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Die großen Wirtschaftslügen: Raffgier mit System
 
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Die großen Wirtschaftslügen: Raffgier mit System [Taschenbuch]

Wolfgang Müller
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (1. Januar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426781654
  • ISBN-13: 978-3426781654
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 544.571 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Wolfgang Müller
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Was Konzernmanager und Berater gerne verschweigen, enthüllt Wolfgang Müller: Wie die Jagd nach maximaler Rendite als Sachzwang verkauft wird. Warum für viele Vorstände die Finanzmärkte wichtiger sind als der Markt für ihre Produkte. Warum Manager zig Millionen kassieren und kaum Steuern zahlen. Wie Aufsichtsräte für dumm verkauft werden. Die Mär vom teuren Standort Deutschland und andere Milchmädchenrechnungen.

Über den Autor

Wolfgang Müller ist Sozialwissenschaftler, war als Entwickler bei US-Computerfirmen tätig und arbeitet jetzt bei der IG Metall. Er war Mitglied in den Aufsichtsräten von Infineon und Siemens und ist jetzt Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat von Audi.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Mitte Dezember 2009 schrieb Herr Marc Beise, Leiter Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung auf der Webseite der SZ einen Kommentar zu der in Großbritannien geplanten Einführung einer Sondersteuer auf alle Bonuszahlungen der Banker, Fondsmanager, Topmanager usw. ab einer bestimmten Höhe.

Der Kommentar trägt die Überschrift "Boni in Großbritannien. Die Strafsteuer", Darin vertritt Herr Beise die Meinung, statt einer "Strafsteuer" auf die Bonuszahlungen, die häufig höher ausfallen als das, was ein Normalverdiener in seinem ganzen Leben verdient, diese "an einen langfristigen Geschäftserfolg zu binden ..., um Missbrauch zu verhindern, ohne Leistungsanreize zu blockieren. In Deutschland wollen die Banken dies jetzt freiwillig organisieren, mit Hilfe der Bundesregierung. ... Auf eine solche Selbstverpflichtung hinzuwirken, ist tausendmal klüger als eine Sondersteuer."

Klingt das etwa nicht vernünftig?

Oberflächlich betrachtet und auf den ersten Glockenschlag sicherlich. Wer aber das Buch von Wolfgang Müller gelesen hat, fragt sofort: Woran misst sich der "langfristige Geschäftserfolg" eines Unternehmens? Am Umsatz, den Einnahmen vor Zinsen und Steuern, dem steuerpflichtigen Gewinn, dem Cash-Flow, der Eigenkapitalrendite, der Zahl der Neukunden oder dem Börsenwert bzw. der Höhe des Aktienkurses? Und wer legt fest, welche Kriterien wann als Bemessungsgrundlage für den "Geschäftserfolg" und damit die Höhe der Bonuszahlungen herangezogen werden? Das ist nämlich die zentrale Frage, die Herr Beise in seinem Kommentar vollkommen offen lässt.

In dem Kapitel "Von »marktgerechten« Löhnen und Millionen für Vorstandsfürsten" argumentiert der Autor Wolfgang Müller unter anderem wie folgt:

Seit Jahren haben vor allem Konzernvorstände und von ihnen bezahlte Wissenschaftler und Politiker gepredigt, dass in Deutschland Schluss sein sollte mit der Gleichmacherei, dass "Leistung sich wieder lohnen muss". Diese Schein-Debatten hatten von vornherein allerdings eine ideologische Schlagseite. Es ging den sogenannten "Leistungsträgern" insbesondere im Arbeitgeberlager nicht um Leistung im Sinne von mehr oder weniger schwerer körperlicher oder geistiger Arbeit, sondern nur um die Leistung, die in Euro und Cent messbar ist. Der entscheidende Maßstab für Leistung ist heute allein der Marktpreis. Marktpreise können aber ins Unermessliche steigen oder auch fallen, denn im Markt gibt es keine eingebauten Stopp-Regeln. Das gilt für die Vorstandsbezüge ebenso wie für den Niedriglohn eines Leiharbeiters.

Die Spannweite, wie weit die Einkünfte in einem Unternehmen, in einer Branche oder der gesamten Volkswirtschaft unter Beachtung des Leistungsprinzips auseinanderklaffen dürfen, ist daher in einer sozialen Marktwirtschaft immer auch eine politische Fragestellung, wobei in einer Demokratie unterschiedliche Interessen, Kräfteverhältnisse usw. aufeinanderstoßen.

Außerdem ist der Markt für Manager eine Fiktion. Nicht der Markt, sondern die Eigentümer (bzw. in der Aktiengesellschaft nach deutschen Recht der Aufsichtsrat) entscheiden über die Höhe der Managervergütungen. Der Autor schreibt: "Wenn die Managerhonorare im Verhältnis zu den Durchschnittslöhnen explodiert sind, liegt das nicht daran, dass plötzlich die deutschen Manager besonders knapp geworden sind."

Denn für die "Fürsten" in den Vorstandsetagen gelten heute wie für die Fürsten der Feudalzeit andere Normen als für das gemeine Volk. Offiziell sind die Vorstandsbezüge auch in Deutschland zum großen Teil an den Geschäftserfolg gekoppelt. Der fixe Vergütungsanteil ist in der Regel kleiner als das erfolgsabhängige Restpaket aus Bonus, Aktienoptionen etc. Doch die Ziele für die Erreichung eines Bonus bestehen häufig aus einer ganzen Liste betriebswirtschaftlicher Kennzahlen, aus der der Aufsichtsrat oder der Personalausschuss je nach Bedarf und zum Wohle der Vorstandsmitglieder auswählen kann: Umsatz, Gewinn, Börsenkurs, Cashflow etc. So können die Managervergütungen nicht nur bei Erfolg, sondern auch bei Misserfolg steigen. Und wer aus »gutem Grund« seine alte Firma verlässt, bekommt weitere Millionen als Abfindung.

Kann man zudem noch von "Leistungsgerechtigkeit" sprechen, wenn Vorstände und Manager Jahreseinkommen kassieren, die zwischen dem 50-Fachen und 1000-Fachen eines durchschnittlichen Arbeitseinkommens liegen?

Auch dann, wenn in Deutschland jede Vollzeit-Arbeit so bezahlt würde, dass sie zum Leben reichte, würde es weniger Empörung und Wut um überzogene Vorstandshonorare geben. Denn in einer demokratischen und arbeitsteiligen Gesellschaft geht es auch darum, dass alle Arbeitenden am Ergebnis der volkswirtschaftlichen Arbeitsteilung so teilhaben, dass sie ohne staatliche Hilfe leben können.

Nur wenn sich die Interessen der Mehrheit durchsetzen gegen die Machtmonopole der Konzerne, gegen die Kaste der Superreichen und gegen Berater, die Unternehmen zu Gewinnmaschinen machen - ohne jede Rücksicht auf Arbeitsplätze und soziale Folgen - wird die soziale Marktwirtschaft erfolgreich bleiben und die Demokratie bestehen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine Abrechnung 7. September 2009
Format:Taschenbuch
Ein wichtiges Buch.
Es zeigt anschaulich anhand der üblichen und dennoch haarsträubenden Beispiele wie es um die Gerechtigkeit im Geschäft beschaffen ist. Das Ethik und Moral nicht viel Wert sind wenn es um knallharte Profite geht ist hinlänglich bekannt. Interessant war während der Lektüre allerdings die fast schon als autoagressiv zu bezeichnenden Bilanztricksereien, die einzig und allein den steuernden Stellen dienen können. Interessen von Aktionären wie Arbeitnehmern sind nicht von Belang.

Als größte "Wirtschaftslüge" bleibt wohl nur noch die Perfektion der selbstorganisierenden Kraft des Kapitalismus zu benennen. Ihre tatsächlichen Ergebnisse werden in diesem Buch zur Genüge dargestellt.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Wolfgang Müller beschreibt, was sich wirklich hinter der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen verbirgt. Es ist Gerede und nicht mehr. Dies zeigt Wolfgang Müller mit vielen, vielen Beispielen.
Doch die einzelnen Fälle sind vielen bekannt. Es fehlt häufig die Analyse, warum vorhandene Gesetze und Regulierungen nicht greifen. Es wird selten angedeutet, was getan werden muss, um dieser Entwicklung Einhalt zu bieten. Dies ist nicht der Anspruch des Buches, doch ich hätte mir dies sonst gewünscht.
Das Buch ist so geschrieben, dass es dem Leser leicht fällt, es durchzuarbeiten. Somit geeignet es sich für die Wanne, das Bett oder einem Flug.
Insgesamt muss ich aber sagen, dass es dem aktiven Zeitungsleser nur sehr wenig Neues gibt. Wer jedoch eine Liste von Beispielen für 'Wirtschaftslügen' sucht, ist mit diesem Buch sehr gut bedient.
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