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Kundenrezensionen

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am 6. August 2003
Die sieben Jahre, die Donna Tartt für dieses Debut verwendet hat, waren mit Sicherheit eine gute Investition. Es ist nicht die Geschichte, die dieses Buch außergewöhnlich macht: Arrogant-dekadente, vom Leben gelangweilte und dabei absurd sympathische Griechischstudenten begehen in vermeintlich dyonisos'schem Wahn einen versehentlichen Mord und daraufhin einen beabsichtigten, woran sie nach und nach zerbrechen. Das ist nicht unbedingt neu und in gewisser Hinsicht auch nicht wirklich überraschend. Der Autorin gelingt es dennoch mühelos, ein nervenzerreißendes Szenario aufzubauen, in dem man nägelkauend und mit feuchten Fingern die Seiten umschlägt. Wann werden die gräßlichen Verbrechen offenbar? Wer begeht den entscheidenden Fehler? Wie weit stürzen die Protagonisten ab für ihr Verbrechen?

Wunderbar und leider viel zu selten in dererlei Romanen ist die detailierte und originelle Sprache (ein Dank an den Übersetzer!). Aus der Sicht des Mitstudenten Richard in der Ich-Form erzählt, gewinnt die Geschichte an Authentität und läßt den Leser am Geschehen teilhaben.

Die Charakterisierung der fünf Hauptfiguren erscheint zuerst etwas stereotyp: der kluge, schweigsame und mysteriöse Henry, der neurotische Exzentriker Francis, die lebenslustigen, aber geheimnisumwitterten Zwillinge Camilla und Charles, der unbeschwerte, aufgeblasene Habenichts Bunny, die allesamt wahlweise ketterauchend, migränegeplagt, betrunken oder bekokst durchs College hasten. Doch durch das Klischeehafte werden sie erstaunlicherweise äußerst plastisch und glaubwürdig. Extrem treffend beobachtet ist die unheimliche, subtile Macht, die der kühl kalkulierende Henry auf die weniger nervenstarken Mittäter ausübt. Es erklärt sich von selbst, wie Charles zum haltlosen Trinker wird, Francis vom amüsanten Hypochonder zum hysterischen Nervenbündel mutiert, Camilla sich plötzlich unnahbar und geheimnisvoll gibt und weshalb unser Erzähler sich verstärkt mit diversen Suchtproblemen herumschlagen muß. Beim Lesen hatte ich stets Gesichter vor Augen, "Kino im Kopf" also, wie es mir als mittlerweile erwachsenen Leser nicht mehr allzu häufig passiert. Allein schon darum ist dieses Buch zu einem meiner Lieblingsbücher geworden.

Nur bedingt zu empfehlen ist die Lektüre klassischen Krimifreunden. Hier wird kein Verbrechen in mühsamer Puzzlearbeit aufgeklärt, und wir gehen auch nicht mit irgendwelchen schnieken Inspektoren in feinem Zwirn auf Mörderjagd. Es ist eine flüssig und amüsant erzählte Geschichte über Dekadenz und die Verkettung von Schuld und Sühne, und das Sahnehäubchen ist der großartige Schreibstil dieses Erstlings. Schade, daß es ein kleines Juwel bleiben wird - eine sorgfältige, im besten Sinne detailversessene, liebevoll erzählte Geschichte, an der sich der Leser festbeißt und nicht mehr losläßt bis zum bitteren Finale.
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am 26. September 2000
Eigentlich eher durch Zufall stieß ich in der "Bibliothek" meiner Eltern auf eine schon ewtas verlesene Ausgabe eines Buches, das mich immer wieder aufs Neue unheimlich fesselt und alles schon Gelesene in den Schatten stellt. Das Buch die geheime Geschichte stellt alle Standpunkte der Moral und Ethik in Frage. Die vielleicht sogar unbewusste Manipulation eines neuen Mitstudenten im engen Kreis der Griechischklasse eines verschrobenen Professors in einer malerischen Universität in Vermont spielt dabei eine wichtige Rolle. Ein Buch über Freundschaft und über die Verbindung von 5 Collegestudenten in der heutigen Zeit, geprägt durch die gemeinsamen Rituale und schließlich auch durch den Mord an Bunny, auch ein junger Mann der eingeschworenen Truppe. Das Buch zieht den Leser völlig in den Bann, man identifiziert sich mit der Gruppe, eigentlich fühlt man sich sogar als 6. (oder 7.) Mitglied dieser verschworenen Gemeinschaft. Es ist erstaunlich und vor allem erschreckend, wie offensichtlich dem Leser im Verlauf des Buches wird, dass Bunny "beseitigt" werden muss, wie man sich in die Lage der Studenten versetzt und Teil von diesem grausigen Spiel wird, und sich dessen so bewusst ist, wie der Tatsache, dass Mord eigentlich nicht die richtige Bezeichnung für diese Handlung ist. Viel passender wäre Notwehr oder einziger Ausweg aus der verzwickten Situation, in der Bunny den Drahtzieher spielt. Schade, dass man von der so jungen und begabten autorin seit ihrem Debütroman nichts mehr gehört hat. Weiß jemand etwas von kurzgeschichten oder anderen büchern/Texten von Donna Tarrt?
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am 9. Dezember 2013
Als Richard Papen die Chance bekommt, an ein New England - College zu wechseln, ergreift er nur zu gerne die Chance, die sich ihm bietet und entflieht der sonnigen, öden Wärme Kaliforniens, seinen lieblosen Eltern und dem schrecklichen Medizinstudium.
Über einige Umwege erlangt er schließlich Zutritt zu einem illustren, kleinen Kreis, der in den schneebedeckten Bergen der Catskill-Mountains bei einem skurrilen Professor Altgriechisch studiert. Doch seine Kommilitonen hüten ein gefährliches Geheimnis.

Richard Papen ist jedermann und niemand zugleich. Vor seinen Augen, manchmal mit und oft ohne sein Zutun, breitet Donna Tartt alles aus, was Menschen bewegt, was sie ausmacht, was sie antreibt, was sie verzweifeln und was sie morden lässt. Kein Krimi, kein whodunit - wer das erwartet, wird enttäuscht sein - eher ein Psychogramm, ein Kammerspiel, dass den Leser in der Gestalt von Richard Papen hilflos ausliefert, Moral hinterfragt und vor allem Beweggründe darstellt. Vielschichtig, tiefgründig, abgründig.

Ich kann auch die negativen Rezensionen verstehen. Ich glaube, dies ist eines der Bücher, das einen auf dem richtigen "Fuß" erwischen muss, in der richtigen Stimmung, in dem Willen sich ganz und gar auf die Geschichte einzulassen, denn die Welt, die Donna Tartt erschafft, nimmt den Leser ganz und gar gefangen. Die Atmosphäre am New England-College hat etwas von Bret Easton Ellis' "Rules of Attraction".

Es ist eines der wenigen Bücher, die ich immer mal wieder heraus krame und noch einmal lese und jedes mal finde ich etwas Neues. Eine neue Facette, die mir vorher nicht aufgefallen ist, die ich erst verstehe, nachdem ich selbst etwas gereift bin.
Und es ist eines der Bücher, bei denen ich dankbar bin, dass noch niemand eine Verfilmung (aus welchen Gründen auch immer) gewagt hat.
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am 25. Oktober 2015
Das Buch ist jung geblieben. 1992 erstveröffentlicht liefert es auch heute noch aktuell gebliebene Thematiken in Fülle rund um Elitebildungen und die in ihnen schlummernden Dynamiken der Arroganz, der Rücksichtslosigkeit, des Hierarchiedenkens und der Ausgrenzung. Da sich diese Geschichte an einer Universität abspielt, ist es naheliegend, dass im Mittelpunkt eine akademische Elitegruppe steht. Zum Elitären gehört das Außergewöhnliche des gewählten Fachs, in diesem Fall der Alten Sprachen Griechisch und Latein, ebenso wie das Qualitätsbewusstsein, das die Gruppe extrem gute akademische Ergebnisse erzielen lässt.

Es braucht auch noch eine Führerfigur, hier also einen Professor, der durch Auftreten und Anspruch, Entrücktheit und geheimnisvolle Aura sich von allen anderen abhebt. Er ist mehr als nur ein Vorbild, er ist ein Guru, der Gefolgschaft verlangt und erhält. Er selbst lebt wie ein griechischer Philosoph, der mit seinen Schülern Dialoge führt, wie sie aus der griechischen Agora-Tradition überliefert sind. Er sorgt dabei für eine helle, freundliche Atmosphäre in einem Studio, das lichtdurchflutet und blumengeschmückt ist und entsprechend duftet.

In so eine Elitegruppe aufgenommen zu werden, wie es dem Ich-Erzähler Richard mit viel Glück passiert, stärkt sein Selbstbewusstsein und gefährdet es zugleich, denn im Innern der Gruppe muss er sich noch eine Position erobern – und es stellt sich ziemich schnell heraus, dass es in dieser nach außen so geschlossenen, zusammengeschweißten Gruppe sehr wohl eine Hierarchie auch unter den Studenten gibt – mit einem führenden intellektuellen Kopf an ihrer Spitze und einem Außenseiter ganz unten. Wie letzterer überhaupt in die Gruppe hineingekommen ist, bleibt ein Rätsel (er scheint in jeder Hinsicht inkompatibel mit ihrem Anspruch zu sein) und eine Schwäche des Buches, denn die Handlungsdynamik speist sich gerade aus diesem Außenseitertum.

Das Studium ist für diese Studenten ein idealistisches Unternehmen. Sie wollen nichts weniger als den Geist der griechischen Philosophie im Heute leben. Im Umkreis des Professors, d.h. in seinen Seminaren und sonstigen Veranstaltungen gelingt ihnen das auch. Allerdings wird ihnen allmählich klar, dass sich das antike griechische Leben nicht in Diskussion und Kontemplation erschöpft hat, sondern dass die Mythen voll sind von Episoden der Grausamkeit und des Exzesses und dass die Schönheit gerade dort voll zur Geltung kommt, wo sie in die Nähe von Leiden und Tod gerückt wird. Bestimmte Richtungen des griechischen Kultwesens suchen den Kontrollverlust in sexuellem oder gewalttätigen Exzess, z.B. der Dionysoskult in den Bacchanalien. In ihrer konsequenten, neugierigen, elitären Radikalität setzt sich die Studentengruppe in den Kopf – ohne Wissen des Gurus – ihr Griechentum in dieser Richtung auszuloten.

Man kann aus dem Verlauf der Geschichte gut ablesen, wie eine Gruppe, die von idealistischen Gedanken geleitet wird, aus dem Ruder läuft, weil sie in ihrem radikalen Elitarismus keine Schranken von Moral und Vernunft respektiert. Aus den Jägern eines anderen, intensiveren, tieferen Lebens werden Gejagte, die solidarische Gemeinschaft bricht auf und zeigt die hässlichen Züge der Abhängigkeit von einem Führer einerseits und von den schwächsten Mitgliedern, die alle anderen in Gefahr bringen, andererseits.

Welche Verantwortung hat ein geistiger Führer wie der Professor, der selbst elitär denkt und lebt und um sich herum eine elitäre Studentengruppe aufbaut, die den antiken griechischen Geist im Heute leben möchte und sich um die herrschende Moral wenig schert? Welche Verantwortung übernimmt er, wenn er die Nähe des Schönheitskults der Griechen zu Opfer- und Sühnetod betont? Wie schnell passiert der Übergang von der anarchischen Freiheit des Sich-selbst-die-Regeln-Gebens hin zum Einreißen jeglicher Schranken der Mitmenschlichkeit und des Selbsterhalts?

Der Zeitgeist der 80er Jahre hat sich in den Roman eingeprägt: Die Suche nach alternativen, egalitären, anarchischen Formen des Zusammenlebens ebenso wie die nach Bewusstseinserweiterung durch Drogen ist kennzeichnend für eine breite Strömung unter den jungen Leuten von damals.

Der Kitt, der die Studentengruppe zunächst so zusammengehalten hat, war die Wärme und Akzeptanz, die sie in der Gruppe erfahren haben und die ihnen allen in der Jugend in ihren Familien so fürchterlich gefehlt hat. Sie stammen zum Teil aus reichen Familien, die als Ort der Geborgenheit für ein Kind und einen Jugendlichen völlig versagt haben. Die Entfernung zwischen den Generationen könnte größer nicht sein - Richard betrachtet sich als Waisen, obwohl seine Eltern leben! Umso verständlicher ist es, dass er einen Ersatzvater und eine Ersatzfamilie sucht.

Und klar ist dann auch, dass die Mitgliedschaft in dieser Studentengruppe existenzielle Bedeutung annimmt – und ein Ausschluss aus dieser Gruppe eine Katastrophe bedeuten würde. Der Roman nimmt hier Züge einer griechischen Tragödie an, wenn er die rücksichtslose Entschlossenheit schildert, mit der einzelne Mitglieder um den Verbleib in der Gruppe kämpfen.

Die Wahl eines Ich-Erzählers, der der Gruppe angehört und dann doch auch wieder nicht und deshalb das ganze Register von freudigem Aufgehen in der Gruppe bis zum Aus- und Abgestossensein erlebt, erweist sich als geschickter erzählerischer Schachzug. Es vermischt auf produktive Weise Innen- und Außenansicht (auf die Gruppe).

Erstaunlich blass bleibt die Rolle der einzigen Frau in der Gruppe und die Erotik im Allgemeinen.

Die Griechenland-Inszenierung des Professors, die Repräsentation einer warmen, hellen, sinnlichen und körperfreundlichen Welt ist in schroffen Kontrast gesetzt zum harten, gnadenlosen, graunassen bis eiskalten Klima Vermonts. Der Versuch der Verschränkung dieser beiden Welten ist idealistisch und hält der Realität nicht stand. Der Rückzug der Gruppe in eine Villa im Wald – ein Märchenschloss! – hilft ebenso wenig wie der Einsatz von Drogen, um das Naturerlebnis einer makellosen Schneelandschaft oder der strahlenden Farben des herbstlichen Waldes ins Wunderbare zu übersteigern. Der Rückfall in die graue Realität ist danach umso gnadenloser!

Das Kartenhaus der gemachten Einbildungen muss irgendwann zusammenstürzen: Die sich isolierenden und radikalisierenden Gruppen, die die Utopie im Hier und Jetzt verwirklichen wollen, scheitern an ihrem eigenen Anspruch, der zu hoch gegriffen ist. Sie sterben, wenn ihr Guru stirbt oder verlieren all ihren ursprünglichen Glanz und ihr Sendungsbewusstsein und normalisieren und trivialisieren sich zwecks Überleben.
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am 4. Juni 2003
Als Richard als Stipendant an das College von Hampton/Vermont gelangt ist er augenblicklich fasziniert von einer Gruppe Griechischstudenten um den verschrobenen Lehrer Julian. Trotz der Warnung, sich damit vom restlichen Collegeleben abzuschotten, schließt er sich der Elitetruppe an, deren einzelne Charaktere nicht unterschiedlicher sein könnten:
Da sind die androgynen Zwillinge Charles und Carmilla die wie Kletten nicht voneinander lassen können; der nervöse, aus adeligem Haus stammende Francis; der kumpelhafte Bunny mit seinem derben Humor und ewigen Geldsorgen sowie der heimliche Kopf der Clique, der lakonische, finaziell unabhängige Henry mit seiner außergewöhnlichen Gelehrsamkeit. Für Richard beginnt eine seltsame Zeit der Dekadenz und der Ausschweifung, die ein plötzliches Ende findet, als er hinter ein schreckliches Geheimnis kommt, das seine fünf Freunde miteinander teilen. Als einer von ihnen es auszuplaudern droht, sehen die anderen sich gezwungen zu handeln ...
Bereits auf der ersten Seite des umfangreichen Romans erfährt der Leser, wer aus der Clique von den anderen ermordet wird - doch der Spannung tut dies nicht den geringsten Abruch. Viel wichtiger als die Frage wer von ihnen stirbt, ist die, wie es zu diesem Vorfall kommen konnte und vor allem - wie dieses Ereignis ihre Welt verändern wird.
Die außergewöhnliche Mischung des Buches aus Psychothriller, Krimi und Charakterstudie, untermalt von einer mythischen Atmosphäre, fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Eines der Werke, die ich immer wieder gerne zur Hand nehme, um mich aufs Neue in seine Welt entführen zu lassen.
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am 7. August 2001
Eine „geheime Geschichte" wie sie fesselnder nicht geschildert werden kann. Der Titel des Buches ist Programm, schon der Prolog als ein Vorgriff auf das, was am Ende des ersten Teils geschehen wird, macht Hunger auf mehr. Man weiß, was passieren wird, die Spannung liegt darin, dass man nicht weiß, wie es dazu kommt. Man teilt sich die Beobachterrolle mit Richard Papen und hat das Gefühl genauso plötzlich in „Die geheime Geschichte" verstrickt zu werden wie er. Dabei war es doch nur das Interesse an ein paar seltsamen Griechisch - Studenten ... Ich habe jede Seite schneller verschlungen, was beim flüssigen Schreibstil von Donna Tartt kein Problem war und so kamen die plötzlichen Wendungen in diesem Roman um so unerwarteter. Ein Buch für Leute die unterschiedlichste Charaktere beleuchtet haben möchten. Das Buch tastet sie nur an, so dass sie um so geheimnisvoller erscheinen. Die Vorstellungskraft des Lesers wird mit einbezogen in diesen Roman voller Psychologie.
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am 11. Juli 2015
Seit 20 Jahren begleitet mich dieses Buch, das ich für einmalig und genial halte. Ich glaube, es hat mir das intensivste Leseerlebnis beschert, das ich jemals hatte. Gleichzeitig erlebe ich über die Jahre, dass viele mit dem Buch überhaupt nichts anfangen können. Ich habe deshalb mittlerweile Abstand davon genommen, es zu empfehlen oder zu verschenken.
Es gibt ja bestimmt viele Bücher, die die Leserschaft spalten, deswegen ist es ein bisschen müßig darüber zu sprechen. Bei diesem Buch finde ich es aber doch interessant, weil ich nicht verstehen kann, warum das so ist. Das Buch ist leicht zugänglich durch einen einfachen Einstieg, eingängig geschrieben, die Personen werden sehr plastisch, es hat eine spannende Handlung und es ist komplex und tiefgründig. Man könnte höchstens sagen, es interessiert mich überhaupt nicht, warum jemand ermordet wird oder ich will nichts darüber hören, warum sich in einer Gruppe Spannungen aufbauen...Naja, ok. Schade trotzdem, wenn man es sich entgehen lässt, denn solche Bücher sind extrem selten. Und dass Die Geheime Geschichte ein weltweiter Sensationserfolg war und nach 20 Jahren immer noch gelesen wird sollte einem, wenn man ein bisschen schlau ist, schon zu denken geben.
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am 9. Oktober 2006
'Die geheime Geschichte' ist für mich als Vielleser ein absolutes Schlüsselerlebnis. Ich habe nur extrem wenig gelesen, das sich handwerklich mit diesem großen Roman messen kann. Es ist eines der raren Bücher, die dich bereits nach wenigen Seiten in ihren Bann ziehen und die man nicht mehr aus der Hand legen kann und will.
Das Innenleben, die Motivation der Figuren wird sehr gekonnt, spannend & unterhaltsam beschrieben. All diese faszinierenden Charaktere machen diese originell-spannend-traurige Geschichte zu einem der wohl größten Werke der psychologischen Kriminalliteratur. Und selten habe ich ganz unbewusst soviel Gefühl in eine Geschichte investiert - man fühlt sich dieser Gruppe von Studenten unglaublich nahe, ja, man möchte dazugehören! Man kann sich nicht Krimi-Leser nennen, ohne dieses Standardwerk zu kennen, es darf schlicht und ergreifend in keinem Regal fehlen.
Donna Tartt schrieb acht Jahre an ihrem Erstling, das ist eine lange Zeitspanne die man -so meine ich- durchaus herauslesen kann. Denn für mich hat dieser Roman praktisch keinerlei Schwächen, keinerlei Leerlauf, er ist stets glaubhaft und wahrhaftig.
'Die geheime Geschichte' feiert dieser Tage ihren 17. Geburtstag. Auch nach jährlichem Lesen kann ich nur sagen dass dieses Buch für mich seine Wirkung im Laufe der Jahre nicht verloren hat - es ist schwer vorstellbar, das es jemals passieren wird.
(Update 07/2010)
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am 10. Dezember 2015
Dieses Buch hat sich schon während des Lesens zur Liste meiner Lieblingsbücher gesellt. Ich hab diese Geschichte nicht gelesen, ich habe wirklich in ihr gelebt und obwohl viele schreckliche und unangenehme Dinge passiert sind, habe ich es geliebt.

Ich hatte dieses Buch im Regal und war unschlüssig, ob ich wirklich Lust darauf hatte. Ein Collegeroman mit Krimi-Einflüssen? Das ist nur zum Teil mein Ding. Krimis lese ich so gut wie nie. Allerdings hat mich die College-Thematik gereizt und auch die Tatsache, dass es ausnahmsweise mal um Mittzwanziger und nicht um Teenager ging.

Im Mittelpunkt steht Richard, der aus einer etwas ärmlichen Familie und nach einer gescheiterten Beziehung an eine neue Uni kommt. Dort will er Griechisch studieren und freundet sich mit einer besonderen Gruppe von Leuten an, die ihm von Anfang an geheimnisvoll und interessant vorkommt. "Anführer" dieser Gruppe von fünf männlichen und einem weiblichen Mitglied ist der Griechischlehrer, der seine Studenten nach besonderen Kriterien aussucht. Innerhalb der Gruppe gibt es Spannungen, die sich weder Richard noch die LeserInnen erklären können und die zu einer scheinbar gerechtfertigten Tat führen...

Vielmehr will ich auch gar nicht dazu sagen, da es ein extrem spannendes Buch ist, das man auch fünf Mal lesen kann. Denn am Ende, wenn sich alles auflöst, wird sehr viel auf vorherige Situationen verwiesen, die man schon fast wieder vergessen hat.

Ich liebe die Charaktere, besonders Henry und Francis. Klar, sie sind snobistische, verwöhnte Söhne, aber trotzdem haben sie etwas unheimlich sympathisches an sich.

Das Buch ist wegen der Charaktere, aber auch wegen der Sprache zu meinem Lieblingsbuch geworden. Es ist weder nüchtern noch ausgeschmückt, sondern genau die Mitte dazwischen. Mir hat außerdem gefallen, dass viele Male Altgriechisch oder Philosophie thematisiert wird.

Das einzige, was mich etwas gestört hat, sind die langen Kapitel. Die haben meinen Lesefluss fast mindern können!

Dem Buch wird oft vorgeworfen, zu "voll" zu sein. Die Autorin hätte zu viele Themen behandelt, zu viele Verwicklungen und Kleinigkeiten eingearbeitet und würde die LeserInnen überfordern. Bei mir hat es das Gegenteil bewirkt, ich habe mich richtig GEFORDERT gefühlt und war eifrig dabei, zusammen mit Richard das Geheimnis zu lüften.

Es war ein inspirierendes, spannendes Buch <3 Ich empfehle es aber eher älteren Teenagern, da es gewalttätige und sexuelle Szenen gibt und es auch sehr viel um psychische Manipulation geht.
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Richard Papen wird auf das Hampden-College aufgenommen. Er wählt Griechisch und Französisch als seine beiden Fächer. In den Griechisch-Kurs kommt er aber nur durch Ach und Krach rein, da der mysteriöse Griechisch-Lehrer Julian keine weiteren Studenten aufnehmen möchte und er seine Gruppe von fünf Studenten schon als vollkommen betrachtet. Richard schafft es dennoch sich im Kurs einzuschreiben, jedoch merkt er sehr bald, dass es unter der scheinbar ruhigen Oberfläche im Studentenleben der 5 brodelt, da 4 von ihnen einen Mord begangen haben, den sie dem fünften, Bunny, verschweigen. Bunny ahnt, dass seine Kommilitonen Mörder sind und treibt sie bis zur Weißglut mit seinen Drohungen die Wahrheit an die Öffentlichkeit zu zerren. Für die 4 Studenten und Richard scheint eines klar zu sein: Bunny muss weg!

Der Roman ist als Debüt als auch als Kriminalroman bzw. Thriller eine Wucht bezüglich der konstant bestehenden Spannung, die das Buch rüberbringt. Es ergeben sich ständig Szenen, die mal gefährlich, dann Angst einflößend und dann wieder düster scheinen, manchmal auch ziemlich schockierend, diese ganzen Horror- und Thrillerelemente werden dennoch von humorvollen Bemerkungen umgeben, die die Autorin, Tartt, hier und da einwirft. Es gibt viele spannende Kriminalromane, aber dieser hat so eine dichte Atmosphäre im Erzählstil, dass man als Leser glaubt, mittendrin im Geschehen zu sein und die Szenen vor den Augen nur so tanzen zu sehen. Ein sehr gut geschriebenes, leicht lesbares Buch also, das die Erhaltung der Spannung nicht vernachlässigen wird!

~Bücher-Liebhaberin~
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