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Die geheimen Stunden der Nacht,
  
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Die geheimen Stunden der Nacht, [Unbekannter Einband]


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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: München, Luchterhand 2005, (2005)
  • ASIN: B002TJ2P7Q
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 3.550.219 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Hanns-Josef Ortheil
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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Der Roman spielt in einer anschaulich geschilderten Rheinlandschaft, vorzugsweise in der Kölner Innenstadt. Es gilt, das Verlagsimperium von Heuken unter drei Geschwistern aufzuteilen, nachdem der Vater einen Zusammenbruch hatte. Aus der Perspektive des ältesten Sohnes Georg von Heuken wird dieser Roman erzählt. Die Auseinandersetzung mit dem übermächtigen Vaterbild gerät dem Sohn zur Nachahmung. Er bezieht die Hotelsuite des Vaters und er begibt sich in dessen für die nächste Woche geplante Gesprächssituationen und imitiert auch auf andere Weise die väterlichen Personenaufstellungen. Während der Vater im Krankenhaus mit dem Tod kämpft, stellt Georg sein ganzes bisheriges Leben in Frage. Auf irritierende Weise werden Ehefrau und Kinder aus der Handlung entsorgt. Die Ehefrau ist Lektorin und verreist für einige Wochen, die halbwüchsigen Kinder bleiben in der Villa sich selbst und der zweifelhaften Fürsorge eines Au-pair-Mädchens überlassen, während Georg in der Suite seines Vaters eine Affaire mit seiner Sekretärin beginnt. Lichtblicke in dieser sehr übersichtlichen Handlung sind die karrikierenden Schilderungen einzelner Protagonisten der bundesdeutschen Literaturszene: ein Schriftsteller mit Hut und Schal, eine eigenwillige Verlegerin (im Roman Georgs Schwester) sowie eine aufgetakelte Agentin. Diese Figuren sind ebenso wie der übermächtige Vater intelligent und detailgenau beschrieben. Umso mehr stechen sie von dem restlichen Personal ab, das oft klischeehaft und zweidimensional bleibt. Besonders unglücklich ist die Figur der Sekretärin und Geliebten geraten, die im recht unglaubwürdigen Schlußszenario eine wichtige Rolle spielt. Uneinheitlicher Roman mit amüsanten Passagen.
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26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von JB
Format:Gebundene Ausgabe
Das neueste Buch von Hanns-Josef Ortheil spielt in der Kölner Verlagsszene und begleitet den Verlegersohn Georg von Heuken wenige Tage in einer wichtigen Phase seines Lebens, in der nach dem zweiten Herzinfarkt seines Vaters alles im Umbruch begriffen ist. Georg von Heuken sieht sich plötzlich mit der lange ersehnten Situation konfrontiert, anstelle seines übermächtigen Vaters die Verlagsgeschäfte zu leiten. Und trotz brenzliger Situationen meistert er diese Aufgabe erfreulich gut, ist teils euphorisch, teils kreativ und doch behutsam und selbstkritisch.

Georg von Heuken besitzt eine beeindruckende Menschenkenntnis, derer er sich selbst kaum bewusst zu sein scheint und schafft es meistens, die richtigen Worte zu finden, den richtigen Ton gegenüber seinen Gesprächspartnern zu treffen. Besonders kunstvoll und auch amüsant ist der Umgang von Heukens mit dem kapriziösen Autor Hanggartner, der seine Manuskripte bislang ausschließlich dessen Vater anvertraut hat und die Übergabe regelrecht zelebriert.

Es macht Spaß dieses Buch zu lesen! Es ist erfreulich, endlich einmal einem Protagonisten zu begegnen, der nicht immer genau das Falsche sagt, so dass man sich als Leser nur die Haare raufen kann. Die Einblicke in die Verlagswelt, die der Autor Ortheil gewährt, sind sehr aufschlussreich und interessant.

Und auch eine kleine Liebesgeschichte hat das Buch zu bieten. Die Art, wie Ortheil ganz hautnah beschreibt, wie Georg von Heuken sich langsam verliebt und diese unerwartete Wendung in seinem Leben genießt, führt dazu, dass man als Leser beinahe neidisch wird...

Sowohl die Geschichte als vor allem auch die Sprache haben mich völlig in ihren Bann gezogen. Für einige Tage habe ich das Buch kaum aus der Hand legen können. Noch immer plaudert von Heuken auf seine feine Art in meinem Kopf. Einzelne Aussage sind so geistreich und treffend, dass ich sogar versucht war sie anzustreichen.

Obwohl ich vom Ausgang des Buches enttäuscht war, da es viel zu schnell und allzu glatt endete, bekommt es von mir seltene fünf Sterne, denn so ein schönes Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen...

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Stefan Erlemann HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Audio CD
Georg von Heuken ist zweiundfünfzig Jahre alt und Leiter eines Verlags. Der Konzern wird immer noch von seinem übermächtigen Vater dominiert. Georgs jüngerer Bruder ist ein Schulbuch-Verlag in Stuttgart anvertraut worden und seine Schwester ist ebenso Leiterin eines eigenständigen Verlags. Doch die wohlgeordnete, in Routine erstarrte Welt Georgs ist erschüttert. Sein Vater, rüstig, vital, viril hat völlig unerwartet einen schweren Herzinfarkt erlitten und liegt auf der Intensivstation.
Plötzlich ist die Führung des gesamten weitverzweigten Konzerns vakant. Die verstorbene Mutter hat zu Georgs Überraschung ihn favorisiert und dies in einem langen Testaments-Vorschlag erläutert. Der Vater aber will die Entscheidung in die Hände seiner drei Kinder legen. Er will nicht entscheiden und die anderen beiden enttäuschen. Jeder hat seine Vorzüge, jeder traut sich die Leitung zu. Das sehr komplizierte Testament des Vaters sieht vor, dass sich die Geschwister einigen und gemeinsam einen von ihnen zum Konzernlenker auswählen, die beiden anderen erhalten eineinhalb Millionen Euro und führen in Zukunft nur noch ihren eigenen Verlag.
In dieser Situation bemerkt Georg seine innere Leere und Erstarrung. Wider Erwarten und zum Erstaunen seiner Umwelt, beginnt er voller Entschlusskraft und Vitalität diese Routine zu durchbrechen. Er ordnet sein Privatleben neu, will Risiken eingehen und nimmt den Kampf um die Konzernleitung als einmalig Chance an, sich selbst neu zu erfinden.

Hanns-Josef Ortheil, bekannt geworden mit Romanen wie "Fermer", "Agenten", "Blauer Weg", "Faustinas Küsse", "Im Licht der Lagune", "Die Nacht des Don Juan", "Lo und Lu" und "Die große Liebe", legte 2003 mit "Die geheimen Stunden der Nacht" einen Roman vor, der sich mit dem Innenleben eines Konzernerben im Verlagsgewerbe auseinandersetzt. Bis ins kleinste Detail werden äußerst objektiv Gedanken, Beobachtungen und Geschehnisse aufgereiht, die in ihrer Gänze ein komplexes Bild einer Stadt, eines Konzerns, des Gründers dieses Konzerns und seines ältesten Sohnes ergeben.
Die unglaubliche Fülle an Details ist die Stärke dieses Autors. Er versteht es, daraus ein interessantes und glaubwürdiges Gesamtbild zu machen. Ihm gelingt die Innenansicht der Hauptperson Georg von Heuken so umfassend und klar, dass man versucht ist, in dem Roman eine Autobiografie oder einen Tagebuchroman zu sehen. Dieser glasklare Realismus spiegelt sich in seinen Sätzen, der Kapitelstruktur und dem Aufbau des gesamten Romans wieder. Die Entwicklung, die der Charakter der Hauptperson nimmt, seine offenen und ehrlichen Ansichten über seine Geschwister und seinen im Sterben liegenden Vater fesseln und faszinieren.
Leider ist dieser Roman wenig spannend. Er entwickelt sich zu langsam und offenbart zu zögerlich seine Strukturen. Erst zum Ende hin, wenn man den Aufbau, das entstehende Gesamtbild und die Charakterstudie vollends versteht, befriedigt dieses Buch. Es braucht Langmut, Ausdauer und Nerven, um dahin zu gelangen. Diese Hürde wird kaum niedriger durch den Sprecher Dietmar Bär. Der als Tatortkommissar berühmt gewordene Schauspieler ist oft zu betulich, zu ruhig, zu wenig akzentuiert, um den Hörer wirklich zu fesseln.

Dieses Hörbuch ist eine gekürzte Fassung des wundervollen Romans von Ortheil. Die Kürzungen sind verschmerzbar, denn etwas mehr Stringenz und Kürze kann diesem manchmal etwas langatmigen Roman nur gut tun. Lässt man sich aber auf den ruhigen Erzählton ein, folgt man den Gedankengängen, inneren Nöten und Hoffnungen des Protagonisten, wird man mit einer einzigartigen Charakterisierung eines sehr interessanten Mannes belohnt. Dieses Hörbuch entfaltet seine Qualitäten nur sehr langsam, ist aber in seiner Gänze betrachtet eine sehr gelungene Produktion.
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