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Produktinformation
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Das Buch Die fremde Braut der in Hamburg lebenden türkisch-deutschen Soziologin Necla Kelel zeichnet diesbezüglich ein ausgesprochen düsteres Bild. Jede zweite türkische Ehe in Deutschland, so haben ihre Recherchen ergeben, ist das Ergebnis einer Zwangsverheiratung. Ehefrauen oder -männer für die in Hamburg-Wilhelmsburg oder Berlin-Kreuzberg lebenden jungen Türkinnen und Türken werden demnach von den Eltern aus der Türkei importiert. Oder man exportiert die Tochter zum künftigen Ehemann in die Türkei. Jede zweite Ehe in Deutschland aufgewachsener Türken soll so zustande kommen -- mit steigender Tendenz! Wie soll jemand, so hat es Necla Kelek in einem Radio-Interview auf den Punkt gebracht, der nicht mal seinen Lebensgefährten selbst aussuchen darf, diese Gesellschaft demokratisch mitgestalten?
Die Zwangsverheiratung ist dabei nur das Ende eines Martyriums, wie Kelek, die als Zehnjährige 1967 nach Deutschland kam, anschaulich darlegt. Wir sollten, so lautet die Lehre, die aus diesem Buch zu ziehen ist, nicht aus falsch verstandener Toleranz vor den Relikten Menschen verachtender Konventionen mitten in unserer Gesellschaft die Augen verschließen. Die fremde Braut verdient größte Aufmerksamkeit! --Andreas Vierecke
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Die Autorin schneidet hier eine Thematik an, die uns Deutschen so oft gar nicht bewußt ist. Mein Bild von der Türkin verschleiert mit Kopftuch, im Kontrast zu meinen hier geborenen, sehr selbstbewußten türkischen Freundinnen und deren Familien hat sich grundlegend verändert. Die für mich oft unverständlichen Regeln und Zwänge wurden ein bischen nachvollziehbarer.
Ich kann dieses Buch zu lesen jedem nur empfehlen. Es liest sich leicht und regt trotzdem zum Nachdenken an.
Warum geht es konkret : zunächst gibt Necla Kelek einen Überblick über den Islam als Religion und deren Implikationen auf die muslimischen türkischen Familien. Weiter geht es über die landestypische türkische Brautwerbung und die damit verbundenen Traditionen. Der nächste Teil widmet sich dann dem „Transfer" junger Türkinnen nach Deutschland und deren Leben mit allen Einschränkungen und auch Freuden in der Familien. Kritisch wird es dort, wo Lebensgeschichten von Türkinnen erzählt werden und sich die Frage aufwirft wie dies alles mit den Vorstellungen der deutschen Gesellschaft zur Freiheit des Einzelnen vereinbar sein kann. Schließlich wird auch ein äußerst beunruhigendes Bild aufgezeigt, wie viele in Deutschland ansässige Türken Deutschland und die Deutschen sehen - zumindest aus dem Blickwinkel der Autorin.
Fazit : Kaufen, lesen, mit anderen diskutieren - auch mit Türken - und weiterempfehlen!
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