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Die große Katastrophe: Europa im Krieg 1939 - 1945
 
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Die große Katastrophe: Europa im Krieg 1939 - 1945 [Gebundene Ausgabe]

Norman Davies , Thomas Bertram , Harald Stadler
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 848 Seiten
  • Verlag: Droemer (21. August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426274965
  • ISBN-13: 978-3426274965
  • Originaltitel: Europe at War. 1939 - 1945. No Simple Victory
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,8 x 5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 199.234 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Norman Davies
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Mythos von der Befreiung Europas In dieser grandiosen Gesamtdarstellung des Zweiten Weltkriegs wagt der renommierte Historiker Norman Davies eine überzeugende Neubewertung. Der Krieg wurde im Osten begonnen. Dort wurde er auch entschieden, dort waren mit über 20 Millionen Toten die größten Verluste zu tragen. Und die westlichen Alliierten versagten, ganz Europa zu demokratisieren; denn der Kalte Krieg sollte die Welt für ein weiteres halbes Jahrhundert teilen.

Über den Autor

Norman Davies, geb. 1939 in Bolton, Lancashire, ist Professor em. der Universität London, seit 1974 Fellow of the Royal Historical Society, seit 1996 Supernumery Fellow am Wolfson College, Oxford und Mitglied der Fakultät für Moderne Geschichte, Oxford University. Er hat zahlreiche Werke zur Geschichte Polens und Europas veröffentlicht.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Gromperekaefer TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Davies wiederlegt die althergebrachten Interpretationen des 2. Weltkriegs. Er zeigt dass die bisherige Aufarbeitung der Kriegsereignisse zumeist nach nationalen Kriterien beurteilt wurde und fordert daher eine neue, neutrale Gesamtanalyse des Konflikts und eine Abwendung vom Schema « Gut und Böse ».

Die gängigen Meinungen haben sich so entwickelt, dass Nazideutschland als alleiniger Verbrecher behandelt wird. Auf der Sonnenseite stehen dagegen die Alliierten, welche sich als makellose Befreier sehen. Vor allem die Sowjetunion schneidet bei einer gründlicheren Analyse schlecht ab. Die Sowjets, unter Stalins Regie, führten ebenfalls einen brutalen Krieg, hier wurden Andersdenkende, andere Bevölkerungsgruppen oder einfach nur Leute die zum falschen Moment am falschen Ort waren, ebenfalls ermordet oder in Lager verbannt. Das Lagersystem war dabei nicht weniger bösartig als das deutsche. Im Gegensatz zu den deutschen Konzentrationslagern bestand das sowjetische schon früher und hielt noch länger an. Die sowjetischen Verbrechen wurden aber jahrzehntelang verheimlicht, währenddeseen die Deutschen ihre Taten eingestanden haben. Aber auch die westlichen Demokratien besitzen keine reine Weste. Als Beispiel sei nur an die Bomberangriffe auf viele deutsche Städte erinnert, wo viele unschuldige Zivilisten umkamen.

Neben der Schuldfrage zeigt Davies dass der Hauptschauplatz des 2. Weltkriegs der polnisch-weissrussisch-ukrainische Raum war. Den höchsten Prozentsatz an Kampfhandlungen, Unterdrückung und Toten findet man hier. Dagegen werden Nebenschauplätze überproportional hervorgehoben, wie beispielsweise die Landung der Alliierten in der Normandie. Medien, Bücher oder Filme geben so ein anderes Bild des Krieges wieder und verfälschen das Gesamtbild. Den Hauptanteil am Sieg über Deutschland trug die sowjetische Armee. Im Westen werden jedoch die Briten und Amerikaner als grosse Sieger dargestellt. Dabei waren die militärischen Leistungen dieser beiden gegen die kampferprobten Deutschen eher dürftig.

Ein weiterer Fakt ist dass die Entwicklungen im Osten noch nicht gänzlich analysiert sind, da die Archive hier bisher noch nicht komplett eingesehen wurden.

Davies appelliert so an den Leser kritisch mit den bisherigen Informationen umzugehen. Von künftigen Historikern fordert er ein neutraleres Herangehen an das Ganze und damit eine Neuinterpretation des Konflikts. Das Buch ist eine hervorragende, scharfsinnige Analyse des 2. Weltkriegs.
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Europa im Krieg 1939 - 1945 29. August 2009
Von Thorsten Wiedau HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
DIE GROSSE KATASTROPHE von Norman Davies versucht sich nicht in einer Neubewertung allfällig bekannter Fakten und Tatsachen, auch sollen die begangenen Kriegsverbrechen nicht relativiert werden. Doch weist der Autor unübersehbar darauf hin, dass auch die Alliierten schreckliche Kriegsverbrechen begangen haben. Selbst das geschichtlich einmalige Verbrechen an der gewollten Auslöschung der Juden durch die Maschinerie des 3. Reichs wird relativ, wenn man sich die Verbrechen der Sowjets in den Gulags ansieht, die Ermordung 25.000 alliierter zumeist polnischer Offiziere in Katyn und die Bombardierung Dresdens heran zieht, wo man wissentlich nur Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder tötete. Auch die Internierungslager der Amerikaner für Deutsche Soldaten waren nicht gerade ein Feriendorf und viele ließen dort ihr Leben. Doch das Buch DIE GROSSE KATASTROPHE will nicht aufrechnen, es versucht nur die Fakten und geschichtlichen Tatsachen neu zu verbinden und ein übergeordnetes Bild zu erzeugen, damit wir alle in der Lage sind den schrecklichen und grotesken Vorgang eines Weltkriegs zu verstehen.

Der Autor Norman Davies überzeugt in seiner Darstellung, dass noch heute selbst Historiker voreingenommen sind und Politiker sich immer noch in die Geschichtsschreibung einmischen und damit den Blick verstellen auf das was wirklich passiert ist.

Trotzdem ich selbst über 7 Jahre lang im Geschichtsunterricht immer wieder zum Thema 3. Reich und 2. Weltkrieg informiert wurde und danach viele TV Sendungen gesehen und Literatur zum Thema gelesen haben, sind selbst mir die fünf einfachen Fragen des Autors am Anfang des Buches zu Schlachten, Ideologien, Konzentrationslagern und Schiffskatastrophen nicht leicht gefallen. Einiges konnte ich beantworten, bei anderen Fragen war Rätselraten an der Reihe - an und für sich beschämend, wie ich zugeben muss.

Das Buch versteht sich als ein Versuch korrekte Antworten auf grundlegende Sachfragen zu geben. Es versucht Fakten in einen übergeordneten Kontext zu stellen und es weist niemanden eine Alleinschuld zu.

Dieses Buch ist ein erster Schritt die Fehler nicht nur auf Seiten des 3. Reichs und dessen Ideologie zu suchen, sondern es analysiert genauso die Verhaltenweisen und Muster der Führer der Sowjetunion, der USA, Frankreichs und Groß-Britanniens.

Viele Fakten werden vielfach überhaupt nicht behandelt, die Unterwanderung der britischen Regierung durch Kommunisten, das beginnende Machtstreben der USA, die Ermordung aller polnischen Kommunisten durch Stalin (nicht durch Hitler) und die unglaublichen Säuberungswellen in der UdSSR, welche 100 Millionen Menschen das Leben gekostet haben mögen.

Weder soll die Schuld des Einen vermindert werden, noch ist es gerechtfertigt ein Verbrechen gegen das des Anderen aufzurechnen, doch es mag wie ein Treppenwitz der Geschichte anmuten, wenn der Luftangriff auf Coventry mit 380 Toten ein Verbrechen darstellt, der Angriff auf Hamburg oder beispielsweise Dresden aber kein Verbrechen darstellt - juristisch wie auch moralisch und ethisch sind dies alles Verbrechen gegen die Menschlichkeit gewesen.

Man könnte dieses Buch DIE GROSSE KATASTROPHE von Norman Davies sicherlich noch ausführlicher besprechen und eine sehr eingehende Analyse der sehr umfassenden Arbeit auf 847 Seiten hier veröffentlichen, doch mag diese Rezension dazu dienen einen positiven Eindruck des Buches zu vermitteln.

Jedem Geschichtslehrer und jedem Schüler sei das Buch sehr empfohlen, denn es ist eines der ersten Bücher einer ganz neuen Reihe, welche sich dem Thema sachlich, analytisch und ohne jede politische wie auch philosophische Schranke widmen.

Jede Seite ein Genuss, so wahr und offen wurde selten über das Europa im Krieg gesprochen!

Sehr empfehlenswert!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Diese Rezension beruht auf der englischen Fassung von 2006.

Das Wort Panorama bedeutet soviel wie Gesamtansicht, und darum geht es dem Autor in diesem Buch. Er beklagt, dass es zwar viele geschichtliche Werke gibt, die den großen Krieg in der Mitte des 20. Jahrhunderts behandeln, die Autoren sich jedoch fast immer auf bestimmte Teilspekte des Themas beschränken oder das ganze Geschehen nur von einem - meist nationalen - Standpunkt aus betrachten, sodass auf diese Weise die komplizierten und sich laufend verändernden Beziehungen zwischen den einzelnen Mächten nicht an die Oberfläche gelangen, oder sogar absichtlich verformt werden.

Ein ganz einfaches Beispiel hierfür ist für den Autor die Behandlung von sog. Kriegsverbrechen, die in den meisten Fällen nur den Achsenmächten zugeschrieben werden dürfen, weil solche Taten - etwa im Nürnberger Prozess - so definiert und dadurch einer kritischen historischen Beurteilung entzogen wurden: die Gegner der Achsenmächte können daher keine Kriegsverbrechen begangen haben. Auf diese Weise werden etwa die Luftangriffe auf deutsche oder japanische Städte, die schon allein von ihrem Umfang und ihrer Zahl her weit über die Zerstörung irgendwelcher taktischer Ziele hinausgingen, in eine eigene Kategorie verschoben; ihr zivilen Opfer werden als "Nebenschäden" (auf neudeutsch "collateral damages") abgetan, auch wenn es sich auf gezielte Bombardierungen von Wohngebieten handelte, die etwa im Juli 1943 in Hamburg 40 000 Menschen den Tod brachten.

Eine solche Sichtweise ist für den Autor (und den Rezensenten) schon deswegen unzulässig, weil sie den psychologischen Effekt auf die Überlebenden - Zivilisten wie Soldaten - außer Acht lässt: was verändert sich in der Denkweise eines Frontkämpfers, wenn er vom Tod seiner Frau und seiner Kinder infolge eines Bombenangriffs auf seine Heimatstadt erfährt?

Der Autor ist ein Spezialist für das Gebiet, das im Englischen als "Central Europe" bezeichnet wird (was man keinesfalls mit "Mitteleuropa" gleichsetzen darf). Er verwendet viel Zeit und Mühe darauf, seinen englischsprachigen Lesern, die den 2. WK primär aus britischen oder amerikanischen Filmen kennen, klarzumachen, dass die großen Entscheidungsschlachten fast ausschließlich an der deutschen Ostfront stattfanden - der deutsche Leser weiß das ohnehin, und insofern ist die häufige Wiederholung der entsprechenden Arguments für ihn etwas ermüdend. Jedoch kann auch letzterer aus der Betrachtungsweise des Vf. sehr wesentliche neue Erkenntnisse schöpfen, denn das Buch ist, wie oben erwähnt, ein Panorama und keine simple chronologische Schilderung der Ereignisse.

Der Ablauf des Krieges an seinen verschiedenen Schauplätzen wird zwar korrekt und verständlich geschildert, jedoch wird der Politik der beteiligten Mächte, den Soldaten aller Seiten, den Zivilisten in der Heimat, wie auch den Hauptakteuren gleichviel Raum gewidmet. Norman Davies befasst sich ebenfalls mit der Historiographie in den verschiedenen Ländern und diskutiert die Entwicklung, welche die Geschichtswissenschaft in der Nachkriegszeit genommen hat und auch die verschiedenen Brüche auf diesem Weg. So weist er darauf hin, dass erst zwanzig Jahre nach dem Kriegsende zwei Ereignisse ins Blickfeld der Historiker rückten, die bis dahin fast völlig im Dunkel geblieben waren: das Thema des Holocausts einerseits, die Verbrechen der Sowjetunion andererseits.

Davies' Arbeit macht dem Leser klar, dass es die Aufgabe eines Historikers ist, frühere Ereignisse und deren Darstellung ständig neu zu bewerten und Verbindungen aufzudecken, die übersehen oder vernachlässigt wurden. Der Verlag bemüht sich zwar, Davies vom Vorwurf des Revisionismus freizusprechen, indem er einleitend sagt (meine Übersetzung): "Weit davon entfernt, revisionistische Geschichte zu sein, ist "No simple Victory" dagegen eine klarsichtige Neubeurteilung, die neue Einsichten verschafft, indem sie wohlbekannte Tatsachen neu bewertet und weniger bekannte hervorhebt" - aber was ist geschichtliche Revision, wenn nicht dies?

Liest man die einleitende Beschreibung durch den Verlag bis zum Ende, so steht dort: "Davies' Neubewertung ist eine starke Ermahnung, dass, solange wir nicht die wirklichen Antworten auf grundsätzliche Tatsachen zum 2. WK festgelegt haben, wir die größeren Zusammenhänge nicht beurteilen können". Historiker aller Richtungen haben also auf diesem Gebiet immer noch viel Arbeit vor sich.

So ist es verständlich, dass das letzte Kapitel des Buches nicht, wie üblich,"Conclusions" (Schlussfolgerungen) heißt, sondern "Inconclusions", ein Wort, das es eigentlich im Englischen nicht gibt und das der Vf. von "inconclusive", also "ergebnislos" herleitet. Davies sieht sich hier vielleicht in der Situation des Richters in Lessings Ringparabel, in der es heißt: "So lad ich über tausend, tausend Jahre / sie wiederum vor diesen Stuhl. Da wird / ein weisrer Mann auf diesem Stuhle sitzen, / als ich: und sprechen: Geht!"
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