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Die häßliche Herzogin: Roman (Feuchtwanger GW in Einzelbänden)
 
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Die häßliche Herzogin: Roman (Feuchtwanger GW in Einzelbänden) [Taschenbuch]

Lion Feuchtwanger
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 270 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 8 (23. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746656273
  • ISBN-13: 978-3746656274
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 183.954 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Lion Feuchtwanger
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Margarete, Herzogin von Tirol, geboren im Jahr 1318, ist eine wichtige Figur auf dem Schachbrett der europäischen Geschichte. Sicher im Urteil und rasch im Handeln, zwingt sie selbst ihren Gegnern Achtung ab. Im Kampf gegen ihr abstoßendes Gesicht sucht Margarete auf grausame Weise zu erlangen, was der Schönheit von selbt zufällt: Anerkennung, Macht, Liebe.

Über den Autor

Lion Feuchtwanger wurde 1884 in München geboren. Nach vielseitigen Studien gab er die Kulturzeitschrift "Der Spiegel" heraus, schrieb Theaterkritiken und arbeitete an Siegfried Jacobsohns "Schaubühne" mit. Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde Feuchtwanger in Tunis interniert, konnte jedoch fliehen. In München vom Wehrdienst suspendiert, nahm er die Übersetzung und Bearbeitung indischer, griechischer und spanischer Dramen wieder auf, zudem entstanden eigene Stücke und Antikriegsdichtung. 1925 siedelte er nach Berlin über. Als die Nazis die Macht übernahmen, befand er sich auf einer Vortragsreise in den USA. Seine Bücher wurden verboten, Haus und Vermögen konfisziert. Sanary-sur-mer, Feuchtwangers neuer Lebensort, war zeitweilig ein Zentrum deutscher Emigranten.
1940 internierten ihn die Franzosen. Ab 1941 lebte er in Kalifornien, wo weitere große historische Romane, Erzählungen, Stücke und Essays entstanden. Feuchtwanger starb 1958 in Pacific Palisades.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Feuchtwanger beschreibt in seinem Buch das Leben der Herzogin Margarete von Tirol, die als einziges Kind des Königs Heinrich mit 12 Jahren heiratspolitisch an einen zehnjährigen Prinzen von Böhmen verschachert wird, aber zeitlebens unter ihrer Häßlichkeit zu leiden hat (ihr späterer Spitzname ist Margarete Maultasch, in Anspielung auf den "äffisch" vorspringenden Mund mit "wulstiger" Unterlippe). Der Autor selbst bezeichnet den Roman einmal als "Kampf eines Menschen gegen die ungünstigen Bedingungen der physischen Konstitution, die ihm die Natur mitgegeben hat" und zeichnet ein anschauliches Bild der (Heirats-)Politik und der Grausamkeit der Menschen gegenüber einer entstellten Frau im Rittertum des 14.Jh. Trotz einer großen politischen Begabung und weitsichtiger Regentschaft wird sie immer wieder wegen ihrer Häßlichkeit diffamiert und vom Volk verachtet - meines Erachtens ein großartiges Stück Zeitgeschichte, dessen Motive (u.a. Antisemitismus) auch zu seiner Entstehungszeit (1923) wieder aktuell waren.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Lion Feuchtwanger verfolgt in dem vorliegenden Roman gleich mehrere Anliegen. Zunächst beschreibt er die Geschichte einer Frau, die mit ihrer Hässlichkeit leben muss, das ist immer bitter und lehrreich. Sodann bietet er eine im Text implementierte Studie über den Antisemitismus, die nach dem ersten Weltkrieg der Entstehungszeit des Werkes, hochaktuell war. Und schließlich entfaltet er vor den Augen des Lesers einen packenden historischen Roman aus dem 14. Jhdt ( d. h. aus der gleichen Epoche, in der auch "Der Name der Rose" spielt). Ich bekenne, so sehr mich die weibliche Schönheit interessiert und der Antisemitismus schmerzt - mir hatte es der dritte Aspekt angetan: die opulente Entfaltung eines spätmittelalterlichen Panoramas mit Kaisern und Kurfürsten, Päpsten, Schurken und Halunken in Gestalt eines meisterhaften historischen Romans, der den Leser von der ersten bis z8r letzten Seite in Atem hält. Da meine verehrten Vorrezensenten wenig zur Geschichte sagen ( aber viel an der Gestaltung nörgeln!) einige Informationen zum geschichtlichen Hintergrund des Buches. Wir befinden uns in der Epoche Kaiser Ludwigs IV von Bayern (1313-1347), der im Zuge seiner Hausmachtpolitik bis nach Brandenburg und Holland ausgriff und auch auf Tirol ein Auge geworfen hatte. Dort aber herrschte Margarete "Maultasch", eine Herzgin von abstoßender Hässlichkeit, aber mit einer verlockenden Erbschaft - eben ihrer Grafschaft Tirol, die an den Gatten und seine Kinder fallen würde. Um diese Erbschaft, um das Land Tirol, die Brücke zwischen Deutschland und Italien, gieren die großen Dynastien Mitteleuropas: die Wittelsbacher, die Luxemburger und die Habsburger. Wie Margarete, die wegen ihres gewaltigen Unterbisses "Maultasch" genannt wurde, in diesem Ränkespiel zur Bigamistin wurde und am Ende im Kloster Frauenchiemsee verschwindet, davon handelt dieser Roman, dessen Lektüre ich wärmstens empfehle. Am Ende machten die Habsburger das Rennen, allerdings um den Preis, dass sich der gigantische Unterbiss der Herzogin als genetisch dominantes Merkmal bis in das Gesicht Kaiser Karls V vererbte und von dort bis nach Spanien und Wien gelang. Den Wittelsbachern, die beim großen Spiel um Tirol am Ende leer ausgingen, blieb der Unterbiss bei ihren Nachkommen erspart, aber dafür sind sie später durchgeknallt. Man sieht, wie es auch kommt, immer ist es falsch.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Der als Jude auch in den "Goldenen Zwanzigern" einer verachteten Minderheit angehörende Jude Lion Feuchtwanger schrieb seinen Roman um die hässliche Herzogin im München des Jahres 1923. Recht zügig ging ihm, der sich mit historischen Sujets auskannte, das Thema von der Hand. Im Mittelpunkt steht die durch ein entstelltes Gesicht "Maultasch" genannte Herzogin Margarete von Kärnten und Tirol. Die Heldin ward 1318 geboren und fand sich schon im Teenageralter auf dem Schachbrett der Fürstenmacht wieder, zwischen den Wittelsbachern, den Habsburgern und mittelbar der Kirche.
Feuchtwanger gelingt es, zugleich den historischen Faltenwurf zu zeichnen, sein eigentliches Thema aber, das einer Außenseiterin, einer hässlichen, immer wieder verratenen, einsamen Frau in präziser Sprache nicht aus den Augen zu lassen. Sonderbar, der Leser leidet nicht mit der bemitleidenswerten Heldin. Der Autor hält bei aller Sympathie beobachtende Distanz zu ihr. Selbstredend haben wir es hier mit einem Gleichnis zu tun, bei den Lebensumständen des Autors liegt das auf der Hand, und doch kann man es auch als Historienroman lesen, sich hineinziehen lassen in das sich (stetig) neu ordnende Europa des aufschimmernden 14. Jahrhunderts.
Lion Feuchtwanger, Ricarda Huch und Stefan Zweig bedienten ihre Leser mit historischen Sujets, die oft genug auch nur als solche gelesen und verstanden wurden. Feuchtwanger benutzt nicht das emporfliegende Pathos Zweigs und mag in dieser Hinsicht "moderner" und vielleicht sogar noch leichter zu lesen sein. Die Herzogin ist nicht sein bekanntester Roman, das blieb dem "Jud Süß" mit dessen bitterer Rezeptionsgeschichte vorbehalten; aber es ist ein Buch, das man lesen, das man kennen sollte. Wer über Einzelgänger, über Außenseiter spricht, die gleichwohl ohne Scheu, ohne verlorene Würde sind, sollte dieses Buch kaufen.
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