Little Mimms ist ein kleines Dorf, jeder kennt jeden und eigentlich passiert dort so gut wie gar nichts. Nicht mal in dem kleinen Cafe, das gleichzeitig Postamt und Zeitschriftenladen ist und den besten Capuccino der ganzen Gegend hat. Das findet auch Sir Rupert Alven und deshalb taucht er dort eines Morgens auf. Weiter nicht bemerkenswert, nur sollte er eigentlich schon längst tot sein. Das zumindest behauptet die Times. Doch auch altehrwürdige Zeitungen können irren, wenn auch nur für wenige Stunden. Dann ist der reichste Mann des Ortes tatsächlich tot, erschlagen von seinem Geburtsgeschenk und nur wenige Minuten später wird eine Putzfrau erdrosselt.
Inspector Darling steht vor einem Rätsel, die Putzfrau putzte für den halben Ort, doch ausgerechnet nicht für Sir Rupert Alven.
In schöner alter Krimimanier sitzen die Hinterbliebenen des Sirs beieinander, halten gepflegte Konversation und überlegen im Geheimen, wer von ihnen wohl den Verstorbenen um die Ecke gebracht hat und warum. Ein Krimi voller Nostalgie, jeden Moment könnte Miss Marple um die Ecke biegen, um den Fall aufzuklären und wie bei "Cluedo" darf der Leser rätseln, wer der wohlangesehenen Familienangehörigen hier welche Leiche im Keller versteckt hat. Ein Tipp: Der Gärtner war’s nicht.
Eigentlich gibt es an dem Roman nur eines zu mäkeln, nämlich, dass der Schluss sehr plötzlich kommt und zu wenig Bezug zu dem Rest der Geschichte hat.
Trotzdem ist es ein Geheimtipp für alle Freunde gepflegter englischer Miss Marple Morde. Nostalgie pur eben.
(C) Hans Peter Roentgen