Das Buch bietet eine interessante Einführung in den Zen-Buddhismus, die mit vielen Beispielen und Zitaten versehen ist. Es werden verschiedenen Fragen diskutiert wie "Was ist Zen?", "Ist Zen nihilistisch?", "Ist Zen unlogisch?" und die Bedeutung des "Koans" dargestellt, sowie Einblicke in das Leben als Zen-Mönch ermöglicht. Im Großen und Ganzen werden in diesem Buch wichtige Zusammenhänge ins rechte Licht gerückt (vorallem, was das Verständnis Koans angeht). Manchmal ist er dann doch ein bisschen merkwürdig, bzw. altertümlich, wenn z.B. von kraftvoller Männlichkeit früher Zen-Meisters gesprochen wird. Dabei waren diese nicht etwa besonders gut im Bett - sondern sind nur besonders streng erzogen worden und waren in der Folge auch zeimlich streng mit anderen. Diese Wortwahl ist hoffentlich wohl eher vor dem Hintergrund einiger historischer Bemerkungen so ausgefallen. Zen ist natürlich auch Frauen zugänglich... wenngleich das kein Thema des Buches darstellt.
Besonders lesenswert wird das Buch nach meiner Meinung durch das Kapitel "Zen unlogisch", das sehr treffend die Beziehung zwischen Lebenskunst und Logik darstellt und in vollkommenen Widerspruch zu unserem westlichen Denken steht. Allein diese Kapitel lohnt die Anschaffung des Buches, auch für denjenigen, der meint, schon das Wichtigste über Zen gelesen zu haben.
Nun noch ein Kommentar zu dem Vorwort von C. G. Jung (immerhin 37 Seiten in meiner Ausgabe).
Dies ist meiner Ansicht nach kaum das Papier wert auf dem es geschrieben steht. Da gibt er einerseits zu , daß der Zen-Zustand nicht in Worte gefasst werden kann und behauptet andererseits dann aber kühn, daß der westliche Mensch unmöglich in der Lage sei, Zen zu praktizieren. Sehr deutlich wird jedenfalls , daß Jung, der ja wohl auch "westlich" war, nicht weiß, wo von er spricht. Dennoch kann er (vermutlich weil er ein besonders guter Psychoanalytiker gewesen ist) schon mal feststellen, dass er weiß, wer Zen erfahren kann und wer nicht. Und damit nicht genug, er schreibt, er halte es für seine Pflicht, dem Europäer (der ja nicht erfahren könne, was Zen ist) zu zeigen, wo bei uns der Eingang zum Zen ist. Zusammengefaßt hieße dies:
Ein Blinder will uns zum Eingang eines Landes führen, das er nicht kennt und das wir seiner eigenen Meinung nach auch nicht betreten können. (Klingt doch fast schon wie ein Koan.)
Da wir dann auch noch ein bisschen übers Unbewusste spekuliert und erklärt wie es mittels Verdrängung zum Satori (Erweckungserlebnis) kommt. Hätte er doch besser geschwiegen, denn nach Jungs Einleitung will man das Buch eigentlich gleich wieder weglegen. Ich empfehle einfach drüber zu blättern oder es allenfalls hinterher zu lesen, denn das eigentliche Buch gehört sicherlich zu den besseren Werken zum Thema.
Für Interessierte, die sich dem Thema weiter annähern wollen. empfehle ich mal die Werke von Jiddu Krishnamurti zum Beispiel "Jenseits der Gewalt". Krishnamurti entstammt zwar nicht der Zen-Kultur aber die Parallelen zum Zen sind verblüffend. Gerade in Suzukis Buch wird dies besonders deutlich.