Rana Dasgupta ist ein noch junger Autor, der mit seinem ersten Roman "Die geschenkte Nacht" großes Aufsehen in Indien erregt hat. Er ist in England geboren, hat in Frankreich studiert und lebt heute in Neu - Delhi.
Sein Roman handelt von einer fehl gelandeten Reisegesellschaft, deren Weiterflug nach Tokio sich um eine ganze Nacht verzögert. Bis auf dreizehn Reisende können alle in Hotels untergebracht werden. Diese dreizehn bleiben stumm, bis einer der Gestrandeten meint, man kenne sich zu wenig, um schweigend die Zeit zu verbringen; man wolle sich Geschichten erzählen.
Und nun beginnt eine wahre Kaskade an delikaten, wundersamen und einmaligen Geschichten.
Teils sind sie wie aus Tausend und eine Nacht, märchenhaft und berauschend. Dann wieder beginnt eine Geschichte futoristisch und in der Art von science fiction, gelegentlich auch kafkaesk, den Leser in seinen Bann zu schlagen. Unglaublich sind die erdachten Geschichten, teilweise archaischen Lebensweisheiten entnommen, manche traurig und anrührend, eine aber so gut wie die andere. Der Einfallsreichtum und die Lebendigkeit, mit der eine Geschichte um die andere sich aneinander reiht, sucht ihresgleichen. Dabei begegnet sich die alte orientalische Zeit mit unserer heutigen westlichen Welt. Ganz sicher ist das Talent des Autors von den gegensätzlichen Welten, in denen er gelebt und aufgewachsen ist, geprägt.
Rana Dasgupta ist ein großes Erzähltalent, das es für uns LserInnen zu entdecken gilt!