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Die grauen Seelen
 
 

Die grauen Seelen [Kindle Edition]

Philippe Claudel
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (36 Kundenrezensionen)

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Der Anfang fängt dem Ich-Erzähler in Philippe Claudels Roman Die grauen Seelen deutlich schwer. „Ich weiß nicht genau, wo ich beginnen soll“, lautet sein erster Satz: „Da ist all die vergangene Zeit, die die Worte nicht hervorholen werden, da sind die Gesichter, das Lächeln, die Wunden. Dennoch muss ich versuchen auszusprechen, was seit über zwanzig Jahren mein Herz nicht zur Ruhe kommen lässt.“

Dann aber sprudelt es doch heraus aus ihm: Die Geschichte vom grausamen Mord an der bezaubernden Tochter des Gastwirts, der das erinnerte Lächeln gehört und die die Dorfgemeinschaft im Osten Frankreichs im Jahr 1917 mehr erschüttert als das Schlachten an der Front des Ersten Weltkriegs. Gerade einmal zehn Jahre war sie alt, diese „Belle de jour“, als sie erdrosselt wurde, und ihr Tod ist doch unweigerlich mit der Grausamkeit der Zeit verknüpft. Das wird dem Ich-Erzähler immer klarer, je mehr er versucht, hinter das Geheimnis des Verbrechens und hinter die Masken der „grauen Seelen“ im Dorf zu kommen. Hinter die Maske des einsamen Staatsanwalts zum Beispiel. Oder hinter die Maske der wunderschönen Lehrerin, die ihrem Geliebten verfallen ist...

Bei seinem Erscheinen waren Die grauen Seelen der Sensationserfolg im französischen Bücherherbst. Jetzt könnte er es auch in Deutschland werden. Denn das Buch ist derart packend und atmosphärisch dicht geschrieben, dass man keine Seite davon missen möchte. Nur, leider: es ist viel zu schmal. -- Isa Gerck

Pressestimmen

"Voilà: Ein wundervoller Roman, wie man sonst keinen mehr zu lesen bekommt. Weil keiner mehr so wunderbar schreibt." (Le Nouvel Observateur)

"Claudel schreibt mit dem Skalpell, um die Seele unter der Haut leichter freilegen zu können. Dieser Roman rührt, überwältigt, bringt einen aus der Fassung." (L'Express)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Glanzleistung 14. Mai 2007
Format:Taschenbuch
Schon die ersten Worte ziehen einen in ihren Bann, düster-melancholisch und gleichzeitig leicht und elegant zeichnet der Autor das Bild einer kleinen französischen Stadt und ihren kleinen und grossen Tragödien zwischen Ende des 19. Jahrhundert bis nach Ende des 1.Weltkrieges.

Gespannt und teilweise ungeduldig der Auflösung des einzigen Mordes entgegenfiebernd habe ich dieses Buch in nur einem Tag verschlungen, die "grauen Seelen" des Ortes werden detailgetreu beleuchtet, einige könnten Schuldige am Mord der Kleinen Belle de Jour sein,welche erwürgt aufgefunden wird.

Geschickt wechselt Claudel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, berichtet von tragischer Liebe und Tod, von Korruption und Vertuschung, vom Krieg und Leid, klärt immer nur ein Teil des Puzzles auf.

Die Seelen des Ortes, z.B die wunderschöne junge Lehrerin, der ältliche Staatsanwalt,der alleine in einem Schloss lebt, der Wirt und Vater der kleinen Ermordeten und natürlich der Erzähler selbst, ein junger Polizist und seine schwangere Frau, sind miteinander verwebt, ihre Lebensgeschichten jeweils Teil der Gesamtgeschichte, die man wirklich erst zum Ende hin richtig erfasst, wenn der Mord seine überraschende Auflösung findet, eine echte Glanzleistung..
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von B. Preuschoff TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Auf Basis der Empfehlung einer Buchhändlerin gekauft und nun im wahrsten Sinne des Wortes erschlagen - so kann man es ungefähr beschreiben.

Ein faszinierendes Buch, in dem Trauer, Wut, Verzweiflung, Aufgabe in solcher Tiefe beschrieben werden - und doch entstehen sie ursprünglich aus Liebe, Glück, Faszination, Träumen. Dieses wunderbare Bild des Lebens beschreibt Claudel in einem Reigen von Wörtern, dem man sich nicht entziehen kann und in dem die Kriminalgeschichte "nur" das Gerüst liefert. In der Tat legt man dieses Werk nach der letzten Zeile weg und denkt über vieles im eigenen Leben nach.

Ich lese sehr viel und Bücher unterschiedlichster Coleur - aber es gibt wenige, die mich so beeindruckt haben.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Wolfgang Stroebl TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Die grauen Seelen", ein Roman von Philippe Claudel, Jahrgang 1962, war im Jahr 2003 ein Sensationserfolg in Frankreich. Das ungewöhnliche Buch ist jetzt auch im deutschen Sprachraum - nicht zuletzt der sensiblen Übersetzung von Christiane Seiler wegen - recht erfolgreich. Ein Erfolg, der in unserer Zeit vermutlich nicht von ungefähr kommt.
Der Titel ist hier Programm : Die Farbe Grau liegt zwischen dem unschuldigen Weiß und dem düsteren Schwarz, zwischen Hell und Dunkel. Offensichtlich gibt es in unserer Zeit, die so rasch bei der Hand ist mit schnellen Problemlösungen, doch auch einen Bedarf an Zwischentönen. Diese Zwischentöne klingen im Roman überall an: in der getrübten Idylle der französischen Kleinstadt, die 1917 vom Donnern der Geschütze an der naheliegenden Kriegsfront übertönt wird; in den nach außen makellosen Fassaden mancher Mitbürger, die doch allesamt ihr Geheimnis hüten; in der grauen Melancholie der Erinnerungen des Ich-Erzählers. Das Grau des Nebels umgibt schließlich auch die "Aufklärung" des Falles, der letztlich doch irgendwie unklar bleibt.
Der Text ist - obwohl zwei Morde passieren - sicher kein Kriminalroman, sondern die Beschreibung einer in Regelwerk und Lieblosigkeit erstarrten Gesellschaft. Und genau diese bereitet den Boden vor für die Apokalypse - den Krieg. So betrachtet, ist der Erste Weltkrieg hier sicherlich nicht nur der "pittoreske" Rahmen der Romanhandlung.
Philippe Claudel hat für seine Geschichte die passende Sprache zur Verfügung: kürzere Sätze, die oft zu schweben scheinen, aber sich manchmal auch zu emotionalen Höhepunkten verdichten.
Ein beachtenswertes Buch, lesenswert allemal, wenn auch die Welt nach der Lektüre für ein paar Stunden recht grau erscheint.
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Graue Geschichte
Ein literarisch gutes Buch, aber ansonsten etwas seltsam, zu langatmig. Die Personen erscheinen grau und bleiben trotz der Verbrechen unbeteiligt. Nicht ganz mein Ding.
Veröffentlicht am 6. Februar 2010 von Angie Bookheart
Tiefer Einblick in die Seelen
Die Geschichte beginnt mit einem Mord an einem kleinen Mädchen im Winter 1917. Dennoch ist "Die grauen Seelen" kein Kriminalroman. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 20. Dezember 2009 von Alexa
großartige Erzählung
Das Buch hat mich sehr beeindruckt, es ist spannend und poetisch erzählt. Ein sehr ernster Inhalt: die Mehrschichtigkeit der Charaktere, unsere verschiedenen Seiten, es gibt... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. April 2009 von Maria Conlan
Fantastisch erzählt, finsterer Nachklang
Endlich ein wirklich gut geschriebenes Buch! Philippe Claudel ist ein Meister der Bilder. Es ist weder ein richtiger Krimi, noch ein Anti-Kriegs-Roman, hat aber von allem etwas. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Februar 2009 von Xnedra
super buch
ein fantastisches buch, unglaublich traurig, tod und trauer reell, null geschmalze, super sprache, klasse protagonisten.
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