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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
41 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Schräge Endzeitstory voller Aber und Witz,
Von Taklamahan (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die gelöschte Welt: Roman (Taschenbuch)
Zur Story:Durch den Einsatz von speziellen Waffen, die auf eine sehr ungewöhnliche Weise gezielt Menschen verschwinden lassen und als Nebeneffekt Materie in ein Zeug mit höchst skurrilen Nebenwirkungen verwandelt, verschwindet die Welt, wie wir sie kennen in einem letzten Krieg, der im Buch als "grosse Löschung" bezeichnet wird. Die Überlebenden haben sich entlang einer Pipeline niedergelassen, die regelmässig das ominöse Produkt FOX versprüht, mit welchem ein Überleben innerhalb eines beschränkten Radius rund um die Pipeline und einigen Nebenrohren möglich ist. Jenseits einer bestimmten Zone des Übergangs befindet sich ein aktives Niemandsland der Effekte, hausen merkwürdige "Leute, die keine Leute sind". Ein Brand in einem Pumpwerk der Pipeline erfordert den vollen Einsatz vom Ich-Erzähler der Story und seinen bizarren Kumpanen, denen im Laufe der Geschichte noch weitere, ebenso aberwitzige Figuren begegnen. Die Löschaktion ist der Auftakt eines wahren Strudels von schrägen Erlebnissen, die zu den Hintergründen der Pipeline, ihren Erbauern und deren Absichten führen. Eingeliedert in diese Rahmenhandlung ist ein markant langer Rückblick (mehrere Kapitel) über den Werdegang des Ich-Erzählers, seinem Freund Gonzo und die vielfältigen Ursachen, die schliesslich zur "Grossen Löschung" führen. Die Geschichte wirkt wie ein überdrehtes Brainstorming-Projekt, in welchem der Autor alle literarischen und filmischen Einflüsse seines eigenen Lebens zu einem wilden Genre-Mix zusammenzelebrierte. Das Buch ist ein Sturm der Originalität und erinnert den SF- und Fantasy-Fan so ziemlich an alles, was er sonst mal irgendwo im Fernsehen sah oder in Büchern und Heften las, einschliesslich der Comics von Marvel und Richard Corben. Die düstere Hintergrundstimmung der Haupthandlung assoziiert man schnell mit "Matrix", die Akteure jedoch eher mit den schrillen "Mad Max"-Figuren, die Handlung verwendet viele Elemente der SF-Romane der 70er Jahre, der schräge Humor begegnete dem Leser in ähnlicher Weise schon in "Per Anhalter durch die Galaxis", die hohe Kunst des Schwafelns wird zugleich in einer Weise demonstriert, wie es schon Stephen King vormachte: Labern kreuz und quer durch Geschichten, Neben-und Danebengeschichten, dass der Leser gleichzeitig in den Bann gezogen und überfordert("Muss ich mir das antun?") abgestossen wird. Das Labern im Buch geschieht höchst launig.Das Ausufern bewegt sich konsequent zwischen epischer Langeweile und semantischer Hochspannung. Der Autor dreht seinen Schalter für flüssigen Einfallsreichtum auf halbliterarischem Niveau voll auf. Das gefällt überwiegend.Und tut gut. Beim Lesen des Buches hat man den Eindruck, man hockt zusammen mit Nick Harkaway an der verschliessen Holztheke eines lärmigen Pubs, hat nun, eine Stunde vor Mitternacht, schon sein drittes Bierchen intus, während der hochgradig gut gelaunte und durch einige Guinness kreativ berauschte Autor neben einem meist lachend, aber immer mindestens schelmisch grinsend und bei pikanten Details und aberwitzigen Nebendetails mit den Augen leuchtfeuerhaft strahlend seine STORY erzählt, auf eine Weise, fast ohne Punkt und Komma, dass wir als sein willenloser Thekenkumpel wie hypnotisiert lauschen, mitfiebern, querhängen und hoffnungslos an seinem scheinbar nimmermüden Mund kleben und uns weniger von der Geschichte, als vielmehr vom konstanten Stimmungshoch des gestikulierenden Erzählers neben uns mitreissen lassen, dessen Auf- und Ab von Worten und Handbewegungen uns solange gute Laune verspricht wie es uns gelingt durchzuhalten, hinzuhalten, mitzulachen, wissend, ja sogar hoffend, dass der kleine grosse Nick neben uns bis morgen früh, in einer Entfernung also von noch etwa 6 Guinness, gar nicht mehr aufhören kann zu reden, zu wortspielen, lustige Vergleiche und noch mehr lustige Personen erfindend, die wie von selbst aus seiner gute Laune herauskristallisieren, mühelos, uferlos, und uns, in unserer wohligen Passivität an der schon Bett gewordenen Theke, zu einer nie endenden Nacht der Worte dahinträumen lassen. Fazit: Trotz einiger Längen hat das Buch einen grossen Unterhaltungswert und ist in seiner Frische und hingeschmissenen Sprachvirtuosität einzigartig. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gaiman meets Lukianenko meets Matt Ruff,
Rezension bezieht sich auf: Die gelöschte Welt: Roman (Taschenbuch)
Wer einen Sci-Fi Roman im klassischen Stil mit Laserwaffen oder eine Endzeit-Story im Stile Mad Max erwartet, wird mit Sicherheit enttäuscht werden. Wer aber die im Titel meiner Rezension erwähnten Autoren, mit ihrem Hang zu Abschweifungen nahe Selbstgesprächen, skurilen Nebenschauplätzen und schrägen Assoziationen schätzt, der wird dieses Buch lieben.Für mich gehört "Die gelöschte Welt" zu den Top-Romanen im Jahr 2009. Packend, skuril, mit einem sehr schrägen Sinn für Humor und dem Talent seiner Phantasie einfach freien Lauf zu lassen, erzählt der Autor die Geschichte eines typischen (oder doch nicht?) Antihelden, wie er symphatischer kaum sein könnte. Dazu ist die Story zu jederzeit nachvollziehbar (was bei der Fülle an seltsamen Schauplätzen eine Kunst ist). Nur in dem Abschnitt (Achtung, Spoiler!) als der Titelheld sein "Leben" erlangte, wurde es wirr und schwer zu folgen. Aber 20-30 Seiten später fängt sich die Story wieder und führt zu einem grandiosen Finale, das zwar ein ganz kleines Bisschen üppiger hätte ausfallen können, aber mich nicht enttäuscht hat. Ich brauche hier wohl keinem zu erzählen, wie wichtig für ein Buch ein gelungenes Finale ist. Ich hatte jedenfalls viele Stunden meinen Spaß mit dem Buch und kann es wärmstens empfehlen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Anders als man es sich erwartet,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die gelöschte Welt: Roman (Taschenbuch)
Die Erwartungen des Lesers, die durch den Klappentext entstehen, kann "Die gelöschte Welt" meiner Ansicht nach nicht wirklich erfüllen. Grund dafür ist, dass diese kurze Inhaltsangabe der Geschichte nicht einmal ansatzweise gerecht wird und völlig falsche Vorstellungen vom Inhalt weckt. Dabei ist nicht einmal grundsätzlich falsch, was auf dem Buchrücken steht, nur unterscheidet sich der Stil und die Herangehensweise des Autors an das Thema wesentlich von den dadurch geschürten Vor-Urteilen.Genauso wie man sich das nach der Lektüre der Inhaltsangabe vorstellt, beginnt und endet der Roman zwar, richtig interessant wird es aber bei dem, was dazwischen liegt. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich dabei um eine Rückblende auf das Leben des Ich-Erzählers und anderer Charaktere, die ihm begegnen. Diese nimmt gut zwei Drittel des Buches ein, was sich natürlich völlig von sämtlichen konventionellen Stilmitteln unterscheidet. Der Autor versucht dabei - mal mehr, mal weniger geschickt - sinnloses Geschwafel mit interessanten Informationen und an Skurrilität kaum zu überbietenden Einfällen zu mischen. Das gelingt ihm meist recht gut und oft auch wirklich humorvoll, wobei er sich aber genauso oft auch hart an der Grenze zur Langeweile bewegt. Meiner Ansicht nach ist es die wahre Kunst dieses Werkes, dass der Leser immer gerade so bei der Stange gehalten wird, dass er das Buch einfach zu Ende lesen muss. Ein interessantes, aber im Endeffekt aufgrund der hohen Seitenzahl - zumindest für mich - nicht sonderlich befriedigendes Gefühl. Bedingt durch diese Erzählstruktur kommt die an sich sehr gute und neuartige Idee, die die Grundlage der eigentlichen Handlung bietet, nicht so gut zur Geltung, wie ich mir das gewünscht hätte. Auf technische Aspekte wird übrigens weitgehend verzichtet, dafür werden philosophische, psychologische und gesellschaftskritische Ansätze gestreift. Es liegt auf der Hand, dass eine solche Mischung polarisieren muss. Mir persönlich gefallen sowohl die Idee, als auch der Stil - einziger, dafür aber relativ großer Kritikpunkt ist, dass einfach zu wenige Erklärungen über "die große Löschung" und das Funktionieren der Welt danach geboten werden. Es ist mir schon klar, dass ich vermutlich mit falschen Erwartungen an das Buch herangetreten bin, nichtsdestotrotz hat mir die Geschichte selbst einfach ein bisschen zu wenig Substanz. Hier herrscht demnach ein Ungleichgewicht zwischen der Tiefe der Figuren (extrem genau beschrieben) und der Tiefe der skizzierten Welt (sehr oberflächlich beschrieben) vor. 3 Sterne für ein interessantes Werk, das man gelesen haben sollte, von dem man sich aber andererseits nicht allzu viel erwarten darf. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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