Panoptikum des fünften Kontinents
Die Romane des Australiers Peter Carey
Von Andreas Gaile
Mitte Oktober erhielt der australische Schriftsteller Peter Carey den Booker Prize. Nach J. M. Coetzee ist er erst der zweite Autor, dem die prestigereiche englische Auszeichnung zweimal zugesprochen wurde. Andreas Gaile hat ihn vergangenen Sommer zu einem Gespräch in seiner Wahlheimat New York getroffen.
Es ist Frühsommer und drückend heiss im New Yorker Greenwich Village. Die lärmenden Autoschlangen, die sich auf halber Wegstrecke zwischen Empire State Building und dem noch unversehrt aus der Südspitze Manhattans ragenden World Trade Center hier am «Village» vorbeiwälzen, betäuben die Sinne und strapazieren die Nerven. Im Herzen von New York, wo die Anschläge vom 11. September seither die Welt auf den Kopf gestellt haben, hat Peter Carey seine Wahlheimat gefunden.
Wir sind zum Lunch verabredet. Das rote Backsteingebäude seitlich der Seventh Avenue, vor dem Carey mich empfängt, ist seit 1989 Heimat des Exil-Australiers. «Es wird ein schnelles Mittagessen werden müssen», sagt er ein wenig verlegen und verweist auf einen Termin mit den Filmproduzenten für seinen aktuellen Roman, «True History of the Kelly Gang», der inzwischen mit dem Booker Prize ausgezeichnet wurde.
Bei Careys Lieblingsitaliener um die Ecke erzählt der Wahl-New-Yorker dann von seinem neuen Werk und von seiner künstlerischen Heimat, gute 15 Flugstunden westwärts von New York gelegen. Jenseits des Pazifiks ist Carey eine Zelebrität; dort, in Australien, findet er nirgends die schützende Anonymität des Big Apple. Neben David Malouf («Jenseits von Babylon») und Thomas Keneally («Schindlers Liste») gehört Carey zu den bedeutendsten Gegenwartsautoren seines Heimatlandes. Man verehrt den mit nationalen und internationalen Literaturpreisen (darunter prestigeträchtige Auszeichnungen wie der Commonwealth- und der Booker-Preis) bedachten Schriftsteller als «Gewissen der Nation» und «Beschützer der Künste»; aber auch kritische Stimmen fehlen nicht. Insbesondere die Boulevardpresse nimmt ihm seine Fahnenflucht zum grossen Bruder USA übel.
SELBSTIRONIE
Doch Carey weiss bei alledem sein Bild in der Öffentlichkeit sehr gut zu steuern als ehemaliger Werbetexter kennt er die Tricks der Image-Macher genau. Es gehört zum persönlichen Mythos des Schriftstellers, dass er seine Fabulierkunst auch auf die eigene Biographie anwendet. Beispielsweise erklärte er vor Jahren in einem Interview (übrigens sehr zum Verdruss seines ehemaligen Lehrers), dass er bis zu seinem achtzehnten Lebensjahr kein einziges Buch gelesen habe. Nur zu gerne, so Carey, erzähle er Dinge, die nicht ganz der Wahrheit entsprächen. Nur die Realität abzubilden, sei ihm zu langweilig das betont er in Interviews immer wieder.
Ein enfant prodige war Carey, Sohn eines Gebrauchtwagenhändlers, jedoch gewiss nicht. Seine Jugend im Provinznest Bacchus Marsh war dem eigenen Bekunden nach langweilig und bot wenig Inspiration. Bei der Gratwanderung zwischen Fiktion und biographischer Wirklichkeit fügt sich Careys bereits nach einem Jahr abgebrochenes Studium an der renommierten Monash University bei Melbourne sehr gut in die antiintellektuelle Koketterie einer Reihe seiner Romane ein.
Elitär gibt sich der erfolgreiche Autor keineswegs. Er wirkt natürlich und unkompliziert und scheint bei allen literarischen Meriten die Bodenhaftung nicht verloren zu haben. Wir sprechen über seinen neuen Roman, «True History of the Kelly Gang». In einem kurz nach der Veröffentlichung erschienenen Interview sagte Carey, dass dies der Roman sei, auf den er sein ganzes schriftstellerisches Leben gewartet habe. «Warum?», will ich wissen. «Nun», antwortet er grinsend, «so etwas zu sagen, hört sich ganz einfach gut an.» Es ist dieser Sinn für Humor, der mal hintersinnig und subtil, mal rabenschwarz in bester britischer Tradition auch Careys Romane durchzieht und sie trotz schwierigen Sujets vor einer Moralinübersäuerung bewahrt.
Die Ende 2000 erschienene «wahre Geschichte» der Kelly Gang ist in vielerlei Hinsicht ein typischer Carey-Roman und bietet Neulingen einen Schlüssel zum umfangreichen Romanwerk des Autors. Titelheld der knapp 400 Seiten starken fiktionalen Autobiographie ist Ned Kelly, ein Pferdedieb und Polizistenmörder, der es aber dennoch zum australischen Nationalhelden gebracht hat. Auch gute 120 Jahre nachdem der australische Robin Hood am Galgen endete, kann er noch für eine erhitzte Diskussion unter Australiern sorgen. Eine Publikationsliste von weit über 1000 Bänden und Aufsätzen zum Thema Kelly und zum sozialhistorisch bedeutsamen Phänomen des «bushranging» (für die Kolonialzeit typisches Banditentum) spricht für die Bedeutung Kellys im kulturellen Diskurs Australiens.
Die Geschichte des einer irischen Sträflingsfamilie entstammenden Kelly geht an die australische Substanz. Der Inselkontinent sieht sich heutzutage selbst gern als Traumland und erfreut sich weltweiter Wertschätzung. In Careys Romanwelt erscheint das koloniale Australien dem Leser hingegen als Unrechtssystem, hat doch der Kontinent in den 1880er Jahren die Erbsünde der Sträflingsvergangenheit, auch Jahrzehnte nachdem der letzte Deportierte das Land in Fesseln betreten hat, noch lange nicht überwunden. Polizeiliche Repression und Willkürakte sowie der schiere Kampf ums Überleben zwingen Kellys Familie geradezu zum Verbrechen.
Carey geht es aber nicht allein um eine einfühlsame psychologische Studie des Menschen im Zustand der Gesetzlosigkeit. «Ich hatte nie den Eindruck, dass ich Kellys Stimme erfinden musste», erzählt er und fügt hinzu: «Ich hatte Kellys Dialekt noch von meinen Spielkameraden von früher im Ohr.» Vielleicht liegt es an der gemeinsamen Herkunft aus dem australischen Staate Victoria, dass Carey die Geschichte seines tragischen Helden mit so viel Sympathie vorträgt. Genauso wichtig ist dem Autor «das historische Moment der Ungerechtigkeit», wie es sein Ich-Erzähler ausdrückt, und damit das britische Erbe Australiens. Eben deshalb stellt Kellys Geschichte auch heute noch ein eigentliches Politikum dar. Das Australien der 1880er Jahre, das Carey entwirft, ist keineswegs ein «Australia felix» oder gar das Arbeiterparadies, als das es die nationalistischen Historiker gerne sehen. Vor dem moralischen Hintergrund des Romans sind die Schuldigen für die Misere schnell ausgemacht: die Engländer und ihre Kolonialverwaltung. Auf dem Rücken der unterdrückten irischen Unterklasse setzen die Organe des britischen Empire häufig mit menschenunwürdigen Methoden ihre Mission im Dienste des Imperiums durch.
Durch diese deutlich antibritische Stossrichtung bietet sich eine Einordnung des Romans in die postkoloniale Literatur geradezu an. In früheren Werken «Illywhacker» (1985), «Oscar und Lucinda» (1988) und «Jack Maggs» (1997) hatte Carey bereits viele der sich aus der postkolonialen Sichtweise ergebenden Fragen aufgegriffen und die konventionelle «weisse» australische Geschichtsschreibung in ihren Grundfesten erschüttert.
Die Auseinandersetzung mit der australischen Geschichte beschäftigt Carey seit mehr als 15 Jahren. Vier seiner bisher sieben Romane spielen in der australischen Vergangenheit und decken bereits einen guten Teil der zweihundert Jahre währenden weissen Geschichte des Kontinents ab. In dem einer fiktionalen Biographie seines Landes gleichkommenden Romanwerk Careys geht es keineswegs um eine Romantisierung oder Glorifizierung der australischen Geschichte, und triviale Historienschinken sind seine Werke trotz ihrer Unterhaltsamkeit und ihren Spannungsmomenten erst recht nicht. Mal inszeniert er Geschichte als Show, wie in «Illywhacker», und rät dem Leser, sich für das von seinem 139 Jahre alten Erzähler Herbert Badgery inszenierte Spektakel zurückzulehnen und zu entspannen. Dann wieder erscheint sie im seriösen Gewand einer «wahren» und akademischen Standards genügenden Historie. In postmoderner Verspieltheit weicht Carey die Grenze zwischen Fakt und Fiktion bewusst auf, suggeriert historische Authentizität seines Materials und trickst den Leser so ein ums andere Mal aus. «True History», so erfahren wir im Vorwort von Careys fiktionalem Herausgeber, sei die in Ned Kellys «charakteristischer Handschrift» verfasste Autobiographie des Titelhelden. Carey liefert sogar Daten zum Erhaltungszustand der «dreizehn verschmutzten und eselsohrigen Papiere», die, so wir ihm denn glauben sollten, unter der Signatur «V.L.10453» in Melbournes «Public Library» liegen. Einen Moment lang zögert man; vielleicht ist der australische Leser sogar versucht, höchstselbst in der Bibliothek nachzusehen. Aber spätestens die Tatsache, dass es in Melbourne gar keine Bibliothek dieses Namens gibt, lässt uns
erkennen, dass Carey selbst der grösste «Illywhacker» (im australischen Englisch ein Lügenerzähler und Aufschneider) ist ein Geschichtenerzähler von unbändiger Fabulierkraft.
Auch das akademische Establishment, ein ums andere Mal Ziel bissiger Bemerkungen, schätzt Careys historische Romane. Die Literaturkritik ordnet sie als Musterbeispiele «historiographischer Metafiktion» ein ein Genre, in dem sich beispielsweise auch der indische Schriftsteller Salman Rushdie meisterhaft bewegt. Careys Umgang mit dieser spezifisch postmodernen Form ist geschichtsphilosophisch und erkenntnistheoretisch hochinteressant. Seine Romane werfen Fragen auf, die über die simple Darstellung vergangener Ereignisse weit hinausgehen. Herbert Badgery in «Illywhacker» enttarnt sich gegenüber dem Leser bereits auf der ersten Seite als «ein schrecklicher Lügner» und schickt warnend noch ein «Caveat emptor» für seine Geschichten hinterher. Als unzuverlässige Erzählinstanz verkörpert Badgery geradezu paradigmatisch die Frage nach der Verlässlichkeit von Geschichtsschreibung. Was ist historische Lüge, was Wahrheit? Badgerys politisch reflektierende und in historischen Dimensionen denkende Lebensgefährtin Leah Goldstein spricht das aus, was 15 Jahre nach dem Erscheinen des Romans auch die australische Öffentlichkeit auf breiter Ebene beschäftigen sollte: «Das ganze Land ist gestohlen. Die ganze Nation ist auf eine Lüge gegründet.» Diese «monumentale Lüge», erklärt der fiktionale Historiker M. V. Anderson an späterer Stelle im Roman, basierte auf der Behauptung, «dass der Kontinent zum Zeitpunkt der ersten Besiedlung angeblich zwar bewohnt, nicht aber landwirtschaftlich genutzt gewesen sei, und dieser simple Trick ermöglichte es ihnen [den ersten Siedlern], mit den rechtmässigen Einwohnern kurzen Prozess zu machen . . .»
LÜGENGESCHICHTEN
Die Thematik historischer Lügen und Mythen greift Carey in seinem nächsten Roman, «Oscar und Lucinda», erneut auf. Während er in «Illywhacker» kaleidoskopartig ausgewählte Ereignisse zwischen den 1880er Jahren und dem frühen 21. Jahrhundert beleuchtet, konzentriert er sich in dem auf den ersten Blick wie eine Liebesromanze in viktorianischem Gewand anmutenden Opus auf den Entdeckermythos und damit die zweite Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. Nicht ganz zufällig wurde dieses vielbeachtete Werk 1988 veröffentlicht just in dem Jahr, da das weisse Australien in nationalstolzem Überschwang auf die vergangenen 200 Jahre zurückblickte. Die Aborigines boykottierten damals die Feierlichkeiten. Ihnen erschien die Landung der «First Fleet» unter Captain Arthur Philips im Jahre 1788 als Invasion, begann doch damit ein Prozess systematischer ethnischer und kultureller Ausrottung, dessen Grausamkeit in der Gabe vergifteter Essensrationen und der Ausschreibung eines Kopfgelds für getötete Ureinwohner ihren menschenverachtenden Ausdruck fand.
«Der Völkermord», sagt Carey mit ernster Miene, «ist eine jener Sachen, die Deutschland und Australien verbinden.» Dass es in Australien eine zu bewältigende Vergangenheit gibt, dass es historisches Unrecht wieder gutzumachen gilt, diese Erkenntnis ist in Australien erst in den neunziger Jahren herangereift. 1988, erinnert sich Carey, dessen italienischer Salat vor lauter Erzählen immer noch fast unangerührt ist, nicht ohne einen gewissen Stolz, habe er sich bereits auf die Seite der historischen Verlierer gestellt und sich damit, wie er sagt, «einigermassen unbeliebt gemacht». Die Zweihundertjahrfeier sei ihm schlichtweg als «Akt historischer Verneinung» vorgekommen. Die Sträflinge, das wahre Substrat des weissen Australien, seien damals einfach aus der offiziellen Darstellung der Geschichte gestrichen worden: «Über das Leid der Deportierten hat man nichts gesagt. Und die Ureinwohner wurden bei der Zweihundertjahrfeier ebenso ignoriert. Aber die konnten sich ja 1988 wenigstens noch lautstark wehren.» In seinen Romanen räumt Carey deshalb den vor der Historie Sprachlosen gerne ein Forum zur Darstellung ihrer eigenen Geschichte ein. Und diese Geschichte, so schreibt er in seinem noch nicht auf Deutsch erschienenen, nichtfiktionalen Reisebericht «30 Days in Sydney: A Wildly Distorted Account» (2001), ist in Australien «wie ein Blutfleck, der hartnäckig an der Wand erscheint, egal, wie viel neue Generationen Besitz ergreifen, und egal, wie häufig wir darüber streichen.
Solche historischen Blutflecken werden in «Oscar und Lucinda» systematisch aufgedeckt. Die Erkundung des Inlandes durch die ins australische Pantheon eingegangenen Entdecker erscheint hier als Geschichte historischen Grössenwahns; Massaker an den aus der Traumzeit unsanft geweckten Ureinwohnern sind der Preis historischen Ruhms. In «Jack Maggs» (1997) widmet sich Carey einem aus den Kolonien in seine «Heimat» zurückgekehrten Sträfling und begibt sich hierfür in das von Gaslaternen erleuchtete London des Jahres 1837. In einer Huldigung an Dickens' Klassiker «Great Expectations», vorgetragen als postmoderne Pastiche, erkundet Carey die traumatisierte Seele des wegen Mordes an einem Peiniger verurteilten Sträflings Jack Maggs. In den Nebeln der englischen Metropole erscheint die Figur der Engelmacherin Ma Britten als personifizierte herzlose Mutter England. Australien allein, so das versöhnliche Ende des Romans, bietet dem verstossenen Maggs Heimat und Zukunft.
ABNABELUNG VON ENGLAND
Auf den letzten Seiten dieses Romans greift Carey die Frage nach der australischen Identität auf wie auch in «Illywhacker» und «True History». Maggs ist eine historische und kulturelle Zwittergestalt. Als Deportierter fühlt er sich lange Zeit noch als Engländer, erscheint aber, indem er eine grosse und fruchtbare Familie gründet, am Ende doch als wichtiges Substrat der «australischen Rasse». Der Reifungsprozess der Romanfigur Maggs lässt sich derzeit in Australien auf nationaler Ebene konstatieren. Der fünfte Kontinent wird erwachsen und trägt den mit nationalistischem Pathos vorgetragenen Prahlereien eines Herbert Badgery aus «Illywhacker» Rechnung, der sich nicht damit begnügen möchte, dass Australien als junges Land erst kriechen muss, bevor es zu laufen beginnen kann: «Wenn man erst mal angefangen hat zu kriechen», wettert er, «hört man nie mehr damit auf.» In dem Masse, wie Australien eine eigene Identität herausbildet, hört England auf, alleiniger Bezugspunkt, ja geistige Heimat zu sein.
Die Nabelschnur der Geschichte hat einstweilen aber noch so lange Bestand, wie die Königin von England offizielles Staatsoberhaupt in Australien ist. Das Antlitz des multikulturellen Australien hat sich indessen in den vergangenen zehn Jahren durch die massive Zuwanderung aus den asiatischen Nachbarländern signifikant gewandelt. So ist es für die heutigen Australier immer schwieriger, Untertanen einer fernen Königin zu sein, die im Buckingham-Palast gerade alle Lichter löscht, während man auf dem fünften Kontinent die täglichen Geschäfte aufnimmt.
Carey macht kein Hehl daraus, dass er dieses staatsrechtliche Konstrukt für einen historischen Anachronismus hält. Die im Zusammenhang mit der Verleihung des Commonwealth-Literaturpreises arrangierte Begegnung mit der Queen war für ihn deshalb durchaus heikel. «Ich habe die Queen als hart arbeitende, gewissenhafte Staatsfrau kennen gelernt», erzählt er, und fügt dem im Hinblick auf die republikanische Bewegung in Australien hinzu: «Aber es ist doch lächerlich! Wir Australier müssen endlich erwachsen werden!»
Auch Carey selbst ist erwachsen geworden. Er kann auf ein beeindruckendes Gesamtwerk von mittlerweile sieben sämtlich preisgekrönten Romanen, zwei Kurzgeschichtensammlungen, einem Kinderbuch, einer Reisebeschreibung und mehreren Filmskripten zurückblicken. Vor gut dreissig Jahren machte Carey als Mitglied einer jungen Avantgarde mit Kurzgeschichten voll absurder Gedankenkonstrukte und apokalyptischer Landschaften die Kritik erstmals auf sich aufmerksam. Viele seiner damaligen Erzählungen strahlen noch das Hippie-Ethos des Mannes aus, der Ende der siebziger Jahre für einige Zeit in einer alternativen Kommune im Regenwald von Queensland lebte. Heutzutage fehlt Careys Romanen zwar die bizarre Extravaganz der formal und inhaltlich experimentierfreudigen Kurzprosa. Dafür sind seine Werke aber auch für ein breites Publikum lesbar geworden und im literarischen Kanon fest verankert.
Carey, dessen beinahe unangetasteter Rotwein nebst Salat nach dem Gespräch wieder in die Restaurantküche verschwindet, während er selbst im Laufschritt zu seinem Meeting eilt, hat die Nachfolge des Übervaters der australischen Literatur, Patrick White, überzeugend angetreten. Die diesjährigen Booker-Prize-Juroren haben Carey mit ihrer Wahl dem literarischen Olymp jedenfalls ein ganzes Stück näher gebracht.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.