Was tun, wenn der "kleine Freund" nicht mehr so recht will? Die alten Römer waren da nicht zimperlich: Wenn es unter der Toga des in Ehren ergrauten Senators nicht mehr so lief wie früher, ließ er sich die zur Enttäuschung der Gespielin Anlaß gebende Körperregion schon mal mit Nesseln auspeitschen.
Heute haben es die Männer, deren Johannes einmal bessere Zeiten gesehen hat, leichter: Seit ein paar Wochen läßt eine kleine blaue Pille namens Viagra im Bett die heiße Luft wieder der Dampfmaschine weichen. Über diesen "blauen Diamanten", wie sie von dankbaren Anwendern liebevoll genannt wird, ist viel geschrieben worden. Sicher aber noch kein Buch wie Die gekaufte Potenz -- sein Autor, der Medizinprofessor Hartmut Porst, legt damit einen Band vor, der alles ist, nur eines nicht: ein überdimensionaler Beipackzettel. Das Buch ist vielmehr ein kompetenter Ratgeber, ein anregendes Fachbuch und eine durchaus kritische Auseinandersetzung mit der modernen Lifestylemedizin, hilfreich für Männer, die ihren angejahrten Zauberstab wieder unter Dampf bekommen wollen und lesenswert für alle, die einfach nur wissen möchten, was sich zwischen den großen Zehen abspielt, wenn sich was abspielt.
Denn so einfach, wie viele noch im vollen Saft stehende Jungs glauben, ist die "einfachste Sache der Welt" nämlich nicht. Dazu braucht es mehr als eine Flasche Champagner, Dämmerlicht und eine Rachmaninov-CD: Wenn es zum Nahkampf kommt, müssen die richtigen Nerven zur richtigen Zeit erregt werden, viel, viel Blut muß fließen, Enzyme machen sich an die Arbeit -- eine Rakete zum Mars zu schießen ist einfacher. Aber Porst schafft es, diese Vorgänge in einer bewundernswert verständlichen Weise zu erklären, herauszustellen, wo es Probleme geben kann (auch im wichtigsten Sexualorgan, dem Kopf) und was sich tun läßt, um die außer Takt geratene Maschine wieder in Gang zu bekommen.
Dabei zeigt der Autor nicht nur, wie Viagra wirkt, sondern auch, wo die Risiken liegen (Vorsicht Herzpatienten!), immer bildhaft, mit vielen Beispielen, dabei detailliert, wenn's drauf ankommt und zuweilen -- für ein Fachbuch eher selten -- sogar fesselnd. Porst wickelt sein Thema nicht in Blümchen, er versteckt sich auch nicht hinter einer verstaubten Fachsprache: Es wimmelt von "harten Hämmern", die "in Deckung gehen", Spaghettis, Flinten mit Ladehemmung und Krisenstäben. Keine Frage: Porst weiß, wovon er spricht und für wen er schreibt. Nach kurzer Gewöhnung: erfrischend! Das gilt auch für die lesenswerten Kapitel, die Porst um des eigentliche Problem herumgestrickt hat. Man erfährt alles über das "Gardemaß", über Sex-Riechstoffe, über Viagra als "gesellschaftliches Risiko" und über die Wirkung, die der Viagra-Wirkstoff auch auf Frauen haben könnte. Auch ein Ausblick auf die "Viagras" der nächsten 20 Jahre fehlt nicht. Die gekaufte Potenz ist ein Sachbuch im besten Sinne. Mehr davon, bitte!
Eine Anmerkung noch: auch Viagra kann versagen. Aber Porst hat auch hieran gedacht: In einem eigenen Kapitel erläutert er ausführlich alle Methoden, die er und seine Kollegen noch in petto haben, falls der "kleine Prinz" endgültig abgedankt hat. Auspeitschen mit Nesseln ist übrigens nicht mehr darunter. --Stefan Albus
Die Markteinführung von Viagra setzt völlig neue Maßstäbe in der Behandlung von Potenzstörungen. Im Mittelpunkt dieses Buches steht der Mann mit all seinen sexuellen Nöten und den damit verbundenen Wechselbeziehungen zum weiblichen Geschlecht. Komplizierte wissenschaftliche Zusammenhänge werden hier so verständlich dargestellt, daß sie jedermann versteht und sich angesprochen fühlt. Lesen Sie, wie Hormone unser Geschlechtsleben beeinflussen, wie Viagra im Einzelfall wirkt, wann es nicht wirken kann, wann es gefählich ist, die Potenzpille einzunehmen, mit welchen anderen Medikamenten Viagra nicht kombiniert werden darf. Sie erfahren, welche Alternativen es gibt, wenn für Sie Viagra nicht geeignet ist, daß es auch noch andere Möglichkeiten gibt, Potenzstörungen zu behandeln, alles über Alternativen wie z.B. andere medikamentöse Therapieansätze, Schwellkörperinjektion, Vakuumtherapie und Penisimplantate.