Dieses schöne Buch kann ich rundheraus empfehlen. Endlich eine Veröffentlichung zu einer Therapieform, in der die Betroffenen selbst zu Wort kommen. Drei Frauen erzählen aus ihrer ganz subjektiven Erfahrung heraus, was sie während ihrer Therapie erlebt haben. Das ist höchst individuell, unterschiedlich, überraschend, wendungsreich und ehrlich. Jede der drei Geschichten hat ihre ganz eigene Energie. Es erscheint mir wie ein Wunder, welch verschlungenen Wege Seelen nehmen können. Das Lesen gleicht einem Parforceritt durch die ganze Bandbreite menschlicher Erfahrungen und Gefühle. Mir sind die Tränen gelaufen, ich habe herzlich gelacht, bin ganz still geworden, habe mich überwältigt gefühlt und konnte Angst, Zorn, Verzweiflung und prickelnde Spiellust spüren, um nur einige Gefühlsregungen zu nennen.
Und es gibt noch einen Grund, warum ich das Buch so toll finde. Ich habe schon einige Bücher gelesen, in denen Therapeuten Fallbeispiele aus ihrer Praxis bringen. Überspitzt gesagt, folgen die meisten demselben Muster. Durch eine therapeutische Intervention erkennt der Klient grundlegende Strukturen, alte Muster stürzen in sich zusammen wie ein Kartenhaus und alles wird gut. Ich habe mich schon immer gefragt, warum das eigentlich bei mir nicht passiert und Veränderung stattdessen ein eher zäher Prozess ist. Gerade die letzte Geschichte mit der Spinne hat mir gezeigt, warum das so sein kann. Welche Tricks und Kniffe die Innenwelt auf Lager hat, um Öffnung zu vermeiden. Wer sich schon immer gewundert hat, dass bei ihm die plötzliche Wunderheilung nicht einsetzt, findet hier die Antwort - und den Trost, mit allen Schwierigkeiten nicht allein auf der Welt zu sein. Allein dafür lohnt sich das Lesen schon: 5 Sterne!