Aus der Amazon.de-Redaktion
Das Buch Die fremde Braut der in Hamburg lebenden türkisch-deutschen Soziologin Necla Kelel zeichnet diesbezüglich ein ausgesprochen düsteres Bild. Jede zweite türkische Ehe in Deutschland, so haben ihre Recherchen ergeben, ist das Ergebnis einer Zwangsverheiratung. Ehefrauen oder -männer für die in Hamburg-Wilhelmsburg oder Berlin-Kreuzberg lebenden jungen Türkinnen und Türken werden demnach von den Eltern aus der Türkei importiert. Oder man exportiert die Tochter zum künftigen Ehemann in die Türkei. Jede zweite Ehe in Deutschland aufgewachsener Türken soll so zustande kommen -- mit steigender Tendenz! Wie soll jemand, so hat es Necla Kelek in einem Radio-Interview auf den Punkt gebracht, der nicht mal seinen Lebensgefährten selbst aussuchen darf, diese Gesellschaft demokratisch mitgestalten?
Die Zwangsverheiratung ist dabei nur das Ende eines Martyriums, wie Kelek, die als Zehnjährige 1967 nach Deutschland kam, anschaulich darlegt. Wir sollten, so lautet die Lehre, die aus diesem Buch zu ziehen ist, nicht aus falsch verstandener Toleranz vor den Relikten Menschen verachtender Konventionen mitten in unserer Gesellschaft die Augen verschließen. Die fremde Braut verdient größte Aufmerksamkeit! --Andreas Vierecke
Pressestimmen
Kurzbeschreibung
Der Verlag über das Buch
Über den Autor
Auszug aus Die fremde Braut von Necla Kelek. Copyright © 2005. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
»Dies ist eine wahre Geschichte. Sie handelt von Liebe und Sklaverei, von Ehre und Respekt, von türkischem Mocca und verkauften Bräuten. Sie erzählt von meiner Familie, die aus Anatolien über Istanbul nach Deutschland kam, und sie erzählt von meinem Weg in die Freiheit. Sie berichtet von türkischen Frauen, die in arrangierten Ehen von ihrer Familie nach Deutschland verheiratet wurden gegen den Brautpreis Deutschland und hier Fremde in der Fremde bleiben, oft genug wie Sklavinnen gehalten. Sie handelt von der gescheiterten Integration der Türken in Deutschland.
Die Welt ist zweigeteilt. In innen und außen. Innen, das sind die Türken, das sind die Muslime, das ist die Türkei. Draußen, das sind die Deutschen, die Ungläubigen, das ist Deutschland. Zwischen diesen zwei Welten gibt es keine Verbindung. Bist du für oder gegen uns, gehörst du zur Umma, zur Gemeinschaft der türkischen Muslime, oder nicht? Bist du rein oder unrein? Das sind die Fragen, die das Leben, den Alltag und den Umgang miteinander bestimmen.«