Kinderbibeln gibt es viele, doch diese ist besonders gelungen. Das liegt auch am großzügigen, seh- und kinderfreundlichen Format, das es sogar möglich macht, die Bilder mehreren Kindern gleichzeitig zu zeigen und und mit ihnen in den Bildern auf Entdeckungsreise zu gehen.
Autor und Künstler sind ein ästhetisches Team.
Dr. Thomas Erne, inzwischen Direktor des Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart, ein Fachmann für Ästhetik und Philosophie (er hat über Kierkegaard und über Ästhetik wissenschaftlich gearbeitet), beweist, dass ein Wissenschaftler auch für Kinder schreiben kann. Seine Texte sind pädagogisch durchdacht, inhaltlich voll Qualität, und außerdem schön. Auch die Auswahl und Kürze der Geschichten ist sehr gut, ein Kind lernt die wichtigsten, alten Überlieferungen des Glaubens kennen, kindgemäß, aber nicht anbiedernd. Allgemein-Bildung im besten Sinn!
Ulises Wensell, spanischer Künstler und mehrfacher internationaler Preisträger, gestaltet sehr anregende, lebendige Bilder. Die Bilder erzählen selber lebhaft die Geschichten. Kinder werden besonders an der Mimik der Personen ihre helle Freude haben. Zum Beispiel wenn der kleine David den großen, bösen Goliat austrickst: der aufgeweckte freche David scheint geradezu aus dem Buch zu springen!
Im lesenswerten Nachwort wird der Ansatz pädagogisch fundiert begründet:
Zur Auswahl heißt es dort: "Es sind Texte von poetischer Kraft und symbolischer Bedeutung, die Spuren hinterlassen haben im Gedächtnis der Menschheit."
Zur Gestaltung: "Kinder haben Lust auf schöne Geschichten. Und so ist dieses Buch auch gleichzeitig Nahrung für die kindliche Fantasie. Ganz frei kann das Kind blättern, immer wieder dasselbe Bild betrachten, immer wieder dieselben Fragen stellen und seine Lieblingsgeschichte, seine Lieblingshelden und -heldinnen finden."
Wichtig ist der Hinweis, Fragen der Kinder zuzulassen, auch nach der Wahrheit: "Kinder haben einen Sinn für die Wahrheit einer Geschichte, die nicht mit de Wahrscheinlichkeit naturwissenschaftlicher Erkenntnis verwechselt werden darf. Ein Kind kann diese Fragen stellen, allerdings nur, wenn es die biblischen Geschichten auch kennt. Ja, es ist eine der Vorzüge dieser Geschichten, dass sie solche Fragen zulassen, wenn nicht gar anregen. Denn die Wahrheit, um die es darin geht, erschließt sich nur dem beteiligten Leser. Einem Leser also, der seine Fragen ernst nimmt und in der Suche nach Antwort seinen eigenen Zugang zum Geheimnis Gottes findet."
Kinder sollten wesentliche Geschichten unsrer Kultur kennen lernen und sich damit auseinandersetzen. Gerade diese Bibelausgabe fördert das eindrucksvoll.
Ich selber habe die Bibel mit vielen Kindern benutzt und sie kam immer gut an.
Ich kann die Bibel also nur empfehlen.