Sicherlich tut man sich heutzutage mit dem Werk Dante Alighieris nicht leicht und insbesondere die Göttliche Komödie zeigt einem beim Lesen immer wieder, wie wenig man von Religion und deren Entstehung doch weiß, aber immerhin, hier wurde ein großes Werk geschrieben und zwar zwischen 1290 und 1313.
Dante hat sich mit neun Jahren (das muß man sich einmal vorstellen!) in Beatrice dei Portinari verliebt und dieses Mädchen war Ansporn seines Schaffens, Inhalt seiner Träume und sie selbst, so sagt er, ist Führerin durch einen Teil seiner göttlichen Komödie, neben Vergil.
Natürlich spricht hier nicht nur der leidenschaftliche Liebhaber, quasi wie ein damaliger Troubadour, sondern auch der geschichtlich Interessierte und aufklärende Wissenschaftler möchte die Menschen hinführen zu einem Leben außerhalb des Verderbens.
Daß dabei heidnische Mythen und christlicher Glaube gegenübergestellt werden, in Harmonie gebracht werden, ist wohl schon aristotelisches Gadankengut, das damals in Europa (wieder!)aufkam und somit offiziell geübte Tatsache christlicher Theologie bis heute, also oftmals schwer verständlich. Allein die Führungen durch Hölle, Läuterungsberg und Paradies mit all ihren Vorräumen ist oftmals für uns Heutige verwirrend. Deshalb gibt es Erläuterungen zu diesem Werk und das Nachwort und die Anmerkungen sollen niemals ausgelassen werden, sonst tut man sich sicherlich zu schwer mit dem ganzen Werk.
Daß aber die Sprache gerade dieser Ausgabe etwas altertümlich sein soll, wäre für mich geradzu ein Vorteil. Dante hat in Terzinen geschrieben und diese finden gerade bei Gmelin ihre Entsprechung. Dabei ist eine Übersetzung in Prosa für heutige Leser und Leserinnen vielleicht auch nicht von der Hand zu weisen. Somit wäre das Werk, das ja von inneren Qualen gekennzeichnet ist, in seiner originären Art sehr streng und formal ist und antike und mittelelalterliche Vorstellungen überwindet, unter Umständen noch verständlicher für uns.
Diese gebundene Ausgabe von Reclam in der bekannten Übersetzung von Hermann Gmelin aber ist meines Erachtens schon verständlich.