenfalls leicht - der Schwerpunkt liegt deutlich auf den Themen der klassischen Lebensberatung.
Hinweis: Dieses Buch beschäftigt sich ausschließlich mit dem Zweig der klassischen Hypnose. Therapieformen der modernen bzw. Erickson'schen Hypnose werden hierbei NICHT angesprochen.
* Gewichtsreduktion, Rauchentwöhnung, Steigerung der Schulleistung, Stressbewältigung, Positives Denken, Befreiung von Depressionen, Steigerung der Gesundheit und des Wohlbefindens, u.v.m.