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Die geheime Inquisition
 
 
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Die geheime Inquisition [Restexemplar] [Taschenbuch]

Peter Godman
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 400 Seiten
  • Verlag: List (1. April 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548602010
  • ISBN-13: 978-3548602011
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 443.080 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Peter Godman
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die Archive des Heiligen Offiziums galten bis zu ihrer Öffnung zu Beginn des Jahres 1998 als geheim. Doch schon zuvor war das strenge Zugangsregime der vatikanischen Archive gelockert worden. So gewährte man Peter Godman, Professor für lateinisches Mittelalter und Renaissance an der Universität Tübingen, bereits 1996 weitest gehenden Einblick in die Akten von Indexkongregation und Römischer Inquisition. Godman, der zunächst nur für drei Tage nach Rom gereist war, um Einsicht in die Unterlagen über die Zensur der Schriften Niccolò Machiavellis zu nehmen, hat davon reichlich Gebrauch gemacht und mit Die geheime Inquisition. Aus den verbotenen Archiven des Vatikans eine äußerst lesenswerte Analyse des Wirkens der vatikanischen Zensur- und Inquisitionsbehörden vorgelegt.

Godmans besondere Aufmerksamkeit gilt dabei nicht dem Umgang der katholischen Kirche mit "Hexen" und dergleichen -- diesem, wie er ganz zu Recht sagt, "abgedroschenen Thema der Inquisitionsforschung"; sein Fokus liegt vielmehr auf der geistes- und kulturgeschichtlich ungleich interessanteren Frage, wie die kirchlichen Amtsträger mit den Intellektuellen und ihren Werken verfuhren. So rekonstruiert der Autor anhand von Akten aus der Zeit des Kalten Krieges erstmals die Zensur des Werks von Graham Greene. Für die Zeit vor dem 20. Jahrhundert erhält der Leser umfassend Auskunft darüber, wie und warum man mit den Schriften von Denkern wie Descartes, Leibniz, Hume, Montesquieu oder Voltaire verfuhr.

Aus der Opferperspektive ist die Geschichte der Inquisition oft genug erzählt worden, und Godman hat gut daran getan, diesen Arbeiten keine weitere hinzuzufügen. Er hat stattdessen den mentalitätsgeschichtlichen Fragen nachgespürt: "Wie haben Inquisitoren und Zensoren gedacht? Wie sahen ihre Vorstellungen, Motive, Methoden aus?" Und die Antworten, die der Autor gibt, sind nicht das Ergebnis von Spekulationen, sondern sorgfältig aus den Quellen erarbeitet und deshalb teilweise recht verblüffend, immer aber wohltuend differenziert. Und darum lohnt die Lektüre von der ersten bis zur letzten Seite. --Andreas Vierecke -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Spannend wie ein Kriminalroman.« WELT AM SONNTAG »Ein fesselndes Porträt des kirchlichen Säuberungsapparates« STERN

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
42 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Eines vorweg: Leser, die in erster Linie daran interessiert sind, sich in eine möglichst blutrünstig geschilderte, prosaische Verdammung der Kirche zu vertiefen, sollten dieses Buch nicht kaufen - sie würden enttäuscht werden. Andererseits werden es allerdings gerade solche Leute nicht schwer haben, dafür in anderen Werken fündig zu werden.
Godman geht dagegen einen völlig anderen Weg, der als durchaus innovativ, wenn nicht gar bahnbrechend bezeichnet werden kann. Zum ersten Mal liegt hier eine Untersuchung eines Historikers vor, die psychologisch überaus geschickt versucht, die wahren Hintergründe der Inquisition (es geht ausschließlich um die römsiche) zu beleuchten und aufzuzeigen, dass es sich selbst bei den so verrufenen Inquisitoren nicht pauschal um einen Geheimbund mordlüsterner Schlächter gehandelt hat, sondern dass sie Menschen waren, wie es sie immer gegeben hat und auch heute noch gibt. Das größte Problem der Inquisition sei nicht ihr nach totalitärem Vorbild durchstrukturierter Vernichtungsapparat gewesen, sondern im Gegenteil vielmehr ihre überaus mangelhafte Koordination und Organisation, verbunden mit zahlreichen innerbehördlichen Intrigen.
Was diesem Buch vielleicht fehlt, wäre ein Vergleich gewesen zwischen dem Heiligen Officium in Rom und seinen beiden "Geschwistern", der spanischen Inquisition und der des mittelalterlichen Heiligen Römischen Reichs, zu denen es allerdings auch keine direkten Verbindungen gehabt und weitgehend unabhängig von diesen gehandelt hatte.
Unter dem Strich bleibt es ein gut zu lesendes und wissenschaftlich fundiertes Werk, welches dem Leser einige Überraschungen bieten dürfte und geeignet ist, mit tief verwurzelten Vorurteilen aufzuräumen.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Peter Godman ist 1998 Zutritt zu dem Geheimarchiv des Heiligen Offiziums, das ehedem als Inquisition bekannt war und heute in Kongregation für die Glaubenslehre umbenannt ist, gewährt worden. Wie es dazu kam und was er dabei herausgefunden hat, erläutert er fachkundig, unterhaltsam und nicht selten mit ironischem Unterton.

Erstmals versucht er die Römische Inquisition aus neutraler Sicht und mit Einblick auf die original Unterlagen zu beurteilen. Dabei stellt der Leser sehr schnell fest, dass es hier nicht um Hexenverbrennung und Scheiterhaufen geht, wie in manch anderem Werk, sondern der Autor sich hauptsächlich mit der Bücherzensur befasst. Das hat einen einfachen Grund, im Gegensatz zur Inquisition in anderen Ländern, lag das Hauptaugenmerk der Römischen Inquisition seit Mitte des 16. Jahrhunderts nicht auf der Verbrennung von Ketzern, sondern in der "Bekehrung". Somit konnte nur ein hartnäckiges Festhalten am "Irrglauben" auf dem Scheiterhaufen enden, weshalb es in Italien auch vergleichsweise wenige (2%) Verbrennungen gab.

Die Bücherzensur beleuchtet Herr Godman anhand von diversen Fallbeispielen wie Giordano Bruno, Galileo Galilei, René Descartes, Leibniz, Machiavelli, Voltair, Hume, Kant, Beluze, Gibbon und schließlich Graham Greene. Dabei stellt er immer wieder fest, dass es bei der Inquisition sehr ungeordnet zuging. So gab es z. B. drei Instanzen mit gleichem Machtbereich, das Heilige Offizium, die Kongregation für den Index und den Meister des Heiligen Palastes, welche alle unabhängig voneinander Bücher auf den Index bringen konnten. Das führte nicht selten zu Machtkämpfen, welche auf dem Rücken der Bücher und deren Autoren ausgetragen wurden. Hinzu kommt noch, dass die Zensoren oft genug das zu zensierende Werk überhaupt nicht lesen konnten, weil sie der entsprechenden Sprache gar nicht mächtig waren - was sie aber nicht davon abhielt, es auf den Index zu setzen. Auch verstand längst nicht jeder Zensor das was er las, selbst wenn er es lesen konnte. Dazu gab es das Problem, dass es keine Richtlinien gab, an die man sich hätte halten können, wenn es darum ging ein Buch zu indizieren. Durch ihre Aufzeichnungen lernen wir einige der Zensoren etwas näher kennen, Herr Godman beleuchtet ihre Motive und Hintergründe, welche ebenso vielfältig und unterschiedlich waren wie ihre Charaktere.

Erst Papst Bendedikt XIV versuchte die veralteten Methoden der Bücherzensur besser zu organisieren und auch den Autoren die Möglichkeit zu geben sich zu verteidigen. Allerdings sollte er mit seiner "Revolution" noch nicht allzu viel Erfolg haben.

Wer sich vorstellt, hier einfach ein paar Fakten und Thesen zum schnellen Lesen zu bekommen, der wird sich wundern wie schwer verdaulich dieses Buch doch ist. Zwar sind es nur 400 Seiten, doch diese sind eng bedruckt und was noch viel "schlimmer" ist - der Autor sprüht nur so vor Fachwissen. Obwohl das Buch eine romanartige Erzählstruktur aufweist muss man sich als nicht-Experte doch anstrengen um mit den vielen Ausführungen schritt zu halten. Ein Glück gibt es aber ein umfangreiches Glossar am Ende, das zumindest die kirchenspezifischen Ausdrücke erklärt. Dieses Buch lohnt sich freilich nur, wenn man sich ernsthaft mit dem Thema Vatikan und Römische Inquisition beschäftigen möchte, wer dieses Buch nur aufgrund der Modeerscheinung "Vatikanthriller" ersteht wird wahrscheinlich nicht nur überfordert sondern auch noch gelangweilt sein, von der vergleichsweise ernüchternden und tristen Realität.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Empfehlenswert! 5. März 2006
Format:Taschenbuch
Eine wirklich faszinierende Studie der Römischen Inquisition. Von einem legendären straff organisierten Kontroll- und Zensurapparat keine Spur. Vielmehr prägten Willkür, Querelen und Intrigen die stärkste Behörde des Vatikans. Ernüchternd düster, ernüchternd menschlich.

Neben de Rosas ‚Gottes erste Diener’ und Uwe Neumahrs ‚Inquisition und Wahrheit’ eines der interessantesten Bücher über die katholische Kirche, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Spannend wie ein Thriller.

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