Wichtige Kräfte, die in den Unternehmen wirken und über Erfolg oder Mißerfolg entscheiden, werden nach Ansicht des Autors meist übersehen. Denn diese "heimlichen" Kräfte wirken außerhalb der gängigen betriebswirtschaftlichen Erklärungsmodelle.
Der Schlüssel zum Erfolg liege darin, die ungeschrieben Gesetze oder heimlichen Spielregeln zu kennen. Über sie führt der Weg zu den eigentlichen Ursachen eines Problems und damit zu neuen und erfolgreicheren Lösungsansätzen.
Peter Scott Morgan, selbst Unternehmensberater beim renomierten Consultant Arthur D. Little, versteht es aber nicht, diesen erfolgversprechenden Ansatz aus der Praxis in ein Buch zu übertragen. Die gewollt bildreiche Sprache verwirrt mehr als daß sie zu einer konkreten Vorstellung beiträgt. Die Chance, aus der Praxis für die Praxis zu schreiben, verpufft. Auch erschließt sich dem Leser die Struktur des Buches nur mühsam: Beim Inhaltsverzeichnis denkt man, im falschen Film gelandet zu sein (auf den Abschnitt "Krieg der Sterne" folgen die "Unbestechlichen" und dann gleich "Robocop"). Nach Glossar oder gar Sachindex (Das Kapitel "Ein kurzes Blick" ist es nicht) sucht der Leser vergebens.
Dies alles ist schade, denn die Grundidee des Werkes ist sehr gut: Die Regeln in einem Unternehmen bestehen aus den offiziellen und den heimlichen, den geschriebenen und den ungeschriebenen Gesetzen. Das Alltagsverhalten werde von einem komplex heimlicher Regeln bestimmt, die sich jeder aus seiner Wahrnehmung des Unternehmens bildet.
Wenn es offiziell heißt, an den Erfolg des Gesamtunternehmens zu denken und den Teamgeist zu fördern, so ist doch tatsächlich meist der erfolgreich, der am besten sein Revier schützt und die besten Quartalsergebnisse aufweist, egal was dies für die anderen Abteilungen bedeutet. Denn dies wird tatsächlich belohnt und fördert die Karriere. Das kann dann soweit gehen, daß jede Innovation blockiert wird.
Aber genauso wie heimliche Regeln Erfolge behindern können, ist es möglich, daß sie die eigentliche Grundlage für Erfolge sind.
Dieser Idee der heimlichen Spielregeln fügt Scott Morgan das Modell eines Kräftedreieickes hinzu, das das Verhalten in einer Organisation bestimmt: Die Motivation des Einzelnen, die Machtstruktur des Unternehmens und die offiziellen Leistungsansprüche.
Als Instrument, um die heimlichen Spielregeln kennenzulernen, stellt Scott-Morgan am Ende seines Buches ausführlich eine Interviewtechnik vor, die an dieser Stelle nicht weiter bewertet werden kann. Ausreichend seien 14 Interviews, am besten mit dem Mittelmanagent. In fünf Tagen soll alles geschafft sein.