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Die geschützten Männer.
 
 
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Die geschützten Männer. [Taschenbuch]

Robert Merle
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch, 1992 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 350 Seiten
  • Verlag: Goldmann; Auflage: 7. Auflage dieser Ausg. (1992)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442083508
  • ISBN-13: 978-3442083503
  • Größe und/oder Gewicht: 18,7 x 11,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 351.201 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Robert Merle
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Aus der Amazon.de-Redaktion

In den USA des 21. Jahrhunderts rafft ein Virus namens Enzephalitis 16 fast alle Männer, darunter auch den Präsidenten der USA, dahin. Sarah Bedford, die neue Präsidentin der USA, beginnt eine feministische Diktatur zu errichten, die nach denselben Regeln funktioniert, nach der zuvor Frauen von Männern unterdrückt wurden. Währenddessen wird der Erzähler Dr. Martinelli vom Helsingforth-Konzern engagiert, in Blueville ein Laboratorium für virologische Forschungen zu leiten und ein Gegenmittel zu entwerfen. Damit gehört er zu einer Gruppe von geschützten Männern, die von der Welt in einer Art Lager isoliert sind. Das Lager ist nach einem rassistischen Kastensystem organisiert: "Ich komme mir wie ein farbiger Leutnant vor, der eine Abteilung weißer Soldaten befehligt. Man gehorcht mir und verachtet mich." Die tagebuchartigen Notizen bieten eine augezeichnete Innensicht der Diktatur und beschreiben mit vielen Nuancen die schwierigen Beziehungen der Geschlechter untereinander: "Es gibt nichts Unschuldiges mehr, keine Haltung, keine einzige Geste, keinen Blick. Sogar der Blick, der den anderen meidet, wird verdächtig." Das Leben im Lager wird zum Spiegelbild der menschenunwürdigen politischen Ereignisse. Martinelli beschreibt Ausflüge, bei denen zwei bewaffnete Milizionärinnen dabei sein müssen, den gegenseitigen Haß zwischen seinen Mitarbeitern und ihm oder auch ein briefliches Duell mit der scheinbar übermächtigen Direktorin Hilda Helsingforth. Politische Hintergründe ergänzen die Reflektionen Martinellis: Berichte über die Entmachtung der Presse, Gleichschaltung des Kongresses oder bizarre neue Kasten, die in diesem politischen Klima enstehen. Als der Helsingforth Konzern das lebensrettende Serum nicht mehr wirklich produzieren will, wird Martinelli mit dem Geheimbund des WIR bekannt gemacht, einer Widerstandsgruppe, die mit Hilfe des Serums die Diktatur stürzen will.

Eine spannende Handlung, immer wieder genaue psychologische Reflexionen, unerwartete Wendungen, Geheimnisse und Enthüllungen und am Ende ein packendes Katz- und Mausspiel, in dem kein Unsicherheitsfaktor ausgespart wird, sorgen in diesem Buch für ein ungetrübtes Lesevergnügen. Reizvoll ist der Roman vor allem durch die Außenseiterposition des Erzählers, dessen geschärftes kritisches Bewußtsein genaue Beschreibungen auch der undurchschaubarsten politischen Hintergründe garantiert. Die Ereignisse sind so facettenreich und bieten so viele interessante zwischenmenschliche Details, daß der Roman trotz seiner 430 Seiten nie langweilig wird. Im größtenteils anspruchlosen Science-fiction Dschungel ist Die geschützten Männer eine positive Überraschung, will er doch offenbar durch Darstellung einer feministischen Diktatur Unterdrückungsmechanismen in der heutigen Zeit bloßlegen und für eine wahre Gleichheit der Geschlechter plädieren. --Christoph Steven

Über den Autor

Robert Merle, geboren 1908 in Tebessa/Algerien. Nach Schule und Studium in Frankreich war er von 1940 bis 1943 in deutscher Kriegsgefangenschaft. Romanveröffentlichungen, Auszeichnung 1949 mit dem Prix Goncourt. Der Autor verstarb am 28.03.2004.

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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von S. Schaaf
Format:Taschenbuch
Amerika: Auf der Straße fallen reihenweise Männer ins Koma und sterben kurz darauf. Ursache dafür ist die von Dr. Martinelli entdeckte Enzephalitis 16, die alle zeugungsfähigen Männer befallen kann und binnen 1 Woche zum Tod führt. Die Epidemie verbreitet sich rasend schnell und viele Männer entschließen sich zur Kastration, da diese der einzige wirksame Schutz ist. Dr. Martinelli wird zum Protected Man erklärt und nach Blueville gebracht um dort an einem Impfstoff zu forschen. Die Macht im Land ist mittlerweile fest in weiblicher Hand, auch Blueville, eine Schutzzone mit festen Hierarchien und Verhaltensregeln. Als zeugungsfähiger Mann steht Dr. Martinelli am untersten Ende der sozialen Ordnung. Es gibt allerdings eine Untergrundbewegung gegen die diktatorische Herrschaft der Präsidentin der USA, die ebenfalls an Dr. Martinelli interessiert ist und ihn für ihre Zwecke benutzt.
Robert Merle breitet ein Szenario aus, welches grotesk anmutet aber in der Konsequenz mit der er es ausarbeitet erschreckend ist.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Die Vorstellung, eine geheimnisvolle Krankheit rafft alle zeugungsfähigen Männer dahin, weckt beim männlichen Geschlecht sicher die Urangst an sich: zu versagen, seine Potenz zu verlieren, nicht mehr „Mann" sein ... dadurch vielleicht gar von Frauen unterdrückt werden. In Robert Merle's „Die geschützten Männer" ist dies nicht nur eine Vision. Männer sterben wie die Fliegen, Frauen stürzen sich auf alles, was auch nur entfernt an einen Mann erinnert. Da werden selbst Greise zum Sex gezwungen. Dr. Martinelli, noch voll zeugungsfähig, wird ins Asyl geschickt um ein männerrettendes Serum zu erfinden. Das Forschungscamp, welches von Frauen geleitet und beschützt wird, zeigt eine totale Überwachung a la „1984" und läßt Dr. Martinelli immer öfter über eine Flucht nachdenken.

Robert Merle kommt auch in diesem Buch wieder anspruchsvoll und prosaisch dem Unterhaltungsbedürfnis seiner Leser entgegen. Der spannende Roman läßt in seiner Thematik die Frau verschmitzt schmunzeln. Geschlechterfrage, Emanzipation der Frau stehen hier im Vordergrund und sollte den machohaften Mann doch sehr ins Grübeln bringen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)

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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Preiswürdig 11. Dezember 2004
Format:Taschenbuch
Okay, der Literatur-Nobelpreis wäre wohl etwas zu hoch gegriffen. Dennoch halte ich "Die geschützten Männer" für ein grandios spannendes und nachdenklich machendes Werk, das einer weiteren Auszeichnung des Autors (nach dem Prix Goncourt) würdig wäre. Gerade dieser beklemmende Automatismus des gesellschaflichen Verfalls unter der egoistischen und Menschenwürde verachtenden Diktatur der Herrscherinnen nimmt den Leser mit steigender Seitenzahl gefangen in seiner Anteilnahme um das Schicksal des "Helden" Dr. Martinelli. Sicherlich eine Utopie. Klar wird jedoch, dass Feminismus in dieser Form sicher niemals erstrebenswert ist.

Das Buch liest sich in Schilderung der Handlung und Sprachstil wie ein Thriller aus der Feder eines zeitgenössischen "jungen" Autors. Umso bemerkenswerter ist, dass Robert Merle, geboren 1908 in Algerien, dieses Buch bereits in den frühen 70er-Jahren geschrieben hat und damals schon über 60 Jahre alt war. Für jene Zeit und Generation ein außerordentlich moderner Roman.

Wenn Kritik, dann allenfalls an dem etwas süßlichen Finale. Etwas weniger Heile Welt am Ende wäre meines Erachtens besser gewesen.

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