Epileptic/Pantheon
Autobiographische Comics schätze ich sehr, weil sie neben der reinen Lebensgeschichte, sofern der Autor auch Zeichner ist, die eigentliche Sichtweise ausgezeichnet herausstellen. Ob Persepolis, Blankets, Fun Home oder Vier Augen... man hat das Gefühl, wirklich am Leben des Künstlers teilzunehmen.
Auch der Franzose David B. läßt den Leser hier an seinem Leben teilnehmen, speziell am seinem Familienleben in den 60er und 70er Jahren. Neben seiner kleineren Schwester und seinem Eltern ist sein etwas älterer Bruder dabei, der unter Epilepsie leidet. Diese tückische Krankheit wirkt sich direkt oder indirekt auf das Familienleben aus.
Die Familie muß sich mit Anfeindungen aus der Nachbarschaft auseinandersetzen. Um den kranken Sohn zu heilen, versuchen die Eltern alles. Neue Medikamente, besondere Ernährung, Gurus, Scharlatane und Sekten... nichts wird ausgelassen, und so wird auch der Leser Zeuge des Kampfes gegen die Krankheit.
Die Epilepsie wird von David B. auch optisch sichtbar gemacht. In Form einer Schlange oder eines Drachens durchzieht sie den Körper des Kranken, und machen so seine Qualen z.B. bei einem Anfall deutlich sichtbar. Generell gelingt es David B., viele seiner Emotionen durch seine Zeichnungen wahrnehmbar zu machen, z.B. die Verwirrung über den Tod seines Großvaters oder sein eigener, innerer Kampf. Was ebenfalls interessant ist, ist die Famileingeschichte, in der auch das Leben der Großeltern intensiv beleuchtet wird.
Fazit: Starker autobiographischer Comic über die Sicht eines Kindes auf eine unkontrollierbare Krankheit.