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Produktinformation
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Esmail hat ein Manuskript mit ins Exil genommen. Geschrieben hat es sein taubstummer Vater, in einer seltsamen, kaum lesbaren Schrift. So, wie er früher seinen Vater verstehen wollte, versucht Esmail nun, das Geschriebene zu entziffern. Es schildert das Leben in einem kleinen Dorf an der Grenze: »Südlich der Grenze lag der Iran, und nördlich, dort, wo immer tiefer Schnee lag, Russland.« Dieser fast märchenhafte Roman, der einen Bogen spannt zwischen Amsterdam und Persien, erzählt von Vater und Sohn, von Analphabetismus und der Leidenschaft für Geschichten, von Armut, Abhängigkeit und erwachendem politischen Mut. Esmail schließt sich dem studentischen Kampf gegen den Schah an, später der Regime-Kritik gegen Chomeini. Er flieht - und aus dem Sohn eines Teppichknüpfers wird ein westlicher Intellektueller, der seiner Herkunft jedoch alles verdankt.
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Einziger Schwachpunkt des Buches ist das meiner Meinung nach deutliche Abflauen des Buches mit dem Beginn des Studiums des Sohnes und der Entwicklung zur Revolution: das Buch wird immer mehr zum kühlen Aufzählen von Ereignissen, das im krassen Gegensatz zum warmherzigen und lebhaften Stil davor steht. Dieses Ende trübt etwas den Gesamteindruck und daher gibt es von mir nur 4 Sterne, obwohl grosse Teile des Buches 5 Sterne wert sind
Die vorgestellten Begebenheiten sind sehr stark am Alltag der Landbevölkerung orientiert und wirken plastisch und lebensnah (autobiographisch gefärbt?). Die Szenen sind realistisch und scheinen authentisch. Wer sich auf diese Welt und die ihr eigene Atmosphäre einläßt, hat es leicht, mit den Personen der Geschichte mit zu gehen und in der Erzählung mit zu leben.
Der Roman setzt damit ein, dass Kasem Chan seinem Neffen, Agha Akbar, in einer Höhle, in der sich forschungswürdige Keilschrift-Zeichen befinden, das Schreiben beibringt. Die Geschichte endet, als Aghas Sohn, der Exilant, das in Keilschrift hinterlassene Vermächtnis seines taubstummen Vaters fertig ins Niederländische übersetzt hat.
Dazwischen liegen über 300 Seiten spannende Unterhaltung! Und mehr als das: Punktuell beispielhafte Einblicke in die Prozesse und Strukturen, die zur Iranischen Revolution führten und das Regime bis heute an der Macht halten...
Fazit: In wunderbarer Sprache - mit bestem Dank an die Übersetzerin! - viel Atmosphäre verpackt in Bilder, die die letzten Jahrzehnte iranischen Alltags spiegeln. Absolut lesenswert!
Ich kann dieses Buch echt nur weiterempfehlen es hat sich gelohnt das zu kaufen.
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