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27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wie hilfreich sind Analyse und AHA-Erlebnisse?, 7. Mai 2007
Wenn heutzutage "Gutmenschen" diesen oft als Schimpfwort gebrauchten Begriff für Idealisten zunehmend zu hören kriegen und mit Erstaunen registrieren, dass "gut" sein (im Sinne von sozial denken, für die Gemeinschaft handeln usw.) neuerdings etwas Schlechtes sei, heißt das noch lange nicht, dass sie erkennen, wie ihnen ihre eigene Haltung und Denkweise in Konflikten mit "Geld-Menschen" (Materialisten) schaden kann.
Spätestens, wenn trotz der bester Absichten, trotz Fleiß und guter Ausbildung sowie Beherzigung aller friedlichen Kommunikationsregeln kein adäquates berufliches Fortkommen zu erkennen ist, oder wenn sich die Frage stellt, warum man/frau gemobbt wurde, sollte dieses Buch von Christine Bauer-Jelinek zur Hand genommen werden. Vor allem jenen Menschen aus sozialen oder Gesundheits-Berufen, die in Wirtschaftsunternehmen oder behördliche Institutionen wechseln, könnte ein Licht aufgehen, dass sie ihre Ziele in der heutigen "neoliberalen" Welt nicht mit den bisher gelernten Mitteln erreichen werden.
Wer sich nicht so sehr für die Geschichte österreichische Verhältnisse in Form einer Zusammenfassung von "Wiederaufbau und Wirtschaftswunder", "Friedensbewegung" bis "Globalisierung" interessiert, der möge die ersten 45 Seiten weglassen oder diese erst später lesen. Denn zum Verständnis der eigenen Entwicklung im historischen Kontext sind diese Seiten ganz nützlich. Die Definitionen von "Gutmensch" und "Geld-Mensch", welche - wie die Autorin einräumt - nicht immer rein existieren, sind für das weitere Verständnis sehr wohl anzuraten.
Entwicklung und Formen von Hierarchien sind zwar in einer leicht lesbaren Übersicht zusammengefasst - eilige LeserInnen, die mehr an den Tipps interessiert sind, können sie jedoch getrost weglassen. Ab "Machtstrategien für den Weg an die Spitze" und "Machtstrategien für die unteren Ebenen" sollte jedoch wieder sorgfältig lesen, wer sich zu den Gutmenschen zählt und deshalb vom Buch profitieren will. Als Hilfestellung für Gutmenschen gedacht erscheinen vor allem die Kapitel Macht-Strategien "Protokoll und Kontrolle" sowie "Pokerface und Hollywood".
Es bleibt abzuwarten, wie hilfreich Selbst- und Fremderkenntnis und die direkten und versteckten Tipps sind. Einige wichtige AHA-Erlebnisse bietet dieses Buch auf jeden Fall für Idealisten von heute.
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29 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Probleme angehen, statt Konflikte lösen, 18. Mai 2007
"Geldmenschen", als Gegenspieler der "Gutmenschen", sind auf dem Vormarsch und in vielen Bereichen bereits dominant.
Christine Bauer-Jelinek hat sich gefragt, wie es dazu gekommen ist, und ein sehr gescheites Buch geschrieben - über den Wertewandel, und darüber, wie Gutmenschen sich in der Welt neoliberaler Geldmenschen zurechtfinden und behaupten können.
In Ihrem jüngsten Werk zeichnet sie -- von der Analyse der gesellschaftlichen Entwicklung der letzten drei Jahrzehnte ausgehend -- eine überzeugende Interpretation unserer aktuellen Situation: Gutmenschen und Geldmenschen stehen sich auf einem Spielfeld gegenüber, auf dem längst nach den Spielregeln der Geldmenschen gepunktet wird.
Bei aller gebotenen Neutralität bleibt hinter der rücksichtslos offenen Schilderung der Folgen des nahezu vollständig vollzogenen Paradigmenwechsels die Sympathie der Autorin für Gutmenschen und Weltverbesserer spürbar; vor allem da, wo sie die Strategien der Geldmenschen aufdeckt und den Gutmenschen zeigt, welche Möglichkeiten sie haben, sich zu behaupten und bereits verlorenes Terrain zurück zu erobern.
Eine Lektüre für alle, die noch nicht aufgehört haben, sich zu fragen: "Was kann man, was kann ich denn tun ...?"
Christine Bauer-Jelinek gibt zwar - und das ist sehr vernünftig(!) - keine konkreten Ratschläge, WAS der Einzelne tun könnte oder sollte, aber sie zeigt dafür um so deutlicher auf, WIE, mit welchen Strategien, die Auseinandersetzung mit dem Typus "Geldmensch" und den von ihm dominierten Organisationen erfolgreich geführt werden kann, und sie scheut sich nicht, dem Gutmenschen zu raten, seine Interessen kämpferisch durchzusetzen, statt sich auf faule Kompromisse und sogenannte "Konfliktlösungen" einzulassen.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Analyse gut - wenig konkret Anwendbares, 11. Oktober 2008
Die Analyse der derzeitigen Machtstrukturen ist sehr treffend.
Wer in so einer Gutmenschen-Organisation arbeitet wie ich, erkennt darin nicht wirklich was Neues. Es gelten dieselben Macht- und Inszenierungsspiele wie in Konzernen, sog. Geldmenschen-Organisationen.
Mit Regeln wie in "Gewaltfreier KOmmunikation" propagiert wird man recht schnell ins Eck gestellt und die eigene Arbeit verkauft jemand anderer als seine Ideen.
Also hätte ich mir was konkret Angreifbares für den Alltag gewünscht, und den bleibt sie schuldig. Dafür ist das Lehner/Ötsch-Buch "Jenseits der Hierachie" viel brauchbarer.
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