Dieses Buch liest sich, als hätte sich eine Gag-Schreiberin von Harald Schmidt in die Sexratgeberliteratur verirrt. Obwohl es ständig um Sex geht, ist es allerdings alles andere als Lust machend oder gar sexuell stimulierend.
Hier geht es im Kern darum, dass mehr oder wenige unattraktive, also normale, Menschen kurzfristig ihre Geschlechtsteile zusammenkoppeln. Und so liest sich das dann auch. Als explizit unromantische Reise durch das zeitgenössische Sexleben. Alle, die mal herzlich über dieses Thema ablachen wollen, werden sich mit diesem Buch prächtig amüsieren.
Aber Obacht: das Buch eignet sich in keinster Weise für Menschen mit sexuellen Problemen, ist letztlich weder ernstzunehmender Ratgeber noch will es ein solcher sein. Die Pointe geht letztlich immer dem potentiellen Rat vor, wie man sich in einer bestimmten Situation verhalten sollte, und die geschilderten Situationen sind teils so absurd, dass sie dem normalen Menschen sein Leb- und Liebtag nicht begegnen werden. Oder haben Sie schon mal mit der Ketchup-Flasche im Hintern experimentiert?
Ein paar Beispiele:
Gelungen sind die Tipps, wie man unerwünschte Partner dazu bringt, von selber die Flatter zu machen:
* Für Frauen: "Äffen Sie ihn mit verstellter Stimme nach, wann immer er über seine Gefühle spricht."
* Für Männer: "Rufen Sie sie alle 20 Minuten bei der Arbeit an, um ihr zu sagen, dass Sie an sie denken."
Im Kapitel "International affairs" wird dann noch das Liebesleben der Welt witzig, aber klischeebehaftet durch den Kakao gezogen.
Zum Schmunzeln auch die äußerst phantasievolle "Geschichte der Sexualität":
"Jahr 0: Am achten Tag nach seiner Geburt wird Jesus beschnitten. An der Stelle, an der seine Vorhaut zu Boden fällt, wächst ein Baum, der reichlich mit Eicheln bestückt ist."
Mein Tipp zum Buch: Lesen, Ablachen, aber das Buch nicht als Downloadversion kaufen, damit Sie es hinterher wieder bei ebay verscherbeln können. Das Ganze ist so etwas wie das literarische Äquivalent zum Quickie. Kurz und befriedigend, aber hinterher meint man, es hätte doch von allem noch etwas mehr sein dürfen.