Kurzbeschreibung
Autorenportrait
Auszug
Die Schweizer Züge sind die besten der Welt. Sie fahren nie übermäßig schnell, und so werden die Fahrgäste auch nie durchgeschüttelt, bis ihnen die Seele zur Nase herausquillt; sie sind sauber und leise, weich, gut gefedert, und sie haben groß Fenster, so daß man die Aussicht genießen kann. Hin und wieder blicke ich von meiner Kladde auf, in die ich schreibe. Wir haben Oktober, und die immer noch grüne Landschaft fegt an meinem Blick vorüber, der bei dem grasenden Vieh auf der Weide verweilt, bei den schläfrigen Milchkühen mit ihre scheckigen Fell, bei den Häusern mit ihren Dächern, die so weit hinabreichen, daß sie die Erde berühren, und ihren Holzbalkonen, auf denen unzählige Blumentöpfe mit Herbstblumen stehen, die in einer einzigen Kaskade aus Farben vorüber herabstürzen. Das Land der Banken, Schnittpunkt so vieler Schiebereien, bietet ein durch und durch beruhigendes, unschuldiges äußeres Bild, das mir die Schokolade und den löchrige Käse aus meiner Kindheit in Erinnerung ruft. Doch meine Geschichte hat, trotz dieser schweizerischen Erinnerungen nichts mit meiner Kindheit zu tun, außer vielleicht einen gelegentlichen Hinweis. Sie beginnt in meiner Jugend, als ich, nach dem wilden Treiben der Kindheitstage, anfing, ein Bewußtsein vom Leben zu entwickeln und die ersten Beziehungen zu meinen Mitmenschen zu durchleiden.
In zwei Monaten beginnt das neue Jahrtausend. Kein einfach Übergang. Viele werden die Gelegenheit nutzen, um sich harmlosen Verrücktheiten hinzugeben, andere werden mit oder ohne Tränen über ihre Fehler und Sünden lamentieren, die jüngeren werden ihren Blick und ihre Hoffnungen auf eine ... . -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.