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Die große Enteignung: Wie die Treuhand eine Volkswirtschaft liquidierte
 
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Die große Enteignung: Wie die Treuhand eine Volkswirtschaft liquidierte [Gebundene Ausgabe]

Otto Köhler
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Das Neue Berlin; Auflage: 1 (10. August 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3360021274
  • ISBN-13: 978-3360021274
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 106.452 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Volkseigentum eine Kategorie, die dem bundesdeutschen Rechtssystem fremd ist. Deshalb rief man zur Wendezeit eilig die Treuhandanstalt ins Leben, um die VEBs der DDR auf marktwirtschaftlichen Kurs zu bringen mit fatalen Folgen. Otto Köhler hat gründlich recherchiert und deckt nicht nur massive Schlampereien auf, sondern die gezielte Ausschaltung von Ost-Betrieben durch West-Unternehmen in Allianz mit der Treuhand. Von wegen »Aufbau Ost« eine erschütternde Bilanz.

Über den Autor

Otto Köhler, geboren 1935, war von 1966 bis 1972 Medienkolumnist des "Spiegel". Er schrieb und schreibt u.a. für "Pardon", "Zeit", "Stern" und "Konkret", ist Mitherausgeber der Zeitschrift "Ossietzky" und arbeitet für den WDR. Otto Köhler, Autor zahlreicher Bücher und Buchbeiträge, lebt bei Hamburg.

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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Thorsten Wiedau HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Ab und zu gibt es auf dem deutschen Buchmarkt unbequeme Bücher, wenn dazu so ein Buch auch noch eine Neuauflage erfährt, ist es doch zugegeben interessant so ein Buch einmal in die Hand zu nehmen und zu lesen was es bietet. DIE GROSSE ENTEIGUNG von Otto Köhler, welcher im Übrigen nicht mit Horst Köhler - dem ehemaligen Bundespräsidenten - verwandt ist, berichtet über eine Firma die nie eine war und die doch zu den mächtigsten Instrumenten Deutschlands nach den IG Farben gehörte: die TREUHAND. Wer erinnert sich noch an dieses Objekt der Begierde oder war die Begierde eher auf das Vermögen der DDR gerichtet? Ein Schelm wer Böses dabei denkt...

Also es muss schon wahr sein was Otto Köhler da in seinem Buch DIE GROSSE ENTEIGUNG schreibt, sonst wäre das Buch schon bei seiner Erstauflage 1994 mit einem verbot belegt worden oder zumindest hätte es eine Unterlassungsaufforderung gegeben.

Doch was schreibt denn Otto Köhler so Brisantes? Ganz lapidar berichtet er über die Erschaffung eines Ungeheuers, der Treuhand, der Liquidierung und Verschleuderung eines Volksvermögens, dem arm - rechnen eines ganzen Staates und dem Auftürmen von Schulden wo es nur ging. Bizarr das Vorgehen der Kali Salz AG und ihres DDR Gegenstücks, wobei die Treuhand fast alle Schulden und Verluste übernahm, die BASF aber maßgeblich die Gewinne - in toller Vertrag, dass muß man den Wirtschaftsbossen schon zugestehen.

Doch auch die Rolle seines Namensvetters, Horst Köhler (alias Kobra), später Bundespräsident und vielen der Vorsitzenden der Treuhand, gibt das Buch eine transparente und sehr interessante Auskunft.

Der Verweis auf die von Hermann Göring geleitete Treuhand Ost mag schräg sein, doch das es schon einmal eine Treuhand gab, lässt tief blicken. Die Treuhand entwickelte sich für wenige zu einer wahren Goldgrube, doch den meisten war sie suspekt, warum wohl - die inneren Antriebe waren doch bestenfalls privater Natur, helfen wollte man nur af dem Papier - den Begriff abgewickelt darf man getrost mit der Treuhand und dem verschleuderten DDR Vermögen verbinden.

Insbesondere die zynischen und mitunter giftigen Seitenhiebe und Kommentare zu Mitarbeitern und Entscheidungsträgern die nicht konform sein wollten - lassen sehr tief blicken und zeigen auf das hier Kräfte am Werk waren denen man sich besser nicht in den weg stellen sollte. Jedoch darf, dank Pressefreiheit, darüber gesprochen werden.

Humor ist wenn man trotzdem lacht - falls Historiker dereinst einmal die Treuhand unter die die sprichwörtliche Lupe nehmen werden, wird dieses unbequeme Buch bestimmt einiges Erhellendes dazu beitragen.

Im Übrigen habe ich das Buch am 03.10.2011 gelesen, dem Tag der Deutschen Einheit - ich dachte das ist ein sehr passendes Datum für so ein Buch... geschmunzelt habe ich allerdings dann doch sehr, als im Radio es hieß, die zentrale Feier in Bonn würde mit geladenen Gästen (abgeschirmt mit Sicherheitskräften) aber ohne Volksbeteiligung vonstatten gehen - später war dann das Volk auch wieder zugelassen - ein Schelm wer Böses dabei denkt...

Empfehlenswert!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eine gelungene Beschreibung der damaligen Kolonialisierung der DDR-Betriebe und deren
Ausverkauf für einen nicht mal Silberling an die westlichen Unternehmen. Weg war die
eventuelle Konkurrenz. Aus!!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Eigentlich sollte das jeder Deutsche lesen bzw. gelesen haben. Ich bin trotz allem froh, über die Wiedervereinigung. Dennoch muss es erlaubt sein, Missstände beim Namen zu nennen und solchen Missständen widmet sich dieses Buch. Man muss es lesen, um seine Lehren für die Zukunft daraus ziehen zu können. Eine Lehre sollte sein, den Mächtigen noch stärker auf die Finger zu schauen und mehr zu hinterfragen. Für die ostdeutschen Betriebe können wir nichts mehr tun, aber wenn mittlerweile Empfehlungen ausgesprochen werden, die Griechen mögen eine Treuhand nach deutschem Vorbild errichten, um Staatseigentum zu privatisieren, dann kann ich den Griechen nur raten: "Lest dieses Buch und hütet euch vor so manchem 'gut gemeinten' Ratschlag"!
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