Tonio Hölscher zeigt die Entwicklung der griechischen Kunst, ausgehend von der vorarchaischen Zeit bis zum Hellenismus. Hierbei geht er auf die Bedeutung der Kunstwerke in jener Zeit ein. Anders als heute, wo man Objekte in Museen mit einem historischen Rückblick bewundert, waren diese nach ihrer Erschaffung ein Teil des antiken Lebens. Die Bildwerke bewirkten in der Antike, dass die dargestellten Wesen und Gegenstände präsent waren. Neben der physischen Präsenz besassen die Bildwerke ebenfalls einen ethischen Wert. Verschiedene Lebensbereiche wie Krieg, Jagd, Erotik, Politik oder die Welt der Toten wurden so thematisiert. Der vorherrschende Götterkult wurde ebenfalls durch die Kunst lebhaft. Hier flossen ebenfalls Themen der Mythenwelt ein.
Die Entwicklung der griechischen Kunst läuft durch 3 Epochen : Archaik, Klassik und Hellenismus. Diese Phasen verlaufen parallel mit der politischen Entwicklung, wo anfängliche kleine demokratische Stadtstaaten später von grossen Flächenstaaten mit einem Herrscher abgelöst werden.
Thematisch steht die Darstellung des Menschen im Mittelpunkt, wobei der durchtrainierte Athlet das Idealbild darstellt. Man frönt dem Körperkult, welcher durch Training am Gymnasion optimiert wird. Zielte man in der Klassik auf Perfektion, wo die Skulpturen in der richtigen Pose dargestellt wurden, so wird im Hellenismus eine lebendigere Darstellung erreicht. Die Bildwerke werden hier realistisch dargestellt, wobei die Personen oder Wesen lebendig wirken. Die Wirklichkeit ersetzt das Ideal. Negative gesellschaftliche Erscheinungen werden so ebenfalls dargestellt, wie z.B. die Trunkenheit durch alte, von der Sucht entstellte Personen.
Äussere Faktoren fliessen ebenfalls in der Kunst ein. Anfangs dominieren orientalische Einflüsse, wo Elemente aus dem Osten wie beispielsweise Darstellungen von Greifen übernommen wurden. Mit den Perserkriegen avancierte der Orient zum Feindbild, was sich in der Kunst mit Kriegsszenen wiederspiegelt. Während des Hellenismus wurde das persische Feindbild dann durch das keltische ersetzt, bedingt durch die Kelteneinfälle in die griechischen Staaten.
Hölscher geht auf alle dieser Facetten ein. Anhand von Illustrationen werden die Tendenzen jeweils erläutert. Für Laien oder Kunstliebhaber ein gutes Einstiegswerk.