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Die hässlichste Frau der Welt: Roman
 
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Die hässlichste Frau der Welt: Roman [Taschenbuch]

Margrit Schriber
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Oktober 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423141433
  • ISBN-13: 978-3423141437
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.810.593 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Margrit Schriber
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Mitte des 19. Jahrhunderts tingeln zwei Frauen durch Europa: Julia Pastrana wird von ihrem gewissenlosen Impresario als »Affenfrau« angepriesen, während die Schönheit der jungen Tänzerin Rosie nur dazu dient, die Abnormität des Stars noch zu steigern. Stilsicher und einfühlsam erzählt Margrit Schriber von der berührenden Freundschaft der beiden ungleichen Frauen, aber auch von gewalttätiger Sensationslust und wissenschaftlichem Forschungseifer.

Über den Autor

Margrit Schriber, geboren 1939 in Luzern, wuchs auf in Brunnen und Küsnacht am Rigi. Sie arbeitete als Bankangestellte, Werbegrafikerin und Fotomodell, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte. Für ihr literarisches Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Aargauer Literaturpreis und der Ehrengabe der Stadt Zürich. Margrit Schriber lebt in Zofingen und in der Dordogne.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine bewegende Geschichte 30. Dezember 2009
Von kubine
Format:Gebundene Ausgabe
Ich klappe das kleine Buch zu, ganz leise. Soeben habe ich mich von der "hässlichsten Frau der Welt" verabschiedet. Die Lebensgeschichte der Julia Pastrana ist erzählt. Es gibt nichts mehr hinzuzufügen, alles ist gesagt. Und trotzdem lässt es mich nicht los...

Julia Pastrana ist nicht irgendwer. Julia Pastrana ist die hässlichste Frau der Welt. Sie ist DIE AFFENFRAU. Klein, behaart und ... eine Attraktion. Mit ihr lässt sich viel Geld verdienen, eine Aktie, die nur steigen kann. Denkt sich Theodore Lent, der mit ihr durch Europa tingelt. In England stösst die kleine Rosie dazu, ein Waisenkind aus der Innerschweiz auf dem Weg nach Amerika. Lent benutzt sie dazu, um Julias Auftritte noch sensationeller zu machen. Anfangs als kleines ängstliches Mädchen, später als Burlesque-Tänzerin. Gleichzeitig ist Rosie aber auch Julias Dienerin, Vertraute, Freundin. Beide verbindet die Liebe zu Theodore Lent. Und machen alles, was er will, wann er es will. Denn

"Die Pastrana ist nie unpässlich.
Die Dienerin ist nie unpässlich.
Lents Truppe tritt auf und tritt ab.
Es wollen einundzwanzig Millionen Briten in ihrer Freizeit unterhalten werden."

Und nicht nur die Briten - ganz Europa. Julia wird nicht nur vom breiten Publikum begafft, bald steht sie auch im Mittelpunkt wissenschaftlichen Interesses. Dabei "will Julia keine Sonderheit sein. Nur ein Mensch. Eine gewöhnliche Frau. Eine wie die anderen."

Margrit Schriber hat mit diesem kleinen Buch ein Meisterwerk geschaffen, an dem der Leser noch lange zu knabbern hat. Wortgewaltig, mit einfachen Sätzen transportiert sie sehr viele Emotionen, die den Leser ins Mark treffen. Und das, obwohl man den Erzählstil als dokumentarisch beschreiben könnte. Sachlich schildert sie die Geschichte der beiden Frauen, ihre Liebe zu einem Egomanen und das Zurschaustellen seiner "Exponate". Jedes Wort, jeden Satz hat Margrit Schriber unzählige Male hin und her gewendet, damit es perfekt ist. Das ist ihr zweifelsohne gelungen. Kein Wort zu viel, keins zu wenig. Auch die gut recherchierten Fakten hat sie nicht zusätzlich ausgeschmückt, das alles bleibt der Phantasie des Lesers überlassen.

"Blumen, die Du in die Luft wirfst, nimmt der Wind. Nichts geht verloren. Irgendwann pflückt irgendwer unsere Worte und unsere Blumen aus dem Wind."

Genau das hat Margrit Schriber getan. Sie hat die Geschichte der hässlichsten Frau der Welt dem Vergessen entrissen. Sie hat Julia Pastrana ein Denkmal gesetzt. Einer Frau, deren Mumie bis heute in den Katakomben eines norwegischen Institut lagert.

"Ihr ganzes Leben ist sie als minderes Geschöpf behandelt worden. Als Monster einer Freakshow. Sie hat es ertragen. Sie hat sich nie beklagt. Aber ihren letzten Weg will sie als ein Mensch zurücklegen. In Würde."

Das ist ihr bis heute verwehrt geblieben. Aber vielleicht kann ja das Buch dieser wunderbaren Schweizer Autorin das ändern. Ich würde es mir wünschen...
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Von Lexi
Format:Gebundene Ausgabe
'Es sei traurig, meint Julia Pastrana, anstatt mit den Menschen zusammen zu sein, so neben den Menschen herzugehen und als Missgeburt für Geld gezeigt zu werden. Ohne an ihrer Fröhlichkeit und Gegenliebe einen Anteil zu haben.'

Margrit Schribers Roman ist in tiefster Weise erschütternd, aufrüttelnd und verursacht beim Lesen Magenschmerzen ob der Grausamkeit, zu der menschliche Wesen fähig sind.

Julia, eine 'Missgeburt' oder 'Abnormität' wird zeitlebens für Freak-Shows missbraucht und ohne Rücksicht auf ihre Intelligenz, ihr zartfühlendes Wesen, ihren liebenswerten Charakter ausgebeutet und so Tag für Tag einer endlosen psychischen Folter unterzogen. Es ist eine Art Lebensbericht, der von unsagbarer Grausamkeit und Herzlosigkeit erzählt, von der Gier, der Ausbeutung, der Missachtung menschlicher Gefühle wie auch von der Sensationslust der Menschen, die nicht einmal nach dem Tod der armen ausgestellten Wesen endet.

Man kann sich beim Lesen dieses Buches wohl zum ersten Mal wirklich ein wenig in die Lage jener armen Geschöpfen, die mit Missbildungen oder Behinderungen geboren und ausgestellt wurden, hineinversetzen. 'Die hässlichste Frau der Welt' ist ein Buch, das den Leser einfach nicht mehr loslässt ' und ihn mit Sicherheit noch tagelang zum Nachdenken bringt.

'Träume zerbröckeln', sagte ich. 'Aber du, Rosie, hast einige Perlen aufgehoben.'. Mein Leben ist eine Kette aus Belanglosigkeiten. Ich habe das bisher hingenommen. Ich habe überhaupt nicht darüber nachgedacht, sondern bin durch die Zeit getrabt, ohne nach Perlen zu suchen, die am Weg eines jeden Menschen liegen. Nun, da ich Rosies Memoiren kenne, bedaure ich jeden sinnlos verschwendeten Tag.'
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Format:Gebundene Ausgabe
Die hässlichste Frau der Welt ist gelesen; viel zu schnell gelesen. Was bleibt ist ein Buch voller Post-Its; was bleibt sind so viele Gedanken. Zum ersten Mal mag ich eigentlich keine Rezension über ein Buch schreiben. Die Hässlichkeit dieser Geschichte ist zu sehr voller Schönheit; oder ist es umgekehrt? Ist die Schönheit dieser Geschichte allzu hässlich? Ich bin betroffen darüber, was Julia Pastrana und Rosie la Belle angetan wurde. Julia, die von ihrer Mutter einst kleiner pelziger Schmetterling genannt wurde und die mit ihrer elfenhaften Stimme singen konnte, als gelte es Steine zu erweichen. Rosie la Belle, die mit Briefen an ihren Waisenvater um Anerkennung bettelt; Rosie la Belle die weint, weil niemand für sie ein Lied singt, das den Himmel über ihr weitet; Rosie la Belle, die das Versprechen, Julia ein würdiges Begräbnis zu verschaffen, auf ihre ganz eigene Art einzulösen versucht.

Es sei mir verziehen, wenn diese Rezension Zitate aus dem Buch enthält; ganz ohne dieses Hilfsmittel wäre es mir unmöglich gewesen, gleich im Anschluss an das Buch darüber zu schreiben. Was wirklich selten vorkommt, hat diese Geschichte jedenfalls geschafft: Einen Platz in meiner ganz persönlichen Lieblingsbücher-Liste zu bekommen. Ich danke meiner Landsfrau Margrit Schriber für dieses Geschenk.
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