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Die hellen Haufen
 
 
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Die hellen Haufen [Gebundene Ausgabe]

Volker Braun
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 96 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: Originalausgabe (12. Oktober 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518422391
  • ISBN-13: 978-3518422397
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 132.713 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»So durchgearbeitet, wie Brauns Texte sind, beginnt selbst das rohe Gestein in ihnen zu funkeln. Komprimierte Sprache, die an ihrer Oberfläche schlicht erscheinen kann.«

(Irmtraud Gutschke Neues Deutschland )

»Volker Braun legt mit Die hellen Haufen eine bewegende, eine die Geschichte in ihrer Bewegung erfassende Erzählung vor. … Diesem Text sind die realen Ereignisse zur Seite getreten. Sie verhelfen ihm zu einer unerhörten Wucht und verstörender Aktualität.«

(Michael Opitz Deutschlandradio Kultur )

»Braun erzählt einen gewaltigen geschichtlichen Umbruch, eine Zäsur der deutschen Geschichte auf knapp hundert Seiten. Gerafft und komprimiert, in knapper, lakonischer Sprache, die ihre lyrischen Wurzeln nicht verleugnet. Eine erstaunliche Leistung.«

(Rainer Kasselt Sächsische Zeitung )

»Die Geschichte hat einen Sog und ist spannend zu lesen, getränkt von der Atmosphäre frühneuzeitlicher Lebenswelt mit einem Schuss von proletarischem Arbeitskampf und deutscher Romantik. ...So ist Die hellen Haufen auch ein bitter-schöner Abgesang auf Zeiten klarer Kampfzonen und die (im Nachhinein) solidarisch heilere Welt der Knechte und Kumpel.«

(Angelika Overath Neue Zürcher Zeitung )

»Unverkennbar liefert Volker Braun mit dieser Erzählung einen geistig-ästhetischen Vorlass. Ein Buch der Summe, das Prosa von kristalliner Schönheit bietet, in vieler Hinsicht heutig und hart.«

(Christian Eger Mitteldeutsche Zeitung )

»Braun zeigt die menschengemachte Geschichte in ihrer Bewegung. Die Erzählung fordert über die jüngsten Enttäuschungen hinweg Zukunft ein. … Die Welt der Bergleute und ihre Sprache liefert die literarischen Bilder, um über die exemplarisch erzählte Geschichte hinauszugelangen. Ins Weite.«

(Wolfgang Mahlow Nordkurier )

»Dass es eine erdachte Geschichte ist, tröstet nicht. Volker Braun, Sprachvirtuose und Meister der Verknappung, zeigt, wie es ebenso hätte kommen können.«

(Uli Müller Financial Times Deutschland )

»Es ist ein ungewöhnlich deutliches Buch für Volker Braun. Die Zeichen, die er ausstreut, sind leicht zu entschlüsseln.«

(Cornelia Geißler Frankfurter Rundschau )

»Er nimmt einen der spektakulärsten öffentlichen Proteste nach der politischen Wende zum Anlass, einmal mehr nachzudenken über das Verhältnis von Masse und Macht, über Anpassung und Widerstand und die Vertanen Chancen der deutschen Wiedervereinigung...Das liest sich angesichts heutiger Auseinandersetzungen nicht nur in Deutschland frappierend aktuell.«

(Karin Grossmann Sächsische Zeitung )

»Brauns kleine Erzählung ist ein...außerordentlich welthaltiger Text...Volker Braun hat in Die hellen Haufen sämtliche Kardinalfragen, die er an unsere Zeit hat, noch einmal angesprochen.«

(Dietmar Jacobsen literaturkritik.de )

»Wenn dieser Dichter so weitermacht, gründe ich noch einen neuen Volker-Braun-Kultklub.«

(Helmut Höge junge Welt )

Kurzbeschreibung

Am 1. Mai 1992 demonstrieren 4000 streikende Arbeiter an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze und errichten einen Zaun mit der Aufschrift: »Kein Kolonialgebiet«. Der Protest nimmt immer größere Dimensionen an, man marschiert gen Berlin, debattiert die Belagerung von Erfurt, kurz: es kommt zum großen Arbeiterkrieg. Der Fabulierkraft und -lust, dem Witz und dem Humor Volker Brauns ist es zu verdanken, wenn Die hellen Haufen konkret und einfühlsam, ironisch und bitterernst, von einem Aufstand berichten, der nicht stattgefunden hat. Zwar streift ein Heerhaufen Entlassener und Arbeitsloser durch Mitteldeutschland – daß sie aber nicht kämpfen ist der bittere, süße Faden der Erzählung. Sie sammeln sich auf einem Schlackeberg, dem Schutt ihrer Existenz, die nicht zu verteidigen ist, eines Besitzes, den sie nicht besessen haben, eines Lebens, für das man das seine nicht in die Schanze schlägt. So wird eine Niederlage erfochten und ein Widerstand erdacht. Diese klare, einfache, harte Geschichte mußte geschrieben werden, einmal für allemal. »Was wir nicht zustande gebracht haben, müssen wir überliefern.« (Ernst Bloch)

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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ulrich Gellermann TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Mit seinem neuen Buch eröffnet Volker Braun die harsche, große Verhandlung über die Enteignung des Volkes nach dem Ende der DDR durch jene treu genannte Hand, die besser abgefault wäre, noch vor ihrem Griff nach den volkseigenen Betrieben. Denn die DDR, so komponiert es der Schriftsteller in seinem großen Gesang über "Die Hellen Haufen", kannte kein Staatseigentum: Dem Staat war "nicht erlaubt dieses Eigentum zu verkaufen. Es war nicht seins. Es war das Eigentum aller", sagt einer von denen, die in Brauns Erzählung ein Streitmacht entlassener Arbeiter begleiten. Auf historischem Boden hat sich der Haufen zusammengetan. Dort, wo die deutschen Bauern und ihre hellen Haufen ihre große und letzte Schlacht schlugen, wo Max Hoelz in den Zwanzigern des vorigen Jahrhunderts die Arbeiter bewaffnet hatte, kämpfen die Enteigneten um jenen Besitz, den sie vorher "nicht besessen haben".

Viele der Handelnden der Braunschen Erzählung gab es wirklich, Namen wie Schurlam oder Schufft weisen den Weg in die jüngste Geschichte. Auch das Sichwehren gab es, im früheren Kali-Kombinat: Grubenbesetzungen, Demonstrationen und der legendäre Hungerstreik in Bischofferode, im Eichsfeld. Doch Brauns hartes Untertagewerk geht über die Wirklichkeit hinaus, ins Denkbare, bündelt aus der kargen Wahrheit die Geschichte eines Aufstandes, der nicht statt gefunden hat, und der mit dem Ruf "Keine Gewalt" ein bittere Niederlage erlebte. "Würde das Zauberwort ein zweitesmal wirken," fragt der Chronist eines Arbeiterkrieges, den es nicht gab, "oder wie ein Witz, den man kennt, seine Kraft verlieren?"

Ob Volker Braun, während der Arbeit an "Die Hellen Haufen" geahnt hat, wie ungeheuer genau die Frage nach der Macht und den Mitteln, die man benötigt, um sie zu erobern, in das Jetzt hineinragt? Wer die Empörten in den vielen Ländern beobachtet, wer ihre friedlichen Schritte gegen ihre Enteignung durch die Banken kennt, der fürchtet, dass der Witz zum dritten Mal erzählt wird: Wenige sind es, die sich wehren. Freundlich wirken sie, wo ihre Gegner kalten Gesichts Tausende in jene Freiheit von Arbeit schicken, die das Ende der Hoffnung bedeutet. Höflich besetzen sie diesen oder jenen öffentlichen Platz, erhalten sogar lauen Beifall in den Blättern und Sendern, die ihnen nicht gehören. Gibt es dann doch Diesen oder Jenen, der sich mit der limitierten Freiheit sittsamer Proteste nicht begnügen will, zeigt der Staat, der ihnen nicht gehört, was seine Polizei zu leisten vermag.

Das wundersame Märchen von den "Hellen Haufen" kennt keine Prinzessinnen, kein Frosch wird gegen eine Wand geworfen. Und doch steigt aus dem schmalen, reichen Band eine Märchenhöhle auf. Dort, wo der gewöhnliche Gips sich zum zaubrischen Marienglas wandelt, wo die untertäglichen Klüfte zu Logen aus Alabaster geworden sind, in dieser Höhle versammeln sich die Arbeiter des Schriftstellers, um ihre "Mansfelder Artikel" zu verfassen, von denen der dritte lautet: "Nicht den Gewinn maximieren sondern den Sinn." Und einer, der den allegorischen Namen Mintzer trägt, fügt an: "Die Zukunft ist offenzuhalten für Anmut und Mühe." Als die Versammelten sich ihrer früheren Wünsche erinnern, denen nach Reisefreiheit, Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit und wissen, dass die inzwischen erfüllt sind, erkennen sie sich als Hans im Glück wieder, der seinen Klumpen Gold gegen Steine tauschte, die ihm am Ende in den Brunnen fallen: "Mit leichtem Herzen und frei von aller Last ging er nun fort, bis er daheim bei seiner Mutter angekommen war", schrieben die Brüder Grimm auf. Die Last der Arbeit war denen in Bischofferode und ist vielen anderen heute genommen. Von leichtem Herzen kann allerdings keine Rede sein.
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Abraumhalde DDR 10. Februar 2012
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Ein wichtiges Buch. Es schließt eine Lücke, indem es das Trauma der Ex-DDR behandelt, den Ausverkauf des 'Volksvermögens', so wie er durch die Lokatoren der Treuhand nach Marktlogik im Sinne einer feindlichen Übernahme nun mal geschah, besonders verheerend im traditionsreichen Mansfelder Land, mit dem sich nicht nur ein wirtschaftsgeschichtlicher Ursprungsraum erledigt fand, sondern gleichzeitig eine Kulturlandschaft, die bereits in Mittelalter und früher Neuzeit eine Identität stiftete, die die DDR weitersubventionierte und die seit der Deindustrialisierung wohl auf immer verloren ist. Sicher, Brauns Text ist eine Klage, zuweilen eine Anklage, aber ihm fehlt in seiner Kompaktheit jede falsche Senitmentalität oder gar Melodramatik. Der Autor sieht aufs Ganze, er erfindet sich keinen nostalgischen oder begeisterten Helden, der aus seinem winzigen Blickwinkel Geschichte einzufangen versucht; er bevorzugt den adaptierten Gestus der alten Historien voll sprechender Namen und Rauheiten des Dialekts und möchte so offenbar an die fremd gewordene Erzähltradition der Reformations- und passenderweise Bauernkriegszeit anschließen. Indem eine Parallelität der Ereignisse zwischen gescheitertem Bauernkrieg und gar nicht erst stattfindendem Arbeiteraufstand hergeschrieben wird, ergeben sich interessante Collagen: Als neue Fronburgen brennen die Arbeitsämter, der tragische Endkampf findet, an Müntzers Desater bei Frankenhausen gemahnend, auf der Volkstedter Sargdeckelhalde statt. Manche Wendung erinnerte mich auch an Barockliteratur oder die großen Novellenstoffe Kleists, manche Interferenz des Verschiedenen an Arno Schmidt. Volker Brauns Sprache schließt an die pointierte Verdichtung seiner Lyrik und Dramatik an. Sie erscheint hochverdichtet, wirkt zuweilen auch artifiziell, manieristisch, mag manchem Leser vielleicht allzu wortverspielt und aphoristisch vorkommen, paßt aber zur fiktionalen Anlage des Bändchens, einen nie erfolgten Aufstand der gebrochenen ostdeutschen Biographien zu beschreiben. Bleibt dieser Aufstand selbstredend reine Phantasie, so findet sich das Befinden der Menschen jedoch höchst realistisch und psychologisch einfühlsam vorgestellt ' nicht nur jenes der vielen Verlierer, sondern auch das der wenigen Gewinner. Von Belang sind ferner die philosophischen Überlegungen, die der Handlung und den Dialogen eingewoben sind, das Nachdenken etwa über die Unterschiede von Volks- und Staatseigentum. Das Zusammenraufen der neuen Haufen zu zeigen, ihre Versammlungen und den Zorn, das wirkt zuweilen etwas bemüht, weil es ein solches nun mal nie gab; aber die angebotene Gegenwartsübersetzung der zwölf Artikel der Bauern mutet mit Blick auf das alte 'Prinzip Hoffnung' interessant an. Ästhetik der Vergeblichkeit. Es gibt von Braun aus dem Jahr 1992 ein Gedicht mit dem Titel 'Das Eigentum', das zu dieser Prosa paßt: Da bin ich noch: mein Land geht in den Westen./KRIEG DEN HÜTTEN FRIEDE DEN PALÄSTEN/Ich selber habe ihm den Tritt versetzt./Es wirft sich weg und seine magre Zierde./Dem Winter folgt der Sommer der Begierde./Und ich kann bleiben wo der Pfeffer wächst./Und unverständlich wird mein ganzer Text./Was ich niemals besaß, wird mir entrissen./Was ich nicht lebte, werd ich ewig missen./Die Hoffnung lag im Weg wie eine Falle./Mein Eigentum, jetzt habt ihrs auf der Kralle./Wann sag ich wieder mein und meine alle.
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Von silvia
Format:Kindle Edition
Ja, es hält was man darüber gehört hat und es hat mich auch traurig gestimmt. Kam alles wieder hoch, hatte man schon verdrängt. Also, wer sich noch mal an Treuhand und die damalige Atmosphäre erinnern möchte, an all das, was die Leute voller Erwartung geglaubt hatten und wie es dann ganz anders kam, der sollte das Buch lesen. Ja und davon, was leider oder zum Glück nicht passiert ist, aber hätte passieren können, sollen?
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