In "Die hellen Tage" von Zsuzsa Bank begibt sich der Leser auf eine Zeitreise, die im Süddeutschland der 60er Jahre beginnt und erst 25 Jahre später endet.
Erzählt wird die Geschichte von 3 Kindern und ihrer wunderbaren Freundschaft. Seri, Aja und Karl, die in dem kleinen Dorf Kirchblüt zueinander finden und von da an unzertrennlich sind. Irgendwie passen die drei zueinander und sind sich selbst immer genug, denn alle 3 haben ihre ureigene Familiengeschichte, die sie von anderen Kindern deutlich unterscheidet. Therese, genannt Seri, deren Vater kurz nach ihrer Geburt an einen Herzinfarkt stirbt. Aja, die mit ihrer Mutter Evi in einem kleinen Häuschen am Stadtrand lebt und deren Vater als Zirkusartist nur einmal im Jahr für einige Wochen zu Besuch kommt und dann Karl, der als letzter zu den beiden gestossen ist. Karl, dessen Bruder Ben eines Tages in ein Auto stieg und nie mehr gefunden wurde...
Diese 3 Kinder schließen also Freundschaft, die am Anfang von den Müttern staunend und skeptisch beäugt wird und sich doch nach anfänglichem Zögern auch auf die Mütter überträgt.
So verweben sich 3 Familien und ihre Geschichten zu einer einzigen und man nimmt teil an den Jahren des Erwachsenwerdens von Seri, Aja und Karl. Man erlebt mit ihnen die Zeit der Trauer über Bens Verschwinden, das Zerbrechen der Ehe von Karls Eltern und wie es Evi, Aja`s Mutter gelingt, die beiden getrennten Eltern wieder ins Leben zurückzuholen. Man erfährt, wie Aja und Evi sich in Kirchblüt einleben, Seri's Mutter sich von einer Hausfrau zu einer erfolgreichen Geschäftsfrau wandelt und Evi nach Jahren endlich einen deutschen Pass erhält.
Als die 3 Freunde nach Rom ins Studium gehen, ändert sich die Welt wieder einmal und ihre Freundschaft wird durch eine neue Herausforderung geprüft, an der alle Beteiligten noch einmal wachsen und reifen...
Ein Vierteljahrhundert umfasst diese Handlung und in bewegender und bildhafter Sprache schildert die Autorin das Leben unserer Protagonisten in Kirchblüt. Elegant und herzberührend beschreibt Zsuzsa Bank diese wunderbare Freundschaft und fast beiläufig tauchen die Höhepunkte der Geschichte auf, so das man als Leser jedesmal auf`s Neue überrascht und gerührt ist. Die Höhepunkte, das sind die "hellen Tage", Tage an denen das Leben gut läuft, die glücklich gemacht und die unsere Freunde näher zueinander haben finden lassen.
Selten habe ich ein Buch gelesen, das mich so deutlich den Wert einer guten und wunderbaren Freundschaft hat erkennen lassen. Einer Freundschaft, von der es nicht heißt: drei ist einer zuviel, sondern die ohne auch nur einem einzigen von ihnen, nie das geworden wäre, was sie ist. Freundschaft, die in Mitgefühl, Herzenswärme und Loyalität gründet, bei den Kindern und auch den starken Müttern, die eine tragende Rolle in diesem Buch spielen und ihren Kindern viel mitgeben in ihr späteres Leben.
Fazit: Eine wunderbare Geschichte über Freundschaften und das Erwachsenwerden, geschrieben von einer Autorin von der ich gerne noch mehr lesen möchte.