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Die grosse Liebe: Roman
 
 
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Die grosse Liebe: Roman [Gebundene Ausgabe]

Hanns-Josef Ortheil
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (43 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Plötzlich ist es da, das Meer, zum Greifen nah fast, als "graue, stille, beinahe völlig beruhigte Fläche". Es ist kurz nach fünf an der italienischen Adria, ein Julimorgen, der Strand noch völlig unbelebt. Keine Sonne, keine Bewegung, vollkommene Stille. "Ich hatte das Meer einfach vergessen", heißt es in Hanns-Josef Ortheils Die große Liebe: "jetzt lag es mir wie eine Verheißung zu Füßen, unaufdringlich und groß, als bekäme ich es mit ihm zu tun".

Natürlich wird sich dem Icherzähler des Romans der Strand bald füllen. Menschen kommen ihm in den Blick, und dann -- wir ahnen es bereits, sind durch den Titel vorgewarnt -- eine bezaubernde Frau. Im Meeresmuseum zwischen Algenformationen taucht sie auf, zunächst nur Stimme, eine Sirene, die dem Helden den Kopf verdreht: Dottoressa Franca, die junge, langhaarige Direktorin. Es ist Liebe auf den ersten Blick, mehr noch: Es ist die große Liebe. Denn Franca ist anders als die anderen Frauen, anders als Nora oder Hanna: "Wenn ich mit Franca zusammen bin", notiert der Icherzähler, "bin ich die ganze Zeit ausschließlich mit ihr beschäftigt, damit, was sie sagt und wie sie sich gibt, es gibt keinerlei Ablenkung. Der gesamte Raum um uns herum hat sich verändert, er erscheint aufgeladen, "schöner". In diesem Zustand nehme ich unendlich viel wahr."

Viel wahr hat offenbar auch Ortheil genommen, denn er erzählt diese einfache Geschichte einer großen Liebe derart sensibel und zugleich geballt, dass sie einem jederzeit glaubhaft und nirgends kitschig erscheint. Über weite Strecken liest sich das Buch wie ein unendliches Happyend, bis sich das glückliche Geschehen ganz in Literatur aufzulösen beginnt und das Meer in seiner Weite wieder das Schreiben bestimmt. So gewagt Die große Liebe wegen der Nähe des Themas zum Trivialen auch gewesen sein mag, so rundherum ist Ortheil der Roman gelungen. --Stefan Kellerer

Pressestimmen

"Wir haben im deutschsprachigen Raum die Literatur mit hohen Ansprüchen und die Literatur mit gar keinen Ansprüchen. Hanns-Josef Ortheil bietet mit 'Die große Liebe' kultivierte Stunden des Wohlbehagens - einen erstklassigen Unterhaltungsroman mit literarischem Anspruch." (Neue Zürcher Zeitung )

"Ortheils Roman ist ein großartig sinnenfrohes Buch. Das Treiben des Meeres wird geschildert, als habe dies noch kein anderer zuvor getan; hemmungslos wird getrunken, geküsst und gegessen - ein Schreckensszenario für Asketen ... 'Die große Liebe' ist ein Roman, wie geschaffen für diesen heißen Sommer. Er riskiert viel, weil er vom Gelingen handelt, von einem Ausnahmezustand, der Dauer sein will. (Der Tagesspiegel )

"Ein ganz und gar zeitgenössischer Roman mit einem keineswegs naiven, vielmehr hochgebildeten Erzähler, der Roman eines Autors, der sich in der Literaturgeschichte einzuordnen weiß, und zugleich ein Roman, der völlig ohne den klassichen Konflikt, auch ohne Desillusionierung auskommt - im Vertrauen darauf, daß seine Leser all dies nach einem Jahrhundert modernen Erzählens nicht mehr beigebracht bekommen müssen. Man folgt dem Autor mit großem Zutrauen und mit großem Vergnügen." (Stuttgarter Zeitung )

Kurzbeschreibung

Hanns-Josef Ortheil erzählt von der leidenschaftlichen Liebe eines Paares, das sich an der italienischen Adria-Küste kennenlernt. Er, ein deutscher Fernsehredakteur, recherchiert dort für einen Film über das Meer, sie ist Meeresbiologin und leitet ein Forschungsinstitut. Er hat sich gerade aus einer längeren Beziehung gelöst, sie ist mit einem Institutskollegen verlobt. Beide sind fasziniert vom Wasser, seinen Farben, Gerüchen, und bereits über ihrer ersten Begegnung liegt eine eigentümliche Magie. Sie können den anderen nicht mehr aus den Augen lassen und erkennen, dass sie füreinander geschaffen sind. Zuerst langsam, dann mit rapide wachsender Intensität gehen sie ihrer Leidenschaft nach und versuchen ihre Liebe gegen alle inneren und äußeren Widerstände zu behaupten.

„Die große Liebe“ erzählt die Geschichte einer großen, romantischen Liebe als eine Geschichte der Sinne und ihrer Inszenierungen. Blicke, Berührungen und Stimmen verdichtet Ortheil in seinem Roman zur Ästhetik einer einzigartigen Annäherung, der sich dieses Paar mit allen seinen Gefühlen hingibt.



Klappentext

"Es ist ein Vergnügen, dieses Buch zu lesen. Es ist spannend, originell und intelligent, die Stunden vergehen wie im Fluge ... Das Aroma der großen Themen des europäischen Ästhetizismus belebt dieses kunstvoll komponierte erzählerische Experiment. Außerdem und nebenbei macht es Lust auf Rom."
Hermann Kurzke, FAZ

"Witzig und kriminalistisch spannend illustriert Hanns-Josef Ortheil eine entscheidende Phase aus dem Leben des Dichters aus Weimar, der hier weit menschlicher erscheint, als man bisher für möglich hielt."
Brigitte

"Wir haben im deutschsprachigen Raum die Literatur mit hohen Ansprüchen und die Literatur mit gar keinen Ansprüchen. Hanns-Josef Ortheil bietet mit 'Die große Liebe' kultivierte Stunden des Wohlbehagens - einen erstklassigen Unterhaltungsroman mit literarischem Anspruch."
Neue Zürcher Zeitung

Über den Autor

Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er ist Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Seit vielen Jahren gehört er zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Werk ist mit vielen Preisen ausgezeichnet worden, zuletzt mit dem Brandenburger Literaturpreis, dem Thomas-Mann-Preis, dem Georg-K.-Glaser Preis, dem Koblenzer Literaturpreis, dem Nicolas Born-Preis und jüngst dem Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis. Seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

ne Verpflegung auspackte. Ich nahm die kaum handgroße, digitale Kamera, die Rudolf mir mitgegeben hatte, aus meinem Gepäck, setzte mich wieder ans Fenster und filmte das vorbeigleitende Meer. Manchmal drängten sich häßliche Häuser aus unverputztem Beton vor den Anblick, minimale Gerippe auf ein paar dürftigen Fundamenten, aber ich filmte weiter, denn das Meer leuchtete immer wieder zwischen diesen Bauten hervor. Allmählich belebte sich die Kulisse, einzelne Figuren standen am Strand und schauten mit verschränkten Armen in die Weite, manche waren auch in die Hocke gegangen, als wollten sie den Strand abtasten, es waren fast immer Männer, Männer ohne Begleitung oder höchstens zu zweit, tastende, lauschende, schauende Männer, vom Anblick des Meeres in eine seltsam ruhige Andacht versetzt. / / Das alles erschien auf dem Display meiner Kamera, der kleine Bildschirm verwandelte es sofort in einen strahlenden Film. Der junge Schweizer beugte sich

Auszug aus Die große Liebe von Hanns-Josef Ortheil. Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Plötzlich das Meer, ganz nah, eine graue, stille, beinahe völlig beruhigte Fläche. Ich reckte mich auf und schaute auf die Uhr, zwei, drei Stunden hatte ich vielleicht geschlafen, jetzt war früher Morgen, kurz nach Fünf, ein Juli-Morgen an der italienischen Adria-Küste. Ich hatte das Meer einfach vergessen, jahrelang hatte ich es nicht gesehen, jetzt lag es mir wie eine weite Verheißung zu Füßen, unaufdringlich und groß, als bekäme ich mit ihm zu tun. Noch war die Sonne nicht da, der Himmel noch graublau und fahl, am Strand keine Bewegung, kein einziger Mensch, nur hier und da einige verlassene, verstreut stehende Liegestühle, Kinderspielzeug, Gerümpel, die schiefen, zusammengeklappten Sonnenschirmpilze, Liegengebliebenes ... Doch all das reichte schon, mich zu erregen, es war eine meinen ganzen Körper erfassende Erregung, wie sie mich nach langen Nachtfahrten in Zügen oft in der Morgenfrühe befiel.
Zwei weitere Fahrgäste teilten das Zugabteil mit mir, ein stiller, keinen Laut von sich gebender Japaner und ein junger Schweizer, der sich in der Nacht umgezogen und schlafen gelegt hatte, als wäre er noch immer ein wenig bei sich zu Haus. Ich kletterte vorsichtig über die steifen, schlafenden Körper und trat auf den Gang, ruhig und schnell glitt der Zug durch die Landschaft, in der Ferne die grünen Olivenhügel des Südens, mit einem Mal spürte ich mein aufgeregt klopfendes, hellwaches Herz. Im Waschraum wusch ich mir durchs Gesicht, dann schaute ich, als müßte ich mich vergewissern, durch das heruntergezogene Fenster der Waggontür noch einmal hinaus. Das Meer! ..., ja, das Meer, die Überraschung hielt an, der Eindruck stimmte, am liebsten wäre ich ausgestiegen, um jetzt, sofort, am Meer entlangzugehen, stundenlang, den ganzen Morgen, wie schön wäre es, dachte ich, so anzukommen, irgendwo ausgespuckt und gleich in der Weite verschwindend.

Dann blieb der Zug stehen, die Wolken hingen schwer und staubgrau über dem Wasser und verdeckten noch immer die Frühsonne, es war sehr still, die meisten Fahrgäste schliefen, der stehende Zug atmete aus, immer matter und ruhiger. Draußen, auf dem kleinen Dorfbahnsteig, ging das Zugpersonal auf und ab, als hätte alles so seine Ordnung und als befänden wir uns in einem Film der Fünfziger Jahre. Niemand sprach, eine wattige, dichte Wärme drang herein, vollgesogen mit dem Erdgeruch der nahen Umgebung, dann ein Pfiff, das Personal stieg wieder ein, und die Lok zog vorsichtig an, um unerwartet schnell zu beschleunigen. Mit einem Mal erreichte der Zug eine hohe Geschwindigkeit, die Küstenlandschaft raste wie kleingeschnitten vorbei, gefräst oder zerhäckselt von diesem Tempo.

Ich ging in den Speisewagen und trank einen starken, schwarzen Kaffee, als ich ins Abteil zurückkam, waren auch die beiden anderen Fahrgäste wach. Der Japaner, der die ganze Nacht unter einem bunten, wie ein Linnen über den Körper gebreiteten Tuch verbracht hatte, verbeugte sich kurz, während der junge Schweizer schon seine Verpflegung auspackte. Ich nahm die kaum handgroße, digitale Kamera, die Rudolf mir mitgegeben hatte, aus meinem Gepäck, setzte mich wieder ans Fenster und filmte das vorbeigleitende Meer. Manchmal drängten sich häßliche Häuser aus unverputztem Beton vor den Anblick, minimale Gerippe auf ein paar dürftigen Fundamenten, aber ich filmte weiter, denn das Meer leuchtete immer wieder zwischen diesen Bauten hervor. Allmählich belebte sich die Kulisse, einzelne Figuren standen am Strand und schauten mit verschränkten Armen in die Weite, manche waren auch in die Hocke gegangen, als wollten sie den Strand abtasten, es waren fast immer Männer, Männer ohne Begleitung oder höchstens zu zweit, tastende, lauschende, schauende Männer, vom Anblick des Meeres in eine seltsam ruhige Andacht versetzt.

Das alles erschien auf dem Display meiner Kamera, der kleine Bildschirm verwandelte es sofort in einen strahlenden Film. Der junge Schweizer beugte sich zu mir hinüber und warf einen Blick darauf, aha!, sagte er kurz und erstaunt, als habe er mit soviel Präzision nicht gerechnet. Auch mir erschien die Abbildung auf dem Bildschirm präziser, festlicher und genauer als das Original, erst gestern abend hatte Rudolf mir in München die Funktionen des kleinen Geräts erklärt, schließlich war ich nur ein Amateur, der den Umgang mit solchen Apparaten nicht wirklich beherrschte.

Einen kurzen Moment dachte ich daran, wie wir in der Osteria italiana zu Abend gegessen hatten, ich hatte Kohlrabisuppe, Kalbsnieren und Erdbeeren bestellt, und Rudolf hatte lange von allen nur möglichen Kamera-Feinheiten gesprochen, ganz detailliert, er wurde dabei immer verzückter, als habe er selbst diese Technik erfunden, während mir nichts anderes übriggeblieben war, als in der Bedienungsanleitung zu blättern. Ich hatte ihm nicht mehr folgen können, viel zu lange hatte ihn das Thema gepackt, es war mir seltsam vorgekommen, daß er mein Schweigen nicht bemerkt hatte, er hatte immer weitergesprochen, als müßte ich wirklich jede Einzelheit wissen. Rudolf war schon oft mit dieser kleinen Kamera gereist, manchmal kam es mir so vor, als reiste er nur, um sie auszuführen, immerzu dachte er in Einstellungen und Schnitten, der Beruf des Kameramannes prägte seine Wahrnehmung so sehr, daß er überhaupt nicht mehr naiv in die Welt schauen konnte. Ich hatte ihm schließlich nicht mehr zugehört, sondern auf die Geräusche draußen geachtet, manchmal, wenn neue Gäste hereingekommen waren, war ein frischer Windzug durch das Lokal gestreift, und ich hatte eine bittere Erdfeuchtigkeit gerochen, die Feuchtigkeit des leichten Regens, der so sehr zu den breiten Münchener Straßen paßte. Im Taxi zum Bahnhof hatte Rudolf wieder von Technischem gesprochen, als wäre er besorgt, ich könnte die Kamera falsch bedienen, ich hatte ihm sogar versprechen müssen, mich bei eventuellen Problemen zu melden. Jetzt, jenseits der Alpen, erschienen mir seine Beschwörungen wie eine deutsche Marotte, als verstünde er nichts vom schwerelosen, leichteren Leben auf dieser Seite der Berge. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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