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Die gebrochene Lanze
 
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Die gebrochene Lanze

Spencer Tracy , Robert Wagner , Edward Dmytryk    Freigegeben ab 12 Jahren   DVD
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Spencer Tracy, Robert Wagner, Jean Peters
  • Regisseur(e): Edward Dmytryk
  • Komponist: Leigh Harline
  • Format: Dolby, HiFi Sound, PAL, Widescreen
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono), Englisch (Dolby Digital 2.0 Mono)
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 2.35:1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Euro Video
  • Erscheinungstermin: 1. Dezember 2011
  • Produktionsjahr: 2005
  • Spieldauer: 92 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B005TC8IIU
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 25.076 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Video Jakob Kurzinhalt

Der Wilde Westen im Jahre 1880. Matt Deveraux (Spencer Tracy), ein alternder Viehbaron, herrscht mit brutaler Härte über seine Leute und macht mit seiner gnadenlosen Selbstherrlichkeit vor nichts und niemanden Halt. Die einzigen Menschen, denen er wahre Gefühle entgegebringt, sind sein Sohn Joe (Robert Wagner) und dessen indianische Mutter Princess (Kathy Jurado). Matts drei, aus erster Ehe stammenden Söhne, beobachten das Verhalten ihres Vaters mit Argwohn, denn sie kennen ihren Vater nur als brutalen Tyrannen. Das einzige, was sie ihrem indianischen Halbbruder und dessen Mutter entgegenbringen ist Haß! Nach dem Tod des Familienoberhauptes kommt es zum offenen Kampf...

VideoMarkt

Der patriarchische Rinderbaron Matt Devereaux zieht seinen jüngsten Sohn Joe aus der Ehe mit einer Indianerin seinen drei Söhnen aus erster Ehe vor, was vor allem dem ältesten Ben ein Dorn im Auge ist. Die Verschmutzung des zur Viehtränkung genutzten Wassers durch eine Kupfermine veranlasst den aufbrausenden Matt zum Angriff auf diese. Während Joe die Verantwortung für den Vorfall auf sich nimmt und für drei Jahre ins Gefängnis geht, übernimmt Ben die Leitung der Viehzucht und widersetzt sich konsequent allen Wünschen seines Vaters, was diesen schließlich in den Tod treibt.

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41 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:DVD
DIE GEBROCHENE LANZE (1954) ist ein sehr komplexer Western, der sich gleich mit mehreren Themen beschäftigt. Herausgesprungen ist dabei ein Oscar für das beste Drehbuch. Im Vordergrund stehen Familienkonflikte, es geht aber auch um (versteckten und offenen) Rassismus und um den Wandel es alten Westens, in dem noch das Faustrecht der Prärie galt, hin zu einer moderneren Gesellschaft mit Recht und Ordnung, aber auch mit gierigen Geschäftemachern. Ungewöhnlich für einen Western, wird ein Großteil der Handlung in einer Rückblende geschildert.

Der Film erzählt die Geschichte von Matt Devereaux, eines stolzen und despotischen Viehbarons, der sich mit unbeugsamer Gewalt gegen die beginnende Industriealisierung des Landes wehrt. Während seine zweite Frau, eine Indianerin, und sein jüngster Sohn Joe zu ihm stehen, wenden sich seine drei anderen Söhne aus erster Ehe gegen ihn und ihren jüngeren Bruder, das "Halbblut".

Eindrucksvoll ist die Besetzung des Films. Spencer Tracy liefert als Matt Devereaux einmal mehr eine Glanzleistung ab und dominiert den Film. Eindrucksvoll brilliert er vor allem in der fast 15-minütigen Gerichtsszene, in der er sich durch Arroganz und Selbstgefälligkeit und in totaler Verkennung der veränderten Umstände durch einen geschickten Anwalt unbewußt dazu bringen läßt, sich selbst um Kopf und Kragen zu reden. Eine Szene, die durchaus Vorbild für Jack Nicholsons berühmten Ausbruch in EINE FRAGE DER EHRE gewesen sein könnte. Die Rolle eines despotischen Viehbarons der Pioniertage spielte Tracy übrigens schon einmal, 1946 in ENDLOS IST DIE PRÄRIE.
Die Mexikanerin Katy Jurado spielt seine zweite Frau, eine Indianerin. Dafür gab es eine Oscar-Nominierung. Zuvor war Jurado vor allem durch ihre Rolle als Grace Kellys Rivalin um die Gunst Gary Coopers in ZWÖLF UHR MITTAGS bekannt geworden.
Robert Wagner ist Devereauxs jüngster Sohn Joe, ein Halbblut. Wagner war einer der letzten Schauspieler, die von 20th Century Fox noch nach dem alten Studiosystem gezielt zum Star aufgebaut wurden. 1954 gelang ihm mit DIE GEBROCHENE LANZE und PRINZ EISENHERZ der Durchbruch zum Hauptdarsteller. In den Achtziger Jahren sollte er im TV mit der Serie HART ABER HERZLICH erfolgreich sein.
Devereauxs drei Söhne aus erster Ehe werden von Richard Widmark, Hugh O`Brian und Earl Holliman verkörpert. Widmark, der wie kaum ein anderer Hollywoodstar im Laufe seiner Karriere immer wieder zwischen Helden- und Schurkenrollen wechselte, glänzt als ältester Sohn Ben. Das Drehbuch bescherte ihm markante Sätze wie: „Leute, die 10.000 $ in den Spuknapf werfen, machen mich nervös."
Hugh O'Brian und Earl Holliman spielen dagegen fast nur Statistenrollen mit wenig Dialog. Für Holliman sollte die Rolle eines etwas tumben Kerls prägend werden. Ähnliche Rollen gab es für ihn unter anderem in DER LETZTE ZUG VON GUN-HILL, ZWEI RECHNEN AB und DIE VIER SÖHNE DER KATIE ELDER.
Für die romantischen Augenblicke sorgt Jean Peters als Barbara, die große Liebe von Joe Devereaux. Im Gegensatz zu ihrem Vater, dem vom bewährten Charakterdarsteller E.G. Marshall dargestellten Gouverneur, ist sie frei von rassistischen Vorurteilen. Peters heiratete nur ein Jahr später übrigens den legendären Howard Hughes (The Aviator) und beendete ihre Schauspielkarriere für lange Zeit.

Regisseur Edward Dmytryk hat es geschafft, die verschiedenen Themenbereiche geschickt miteinander zu verbinden und bringt in DIE GEBROCHENE LANZE wieder seine größte Stärke zur Geltung: die genaue Beobachtung der Charaktere und die sorgfältige Herleitung ihrer Handlungsmotivation. Selten ist bei Dmytryk ein Charakter einseitig gut oder böse. Der „Held" Matt Devereaux hat eigentlich genausoviele negative Charaktermerkmale wie seine „bösen" Söhne, deren Handlungen man zu weiten Teilen nachvollziehen kann. Gerade die interessanten Charaktere tragen viel zur Spannung des Films bei und nach 92 kurzweiligen Minuten hat man gar nicht recht gemerkt, dass für einen Western eigentlich nur wenig geschossen wurde. Denn der Film wirkt durchgehend hart und kompromisslos, ohne dass es dafür übermäßiger grafischer Gewalt bedurfte.

DIE GEBROCHENE LANZE besticht auch durch seine prächtige Cinemascope-Fotografie, die immer wieder in herrlichen Bildern weiträumige Landschaftspanoramen präsentiert. Der Film wurde größtenteils im Süden Arizonas gedreht und beschert dem Zuschauer damit eine einmalig schöne Westernlandschaft.

Die Bildqualität hätte ich mir ein wenig besser gewünscht , sie geht aber für einen mehr als 50 Jahre alten Film absolut in Ordnung. Glücklicherweise liegt der Film im anarmorphen Widescreenformat vor, so daß die Landschaftaufnahmen voll zur Geltung kommen. Der Ton ist einwandfrei, es kann zwischen Deutsch und Englisch gewählt werden.

Ein zusätzliches Schmankerl bietet ein Vergleich der beiden auf der DVD enthaltenen Trailer.
Stellt der amerikanische Trailer zur Erstaufführung des Films noch voll auf die damals gerade neue Cinemascope-Fotografie und die Darstellerriege ab, so kann man beim Betrachten des deutschen Trailers zur Wiederaufführung des Film Ende der 60er Jahre ein Schmunzeln nicht unterdrücken. Der harte Italowestern hatte gerade Hochkonjunktur und so wurden aus dem US-Trailer kurzerhand sämtliche Szenen mit weiblichen Personen und mit romantischem Einschlag herausgeschnitten. Stattdessen wurden zahlreiche zusätzliche Schussgeräusche und Italowestern-typische einfarbig gefärbte Passagen eingefügt. Zusätzlich wurde der Film in ARIZONA umgetitelt. Man sehe und staune.

Als weiteres Bonusmaterial gibt es eine umfangreiche Fotogalerie und ein nettes Booklet.

Der Titel des Films beruht übrigens auf einer angeblich indianischen Sitte, wonach eine in den Boden gespießte Lanze die traditionelle Kampfansage ist. Nach Beilegung des Konfliktes wird die Lanze dann zerbrochen. Westernkenner wissen, daß 1950 noch ein gebrochener Pfeil den gleichen Zweck erfüllte. Egal, DIE GEBROCHENE LANZE ist einer der besten Western der 50er Jahre und ein klarer Kauftip.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Snorri
Format:DVD|Von Amazon bestätigter Kauf
"Broken Lance" ist kein typischer Western. Das kann kaum verwundern, handelt es sich doch um das Remake eines im Milieu italienischer Einwanderer in New York spielenden Familiendramas, "Blutsfeindschaft" ("House of Strangers") von Joseph Mankiewicz (1949).
Dennoch behandelt der Film ein typisches Western-Thema, oder besser gesagt: das große Thema des Spätwesterns, nämlich die Ablösung der archaischen, patriarchalischen Ordnung der Pioniere, strukturiert durch persönliche Loyalitäten, durch die moderne Zivilisation, strukturiert durch abstrakte Rechtsnormen. Obwohl diese neue Ordnung durch die Leistung der Pioniere erst ermöglicht wurde, lässt sie deren Werte obsolet erscheinen und vernichtet sie schließlich.
Wie es der Natur dieses Konflikts entspricht, wird die alte Ordnung durch eine überragende Einzelpersönlichkeit repräsentiert, die neue dagegen durch eine Vielzahl von Figuren kleineren Formats. Der Gouverneur, der Richter, der Anwalt, der Minenbetreiber - verglichen mit dem Viehzüchter-Patriarchen Matt Devereaux erscheinen sie zwar zwergenhaft, kriegen ihn aber mit ihren Gesetzen und Verträgen trotzdem unter, einfach weil die Zeitgeist mit ihnen ist.

Eingebettet in diesen großen Konflikt ereignet sich ein wuchtiges Familiendrama, dessen Akteure neben dem alten Patriarchen seine Frau - eine gebürtige Indianerin - und der gemeinsame Sohn sowie die drei Söhne des Alten aus erster Ehe und der indianische Vormann der Ranch sind. Alle diese Figuren sind in ihrem Denken und Handeln wesentlich durch ihre Beziehungen und Gefühle zu dem alten Devereaux geleitet: hingebende Liebe bei der Frau; Bewunderung beim jüngsten Sohn Joe; Hass, zunächst ohnmächtig, dann tätig, bei den älteren Söhnen; bedingungslose Treue beim alten Vormann. Erst durch das Hinzutreten eines Menschen von außerhalb des Familiensystems werden andere als die auf Matt bezogenen Gefühle möglich: die Liebe der Tochter des Gouverneurs zu Joe, dem Halbindianer, ermöglicht diesem einen Ausweg aus dem Geflecht von Hass und Rache, freilich erst nach dem Tod des übermächtigen Alten.

Ein solches Drama erfordert erstklassige Darsteller, und solche sind hier gegeben: Spencer Tracy, so dominant, wie es seiner Rolle zukommt, als Matt Devereaux; Katy Jurado, mit großer Würde, als seine Frau; Richard Widmark, überaus eindringlich, als verbitterter ältester Sohn Ben (die beiden mittleren Söhne sind bloße Chargen); Eduard Franz als stoischer Vormann Two Moons; Jean Peters als charakterstarke Barbara; dazu gute Schauspieler in den Nebenrollen. Den schwierigsten Part hat jedoch Robert Wagner, und er meistert ihn mit Bravour: mit männlicher Festigkeit gibt er den beinahe allzu liebenswerten Joe klare Konturen und behauptet sich souverän zwischen den Giganten Tracy und Widmark. Chapeau!

Insgesamt ist "Broken Lance" ein hervorragender Film für alle, die nicht gerade einen typischen "shoot 'em up"-Western erwarten (obwohl es auch die eine oder andere Schießerei und einen spektakulären Showdown zwischen malerischen Felsen gibt). Die Bildqualität ist gut, der Ton passabel - kaufen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein guter Western 26. August 2011
Format:DVD
Die gebrochene Lanze (Broken Lance). USA 1954
Mit: Spencer Tracy, Robert Wagner, Richard Widmark, Jean Peters, Katy Jurado, Eduard Franz, Hugh O'Brien, Earl Holliman u. A.
Story: Philip Yordan. Drehbuch: Richard Murphy. Regie: Edward Dmytryk
Bild: Farbe / Technicolor / Cinemascope / 16:9 / gut. Filmdauer: 92 Minuten
Genre: Western > Westerndrama > Ethno > American Natives
Auszeichnungen: Oscar für beste Story

Die Indianer verkörpern in diesem Western großteils angepasste, integrierte Cowboys für den Rancher Spencer Tracy, und sind wie Cowboys angezogen.
Das ist kein Actionwestern, sondern ein inhaltliches Westerndrama mit hintergründigen Botschaften, die wert sind, beachtet zu werden.
Die Konstellation ist interessant, weil es hintergründig immer auch um den Respekt und die Anerkennung geht gegenüber den amerikanischen Ureinwohnern. Sie bewegen sich im Film relativ unscheinbar, doch immer wesentlich. Der Vorarbeiter Two Moons ist immer zur richtigen Stelle, wenn es darum geht, zu helfen, beizustehen. Zunächst findet er im Wasser die Spur der Viehdiebe, welche sich bald darauf als zwei der eigenen Söhne Tracys herausstellen. Etwas später reitet er mit seinen Cowboys heran, um Tracy und seinen Söhnen aus der Patsche zu helfen. Am Ende rettet er Halbblut Joe (R. Wagner) das Leben. Die indianische Gattin von Tracy spielt eine zentrale Rolle in dessen gesamtem Handeln, weil sie den ruhigen Pol verkörpert, der ihm Behutsamkeit und Nachsicht suggeriert, wenn er zu weit geht. Kurz gesagt - die besseren moralischen Werte werden von Indianern vermittelt und vertreten. Je gebildeter und mächtiger die Weissen, umso korrupter und verdorbener sind sie bis hin zum Gouverneur, dem die Freundschaft zwischen seiner Tochter und dem Halbblut peinlich ist, weil jener indianischen Blutes ist. Die subtilen, unterschwelligen Vorurteile der Weißen gegenüber den Indianern kommen immer wieder unscheinbar, aber umso hässlicher zum Vorschein. Gerade aber Joe, das Halbblut, liebt seinen Vater wahrhaftig, und geht für ihn drei Jahre ins Gefängnis, um ihm eine solche Schmach zu ersparen, nachdem er gesehen hat, dass die anderen Brüder ihren Vater fallen lassen. Der alte Rancher zerbricht an der Tatsache, dass seine Zeit vorbei ist, wo er noch das Prinzip des Naturrechtes anwenden konnte. Jetzt, wo die Gesetze gemacht werden zum Zwecke einer rücksichtslosen Ausbeutung des Landes und die Vergiftung des Wassers im Kalkül der Bodenausbeuter keine Rolle spielt, hat auch er als einzelner Kämpfer für Recht keine Chance mehr. Diese Tatsache verkraftet er nicht.
Es geht um Moral und menschlichen Uranstand. Moderne Managmentmethoden offenbaren die Neigung zur Falschheit, Müßiggang und Korruption. Drei Söhne des verstorbenen Großranchers leiten die Viehgeschäfte von der Stadt aus, pressen ihre indianische Stiefmutter ins Reservat zurück - das Ranchgebäude verkommt. Nur das Halbblut verkörpert die natürliche Lebens- und Arbeitsweise nach dem Beispiel des verstorbenen Vaters.
Die drei Halbbrüder wollen ihn loswerden und weit von dannen schicken, mit Geld abspeisen und kaltstellen. Doch als sein rechtmäßiger Sohn widersetzt er sich den destruktiv-egomanischen Bestrebungen der schurkischen Brüder. Im Nachhinein kann man die despotisch strengen Manieren des Vaters aus der Vergangenheit kritisieren. Trotzdem ist es Tatsache, dass er zusammen mit seinen Söhnen eine gesicherte Existenz geschaffen hat, letztlich garantiert auch für sie selbst. Wenn ihn drei der Söhne insgeheim hassen, so nicht infolge der schlechten Erfahrungen aus der schweren Vergangenheit, sondern aufgrund ihrer Gier, als seine Erben mühelos reich zu werden. Denn all ihre Pläne, welche sie gegen ihren Vater und den indianischen Halbbruder schmieden, dienen nicht dem Prinzip der ausgleichenden Gerechtigkeit, sondern eigensüchtigen Interessen. Und es ist von der Handlung her klar, dass Matt Devereaux ein Herrscher mit rauhen Sitten ist, aber ein gerechter, der auch einem streunenden Wolf sein Lebensrecht gönnt. Diese rauhe Gesittetheit, die vorbehaltlose Bejahung der indianischen Ethnie, des Landes, der Einheit mit dem Lebenskreis, das alles unterscheidet ihn von den drei Söhnen, welche die neue Zeit verkörpern, voller Gier nach schnellem Reichtum, sowie Vorurteile gegenüber bewährten Prinzipien, Indianern und alten Gebräuchen.
Sämtliche Hauptdarsteller agieren gut in dieser komplexen Auseinandersetzung. Spencer Tracy ist ganz glaubwürdig in seiner Patriarchenrolle und spielt den am Ende verbitterten Helden sehr solide. Die von Anbeginn souverän spielende Jean Peters, die bedauerlicherweise 1955 ihre Filmkarriere freiwillig beendete. Katy Jurado für Oscar nominiert. Robert Wagner unaufdringlich stark. Richard Widmark gewohnt faszinierend in der Riege komplexbehafteter Figuren. Fast alle erweisen sich als sehr gute Reiter, vor allem Spencer Tracy, dessen erstklassige Reitfähigkeit verblüfft.
Nun könnte man gewiß dem Film Dialoglastigkeit zuweisen, wenn man ihn als Actionwestern wünschte. Wenn man aber dem Film erlaubt, seine dramatische Geschichte zu erzählen, dann erweist er sich als ein sehenswertes und denkwürdiges Westerndrama mit humaner Botschaft.
Als Tracy halbtot an seinen drei unverbesserlichen Söhnen vorbeireitet, kommt einem schon die Gänsehaut hoch.
Schön, wie beim christlichen Begräbnis auch die Indianer aus naher Entfernung mit Trommel und Gesang die Zeremonie begleiten.
Robert Wagner bohrt beim Begräbnis die Lanze in den Boden, weil er Blutrache will. Er macht seine drei Brüder für den Tod des Vaters verantwortlich. Seine Mutter und gleichzeitig Stiefmutter der Dreien verbietet ihm jedoch, sich gegen seine Brüder zu wenden. Der ihm im Finale aufgezwungene Zweikampf mit Widmark ist mit guten Stunts packend choreographiert. Die Lanze wird am Ende als Zeichen des Friedens und der Versöhnung (vor allem mit sich selbst) gebrochen - Die gebrochene Lanze. Oscar für beste Story wohlverdient.
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