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Produktinformation
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Inhalt:
"Die Geschichte der O" und "Rückkehr nach Roissy" von Pauline Réage zusammen in einem Band. Die Geschichte der O, einerseits hochgerühmtes literarisches Meisterwerk, andererseits verfehmtes Objekt moralischer Entrüstung, gehört ohne Frage zu den umstrittensten und rätselhaftesten Büchern des 20. Jahrhunderts. Nach Jahrzehnten allgemeiner Spekulation über die Urheberschaft brach die Autorin erstmals 1975 ihr Schweigen das interview, das Régine Deforges damals mit ihr führte, bringt Licht ins Dunkel, klärt Fragen und beleuchtet die Denkweisen einer ungewöhnlichen Frau, die Generationen von sadomasochistisch liebenden Menschen gedanklich prägte. Die Geschichte der O einst in aller Unschuld für den Geliebten verfasst, avancierte schnell zur Bibel der sich allmählich entwickelnden Subkultur, beschreibt sie doch nahezu alle auch heute noch verwendeten Szenarien und Versatzstücke sadomasochistischer Inszenierungen und Rituale. Prasselndes Kaminfeuer, knirschender Kies, das Klappern von Absätzen auf langen Fluren starke Bilder, Archetypen, die seither, und gewiss auch fürderhin, durch Träume und Geschichten geistern, Modetrends des verlöschenden 20. Jahrhunderts wie Branding und Piercing vorwegnehmend. Ein Buch, das in seiner gedanklichen Stringenz, der Schönheit seiner Sprache, der rührenden berührenden Anmut seiner Protagonistin einzig dasteht und sicher auch nicht so bald von dieser Position verdrängt werden wird.
Dieses Buch enthält neben dem umfangreichen Interview zu Dokumentationszwecken den vollständigen Text der Geschichte der O und der Rückkehr nach Roissy.
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"Die 'O' hat mir erzählt", besteht aus drei Teilen:
Da findet sich das Interview der Autorin mit einer Verlegerin für erotische Literatur, die berühmt-berüchtigte "Geschichte der 'O'" und der an- bzw. abschließende Teil "Rückkehr nach Roissy" - gut soweit kann man es auch der Kurzbeschreibung entnehmen. Aber auf jeden separaten Teil eingegangen ist noch niemand, wie es mir scheint.
Zuerst zum Kern, der Geschichte der 'O': Meiner Meinung nach ist das eine gut gemachte Erzählung. Nicht mehr, nicht weniger, obschon das bei einem solchermaßen skandalträchtigen Buch überraschen mag.
Dem Lesegenuß abträglich sind nur das ein wenig träge Tempo und -für die meisten Leser zumindest- die Detailverliebtheit der Autorin beim Beschreiben von Kleidung.
Die ganze Geschichte, wie auch das Thema, sind sehr zeitlos und ich hatte durchaus allein vom Stil her das Gefühl, einen Literaturklassiker zu lesen.
Fazit - ich halte diesen Teil des Buches für überaus lesenswert: Eine schöne Liebeserklärung, die die meisten Leser wegen der Art, auf die sie erklärt wird, doch ziemlich fordern wird. Was nur gut sein kann.
Weniger prickelnd ist dagegen das dem vorgeschobene Interview: Zum einen mag es den Mythos von Pauline Réage ein wenig entstellen, zum anderen wirkt ihr literarisches Schaffen nicht mehr so beeindruckend, wenn man feststellt, daß der Fokus von Madam Réage wohl doch nicht nur dort lag, wo viele Fans ihn sehen wollen. Das mag aber auch daran liegen, daß Madam Réage in der Zwischenzeit ein wenig gealtert ist.
Mich persönlich verstimmt aber die Interviewführung viel mehr: Hier habe ich das Gefühl, daß die interviewende Régine Deforges allzeit bemüht ist, sich selbst und ihre Arbeit für die Befreiung der erotischen Literatur in den Mittelpunkt zu stellen. Insofern würde ich raten, diesen Teil entweder völlig zu ignorieren oder wenigstens zuletzt zu lesen - wobei letztere Möglichtkeit -ganz ehrlich- nur die Zweitbeste ist.
Und dann gibt es noch die "Rückkehr nach Roissy". Hier wechselt der Stil von der persönlichen Erzählweise zu etwas, das ich zusammenfassen würde als Versuch, der ganzen im Hintergrund existierenden Geheimgesellschaft einen neuen Rahmen zu geben.
Zudem wird die an sich schon abgeschlossene Geschichte auf ein (weiteres) Ende zugeführt, das sich vom Stil vom ersten unterscheidet und damit auch dem Klassiker der "Geschichte der 'O'" einen ganz neuen Anstrich gibt. Ich dachte die ganze Zeit "Ian Fleming"... irgendwie wirkt dieser Teil wie ein dünnes Film-Skript, das ohne hinzugefügte Special Effects nicht zu beeindruckend weiß.
Zudem bin ich nicht sicher, ob diese später entstandene Geschichte wirklich den Flair und die Intention des früheren Vorbildes trifft. Na gut, ehrlicher: Ich halte es für völlig daneben.
Damit kehre ich zur Aussage vom Anfang zurück: Ein empfehlenswertes Buch. Die "Geschichte der 'O'" thematisiert zwischenmenschliche Beziehungen anders, als manch einer das erwarten mag und genau das macht diese Geschichte so lesenswert. Die beiden zusätzlichen Teile würde ich allerdings meiden... auch wenn sie mehr als ein Drittel des Buches ausmachen.
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