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Die große Reise: Roman (suhrkamp taschenbuch)
 
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Die große Reise: Roman (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Jorge Semprún , Abelle Christaller
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 244 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 17 (1. Dezember 1981)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518372440
  • ISBN-13: 978-3518372449
  • Originaltitel: Le grand voyage
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 10,8 x 1,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 203.559 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jorge Semprún
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die große Reise
OT Le grand voyage OA 1963 DE 1964Form Roman Epoche Moderne
In dem frühen Buch greift Jorge Semprún bereits das Thema auf, das sein weiteres Werk bestimmen wird: die Erinnerung an seine Teilnahme am Widerstand gegen Faschismus und Stalinismus in der Mitte des 20. Jahrhunderts. In dem Roman hat er bereits zu seinem Stil gefunden, der von Rückblenden, Überblendungen und Assoziationen geprägt ist.
Inhalt: Das Buch berichtet von der vier Tage und fünf Nächte dauernden Fahrt gefangener Widerstandskämpfer in einem überfüllten Viehwaggon. 120 Männer drängen sich in diesem Wagen, ohne Essen und Trinken, mit kaum ausreichender Luftversorgung. Die Fahrt in einem schneidend kalten Winter geht von Compiègne in das Konzentrationslager Buchenwald. Im Lauf des Buchs wird der Autor anmerken, dass die Deutschen in die gleichen Waggons 200 Juden pferchten. Der Bericht endet mit dem Erreichen des Lagers.
Der Autor ist 20, als er diese Reise antreten muss; Semprúns engster Gefährte während der »Reise« ist ein ein 16-Jähriger, der nur der »Junge aus Semur« genannt wird. Schon auf den ersten Seiten setzen die Rückblenden ein aus verschiedenen Perspektiven, einmal aus der des eingepferchten jungen Mannes, bald schon aus der des Schreibers. So denkt der Erzähler während der Zugfahrt durch das Moseltal an den Geografieunterricht am Gymnasium. Etwas später fällt ihm ein, dass er 1945, auf der Rückkehr aus Buchenwald, in einem Hotel in Eisenach, in dem eine Heimkehrerzentrale eingerichtet worden war, zum ersten Mal in seinem Leben Moselwein trank.
Die Erinnerungen wuchern häufig, durchdringen und überlagern einander. Doch immer wieder kehrt Semprún zurück zu der qualvollen Situation der Menschen im Viehwaggon, die kaum Platz haben zum Stehen. Der gesunde Menschenverstand des Jungen, seine burschikose Art führen ihn in die Realität zurück, bestärken ihn. Voller Kraft scheint dieser Junge und widerstandsfähig. Doch schon bald beginnt der Autor anzudeuten, dass der Junge sterben wird, noch ehe sie das Lager erreichen. Mit seinen Erinnerungen versucht er, die Leiden der Fahrt abzumildern. Nach und nach erfährt der Leser aus dem Vor- und Zurückschweifen der Gedanken die Geschichte der Widerstandsgruppe, ihrer Zerschlagung und Festnahme. Am Ende des Buchs erfährt der Leser vom überraschenden Tod des Jungen; ebenfalls deutet der Erzähler bereits das Grauen des Lagers an.
Die Sprache des Berichts ist nüchtern und kühl, manchmal schneidend kalt. Häufige Wiederholungen geben ihr ein insistierendes Drängen.
Wirkung: Semprúns Buch hat zunächst vor allem in Frankreich Anerkennung gefunden. In Deutschland wurde der Autor, obwohl er nie Ressentiments gegen das Land äußerte, zunächst nicht zur Kenntnis genommen. Mehrere Male war er für den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels im Gespräch, erhielt ihn jedoch erst 1994. Die Bilder und Ereignisse, die seine Erinnerungen als die wichtigste Quelle seines Werks bloßlegten, waren schmerzhaft. »Schreiben oder leben« hieß letztendlich die Entscheidung des Schriftstellers. Er gab schließlich am Ende des Jahrhunderts seiner »Obsession der Erinnerung« nach, als das allgemeine Vergessen begann. N. B.

Kurzbeschreibung

Die große Reise ist eine fünftägige Fahrt in einem Eisenbahnwaggon: 119 Häftlinge werden aus Frankreich in das Konzentrationslager Buchenwald transportiert. Jorge Semprun schildert seine persönlichen Erlebnisse aus dem Jahr 1944. niedergeschrieben 16 Jahre danach.


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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Jorge Sempruns 1963 in Frankreich erschienener Roman Die große Reise gehört sicher zu den bedeutendsten Romanen, die sich mit Erfahrungen aus dem Konzentrationslager auseinandersetzen. Den Handlungsrahmen der „großen Reise" bildet ein sich über fünf Tage erstreckender Gefangenentransport von Compiègne nach Buchenwald. Über den konkreten Handlungsbezug hinaus hat der Titel jedoch auch eine metaphorische Bedeutung. Er bezieht sich auf den Versuch des Erzählers, aus einer Distanz von 16 Jahren in die Vergangenheit zu reisen, um diese nicht dem Vergessen preiszugeben. Mit scharfen Beobachtungen beschreibt der Roman die furchtbaren Verhältnisse, unter denen die Gefangenen bei winterlicher Kälte in einem Güterwaggon eingeschlossen sind. Die Chronologie der Reise wird dabei ständig durch Erinnerungen und Vorgriffe des Erzählers durchbrochen, die Erfahrungen aus den Aktivitäten der Résistance, den Gestapo-Verhören, den Haftbedingungen des Konzentrationslagers sowie der Rückkehr nach Frankreich mit in die Handlung einflechten. Der Roman überzeugt vor allem durch seine betont sachliche Darstellung, die sich der Drastik enthält und die Erinnerungsarbeit dadurch um so eindringlicher werden lässt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Grausam 9. Juli 2010
Format:Taschenbuch
Waehrend des Lesens tropften doch so einige Traenen auf das Buch. Ich weiss nicht, ob ich froh sein soll, dass der Autor diese Zeit bzw. diese Mordversuche ueberlebt hat oder nur erschuettert und traurig ueber das unendliche Ausmass des Sadismus. Mir schien, er weiss, es manchmal selber nicht, wie man jetzt lebt, zu grausam und unmenschlich war diese Zeit. Offensichlich hat der Ueberlebende es auf seine Weise geschafft, mit seiner Geschichte zurechtzukommen, aber es ist klar, dass die Wunden und Verletzungen kolossal sind. Die ersten zwei Drittel des Buches gingen mir sehr nahe, weil der Autor mit einem sehr eigenen Humor an die Beschreibung seiner Erlebnisse herangeht. Fuer mich mutet es sehr fremd an, aber es war neu. Das letzte Drittel aber offenbahrt, dass sein Rueckblick weit weniger abgeklaert war, als zuerst von mir empfunden. Humor hin oder her, die Lager haben auch die Ueberlebenden zerstoert. Nur 4 Sterne, weil ich lieber Buecher ueber die schoenen Seiten des Lebens lese und fuer meine Seele war das Buch "starker Tobak". Also, sehr empfehlenswert, will man ein Buch ueber diese Zeit lesen, schoene Sprache, ungewoehnlicher Erzaehlrythmus, gute Unterhaltung ist es nicht. - Und,... ich bin doch sehr froh, dass er "mir" seine Geschichte erzaehlt hat.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Shaun TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Der Exilspanier und Widerstandskämpfer Jorge Semprun wurde mit knapp 120 weiteren Häftlingen als 20-jähriger politischer Gefangener 1943 von Frankreich in das KZ Buchenwald im Nordwesten Weimars in einem Eisenbahnwaggon unter kalten und äußerst widrigen Bedingungen wie Schlachtvieh transportiert. In diesem erst 20 Jahre später veröffentlichten Roman schildert er die 4 Tage und 5 Nächte dauernde strapaziöse Reise, die vielen Gefangenen den Tod bringt. Er tut dies in vielen Rück- und Vorblenden, erzählt daneben vom Kampf im Untergrund vorher, auch vom Tag der Befreiung durch die Alliierten und den Wochen danach im befreiten Deutschland. Wir erfahren unter anderem vom erschütternd grausamen Tod, den mühsam überlebende Kinder eines anderen Transportes beim Empfang im Lager durch die SS-Schergen erleiden müssen, wie auch von Ilse Koch, der Frau des Lagerkommandanten, die sich Lampenschirme aus Häftlingshäuten machen ließ. Wer die Enge und die Strapazen sich in einem solchen Gefangenentransport vergegenwärtigen möchte, dem sei der 2007 erschienene und sehr sehenswerte Film "Der letzte Zug" von Joseph Vilsmaier empfohlen. (22.02.10)
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