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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine wunderbare, moderne Geschichtenwelt, 2. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Die geschenkte Nacht (Gebundene Ausgabe)
Rana Dasgupta ist ein noch junger Autor, der mit seinem ersten Roman "Die geschenkte Nacht" großes Aufsehen in Indien erregt hat. Er ist in England geboren, hat in Frankreich studiert und lebt heute in Neu - Delhi. Sein Roman handelt von einer fehl gelandeten Reisegesellschaft, deren Weiterflug nach Tokio sich um eine ganze Nacht verzögert. Bis auf dreizehn Reisende können alle in Hotels untergebracht werden. Diese dreizehn bleiben stumm, bis einer der Gestrandeten meint, man kenne sich zu wenig, um schweigend die Zeit zu verbringen; man wolle sich Geschichten erzählen. Und nun beginnt eine wahre Kaskade an delikaten, wundersamen und einmaligen Geschichten. Teils sind sie wie aus Tausend und eine Nacht, märchenhaft und berauschend. Dann wieder beginnt eine Geschichte futoristisch und in der Art von science fiction, gelegentlich auch kafkaesk, den Leser in seinen Bann zu schlagen. Unglaublich sind die erdachten Geschichten, teilweise archaischen Lebensweisheiten entnommen, manche traurig und anrührend, eine aber so gut wie die andere. Der Einfallsreichtum und die Lebendigkeit, mit der eine Geschichte um die andere sich aneinander reiht, sucht ihresgleichen. Dabei begegnet sich die alte orientalische Zeit mit unserer heutigen westlichen Welt. Ganz sicher ist das Talent des Autors von den gegensätzlichen Welten, in denen er gelebt und aufgewachsen ist, geprägt. Rana Dasgupta ist ein großes Erzähltalent, das es für uns LserInnen zu entdecken gilt!
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Märchen moderner Migranten, 28. Februar 2008
Das Buch schwebt zwischen Tradition und Moderne: Einerseits ist das Thema - 13 Menschen sitzen gemeinsam an einem ungastlichen Ort fest und erzählen sich Geschichten, um irgendwie die Nacht zu überstehen - ein sehr altes. Sich die Zeit mit dem Erzählen von Märchen und unglaublichen Begebenheiten zu vertreiben erinnert an Zeiten, die vor der Ära des Flimmerkastens liegen. Andererseits ist allen Geschichten (trotz ihrer märchenartigen Erzählweise und teils offen zutage tretender Märchenmotive) eine extreme Modernität gemeinsam. Immer wieder wird man an Gentechnik, elektronische Überwachung, soziale Ungleichheit und zusammenbrechende zwischenmenschliche Netzwerke angesichts einer globalisierten Welt erinnert. Die Helden reisen in Flugzeugen und schnellen Wagen, verkaufen Erinnerungen auf DVD und surfen im Internet - trotzdem fühlt man sich, wie der Buchrücken verspricht, in die Nähe der Geschichten aus 1001 Nacht gerückt. Das Buch ist wirklich gelungen, weil es in schön zurechtgeschnittenen Häppchen blendend unterhält, uns die Schrecken und Chancen unserer Welt vorhält und behauptet, daß es bei uns eigentlich gar nicht einmal so anders zugeht als im Märchen. Wir haben nur verlernt, das Phantastische unseres Lebens zu sehen - doch dafür gibt es ja Rana Dasguptas Figuren, die es stellvertretend für den Leser entdecken und mit ganz großen Augen durch eine Welt ziehen, in der Schneewittchen in einer südamerikanischen Kühltruhe schläft, polnische Bettüberwürfe Unfruchtbarkeit beheben und türkische Zimmermädchen von einem geklonten Blaubart verführt werden. Die Tragik, der Ernst und das Wunder des 21. Jahrhunderts schlummern in diesen Erzählungen. Sehr empfehlenswert!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Fabulierkunst ist etwas anderes, 9. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Die geschenkte Nacht (Gebundene Ausgabe)
Eines vorweg: Ich habe das Buch - als eines der wenigen von den vielen Bücher, die durch meine Hände und meinen Kopf gehen - bei der elften von dreizehn Geschichten, die es enthält abgebrochen, ergo nicht zu Ende gelesen. Sein Inhalt hat den Weg in mein Herz nicht gefunden. Irgendwann langweilte mich Dasguptas Erzählstil zu sehr. Da habe ich schon weitaus bessere Kurzgeschichten gelesen. Aber in diesem Buch wirken viele der, bis auf ihre Einheit der verschiedenen Länderthemen mit denen sie spielen, wahllos aneinander gereihten Shortstories ziemlich gehetzt. Und auch ein Teilbereich des Ödipus-Themas (Protagonist 1 trifft Protagonist 2, mit dem er/sie mehr zu tun hat, verwandt ist, etc. als er/sie ahnt/weiß) wird in zu vielen der Geschichten verwendet und so im Gesamtverlauf des Buches überstrapaziert. Das schön gestaltete Cover führt ein wenig in die Irre - denn märchenhaft ist etwas Anderes und Fabulierkunst auch. M.E. legt Dasgupta mit diesem Werk bestimmt keine Weltliteratur vor, dennoch lässt sich über Geschmack trefflich streiten, wie die anderen Rezensenten mit Ihren Einschätzungen tatsächlich unter Beweis stellen. Wem es also gefällt (und es gibt Schlimmeres): Bitteschön.
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