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Die ganze Wahrheit: Roman
 
 
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Die ganze Wahrheit: Roman [Gebundene Ausgabe]

Norbert Gstrein
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 2 (16. August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446235493
  • ISBN-13: 978-3446235496
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,8 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 330.359 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Norbert Gstrein
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Man liest das Buch mit Vergnügen. Norbert Gstrein ist hier ein sehr souveräner Erzähler. Dabei zuzusehen, wie er zwischen Schärfe, Ironie und Hingabe schwankt, ist eine Freude." Arno Widmann, Frankfurter Rundschau, 14.08.10 "Man liest Gstreins Geschichte einer ehrgeizigen und okkultistisch-diabolisch begabten Frau, die durch Heirat einen Verlag enterte und ihren Mann schon zu dessen Lebzeiten zum "Jenseitsraben" verklärte, ehe sie sich in einen regelrechten Sterbe- und Todeskultus hineinsteigerte, mit Vergnügen." Christoph Bartmann, Süddeutsche Zeitung, 14.08.10 "Norbert Gstrein hat einen im Kontext seines Schaffens typischen, stringent gedachten und virtous durchgeführten Roman vorgelegt." Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung, 14.08.10 "Was das Werk leistet, geht über bloße Enthüllungen weit hinaus. Eine Satire auf den Literaturbetrieb, ein echter Gstrein. In jedem seiner Bücher stellt er die Grundsatzfragen nach der Erzählbarkeit eines Lebens." Richard Kämmerlings, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.10 "Als Norbert Gstreins Roman erschien, wurde er vor allem als ein Buch gelesen, das sich nur leicht verbrämt mit der Person von Ulla Unseld-Berkéwicz beschäftigt. Damit tut man dem Text Unrecht. … Das Buch erweist sich als ebenso gewagtes wie gekonntes Romanexperiment, das es jetzt, jenseits des Skandals, zu entdecken gilt." Christian Metz, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.10.10

Kurzbeschreibung

Heinrich Glück, Verleger in Wien, lernt die junge, exzentrische Dagmar kennen und lässt sich scheiden, um seine letzten Jahre mit ihr zu verbringen. Immer ausschließlicher ergreift sie Besitz von seiner Existenz. Als er stirbt, soll er endgültig ihr Eigentum werden: Sie schreibt ein Buch über seinen Tod. Kann eine Frau behaupten, die ganze Wahrheit über ihren Mann zu wissen? Der langjährige Verlagslektor jedenfalls weigert sich, Dagmars Buch zu publizieren. In einem ironischen, brillanten Vexierspiel zeichnet der aus Österreich stammende Norbert Gstrein das Porträt einer Frau, die nur an eine Wahrheit glauben will: ihre eigene.

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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Wolfgang Stroebl TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Schon vor seinem Erscheinen hat Norbert Gstreins Roman "Die ganze Wahrheit" einigen Staub in der Literaturszene aufgewirbelt: ein Schlüsselroman sei es geworden, hieß es, eine Abrechnung mit Ulla Berkéwicz-Unseld, der Witwe und Erbin des Verlegers Siegfried Unseld. Nun mag das so sein, aber bei jedem sogenannten Schlüsselroman stellt sich die Frage, wieviel an Interesse daran übrig bleibt, wenn man als Leser/in die beschriebenen Leute nicht oder kaum kennt und auch keine weiteren Hintergrundinformationen hat.

In "Die ganze Wahrheit" ist alles ein wenig verfremdet: der (ursprünglich: Suhrkamp-)Verlag wurde nach Wien transferiert und ist dabei auf ein recht kleines Unternehmen geschrumpft. Der Verleger Heinrich Glück heiratet in zweiter Ehe die Blondine Dagmar, die sich im Lauf der Zeit als veritable Nervensäge entpuppt. Erst als ihr Mann allmählich hinfällig wird, beginnt Dagmar, in die Rolle der sorgenden Ehefrau einzusteigen, die sie bis zu seinem Tod beibehält - nicht ohne dann ein Buch darüber zu veröffentlichen. Der Lektor des Verlags, der Ich-Erzähler Wilfried, der das Ehepaar Glück durch alle Höhen und Tiefen begleiten durfte/musste, möchte Dagmars Roman nicht lektorieren und wird daraufhin gekündigt.

Der Beschreibung dieser Dagmar und ihres Treibens wird in diesem Buch viel Raum gegeben. Die Verlegersgattin, ein hysteroid-flatterndes Wesen, das öfter die Grenze zum Psychopathologischen überschreitet, ist das wenig schmeichelhafte Porträt einer grauenvoll überdrehten Frauensperson. Launen- und sprunghaft, willkürlich, ein Mensch mit 1000 Gesichtern. Ihrem suspekten Hang zur Esoterik und Mystik verbindet sie mit schriftstellerischen Versuchen: das Ergebnis ist ein Theaterstück, dessen Uraufführung am Burgtheater zum Fiasko wird.
Leider fehlt der Exzentrikerin Dagmar in diesem Buch ein Gegenspieler. Der Ich-Erzähler Wilfried ist ihr in all seiner Lahmheit nicht gewachsen und auch nicht wirklich ein Sympathieträger. "Ich schwieg" heißt es oft. Wilfried akzeptiert alles, sagt nichts, tut nichts (außer über die Chefin zu lästern und ein "Enthüllungsbuch" zu schreiben - tiefenpsychologisch gesehen wäre das nicht nötig gewesen, hätte er ihr Paroli bieten können). Dass zwischen den beiden Antipoden so wenig Funken fliegen, tut dem Roman dramaturgisch nicht gut und lässt ihn zwischendurch recht lang erscheinen. Denn alles in allem passiert nicht viel und auch das Ende wird schon vorweggenommen. Man will nicht so recht warm werden mit den Figuren, obwohl (oder weil?) sie so psychologisch genau beobachtet sind.

Dennoch: ich habe den Roman gern gelesen. Norbert Gstrein steht für mich in Stil und Satzkonstruktion für souveränen Umgang mit der deutschen Sprache. Wer Gstrein liest, sollte übrigens keine Angst vor längeren und langen Sätzen haben ;-) Bisweilen aufblitzender Sarkasmus belebt die Lektüre.
Ein blendend geschriebener, in Maßen unterhaltsamer Roman mit Einblicken in ein Milieu, das der Autor sicher gut kennt. Schlüsselroman hin oder her - interessant ist er allemal.
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