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Produktinformation
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Schillerndes Lokalkolorit, eine filmreife Geschichte, die dicht, atmosphärisch, breit angelegt, aber dennoch straff erzählt wird, das sind die Zutaten, aus denen dieser Ortheil-Roman besteht, mit denen er glänzt und besticht! Es ist das Porträt eines Verlagsimperiums, der Blick hinter die Kulissen, die Schilderung der ewigen, jedes Halbjahr neuen Jagd nach dem Goldstück, so nannten alle intern den Titel, der Geld einbringen musste. Es ist ein Roman über ein Unternehmen und den Generationenkonflikt in der Führungsetage. Georg und seine zwei Geschwister spielten nie eine bedeutende Rolle neben dem alles beherrschenden patriarchalischen Vater. ...er überlässt Euch dreien selbst die Entscheidung, heißt es lapidar zur Frage der möglichen Nachfolge. Aber es ist auch ein Roman, der von Liebe und menschlichen Begegnungen erzählt, fein, zart, intim. Warum hatte der Vater neben seinem Villen-Wohnsitz noch eine Suite im Kölner Dom-Hotel angemietet? Wer ist die Frau, die er dort traf?
Die Geschichte spielt bei echtem Kölsch Wetter, wird aus Georg Heukens Sicht erzählt, der empfindsam, mit feinem Blick für Details, scharfsinnig und durchaus selbstkritisch sein Leben neu positionieren muss. Das erfordert Aufarbeitung, oft gehen Erinnerungen weit in die Kindheit zurück, immer wieder steht dabei der mächtige Vater im Mittelpunkt. Erinnerungen werden wach, wie er damals in eigenwilligen Verhandlungen mit dem Kauf eines Verlages sein Imperium begründete. noch heute erzählt er ... von Rheinischem Sauerbraten und sechzehn Kölsch, von vier holländischen Zigarren und acht Klaren ...
Ja, sicher, da mögen Assoziationen aufkommen, wenn Autoren beschrieben werden, ihre Eigenarten, Macken und Extravaganzen, Im Grunde ist Lektorenarbeit vor allem Krisenbewältigung, ein intensives Studium fremdester Psychen, die dich wie Hannibal Lecter am liebsten in ihren Käfig ziehen wollen, pervers kannibalistisch Da findet sich auch stellenweise dezente, aber deutliche Kritik am herrschenden Literaturbetrieb, man mache heute keine Bücher mehr, man lasse sie machen, oder die sarkastischen Seitenhiebe auf Autoren und die, die es gerne wären: Unmusikalische Autoren mit Prosa-Ambitionen sind so ziemlich das Schlimmste, was einem Lektor widerfahren kann.
Die Vielschichtigkeit des Buches fasziniert und einfach bewundernswert ist und bleibt Ortheils wunderbar leise, sanfte und poetische Sprache, mit der er Psyche, Charakter und Persönlichkeit seiner Figuren so aussergewöhnlich glaubhaft und lebendig erschafft. Eine spannende Geschichte, dennoch nie hektisch, unruhig, stets mit fesselndem Tiefgang. Ein großartiger Roman, der den Leser schnell, ebenso wie Georg Heuken neugierig werden lässt: ...er spürt diese Neugierde direkt körperlich, sie kriecht ihm wie ein juckendes Pulver unter das Hemd und lässt ihn auf seinem Stuhl hin und her rücken. --Barbara Wegmann
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Georg von Heuken besitzt eine beeindruckende Menschenkenntnis, derer er sich selbst kaum bewusst zu sein scheint und schafft es meistens, die richtigen Worte zu finden, den richtigen Ton gegenüber seinen Gesprächspartnern zu treffen. Besonders kunstvoll und auch amüsant ist der Umgang von Heukens mit dem kapriziösen Autor Hanggartner, der seine Manuskripte bislang ausschließlich dessen Vater anvertraut hat und die Übergabe regelrecht zelebriert.
Es macht Spaß dieses Buch zu lesen! Es ist erfreulich, endlich einmal einem Protagonisten zu begegnen, der nicht immer genau das Falsche sagt, so dass man sich als Leser nur die Haare raufen kann. Die Einblicke in die Verlagswelt, die der Autor Ortheil gewährt, sind sehr aufschlussreich und interessant.
Und auch eine kleine Liebesgeschichte hat das Buch zu bieten. Die Art, wie Ortheil ganz hautnah beschreibt, wie Georg von Heuken sich langsam verliebt und diese unerwartete Wendung in seinem Leben genießt, führt dazu, dass man als Leser beinahe neidisch wird...
Sowohl die Geschichte als vor allem auch die Sprache haben mich völlig in ihren Bann gezogen. Für einige Tage habe ich das Buch kaum aus der Hand legen können. Noch immer plaudert von Heuken auf seine feine Art in meinem Kopf. Einzelne Aussage sind so geistreich und treffend, dass ich sogar versucht war sie anzustreichen.
Obwohl ich vom Ausgang des Buches enttäuscht war, da es viel zu schnell und allzu glatt endete, bekommt es von mir seltene fünf Sterne, denn so ein schönes Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen...
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