PRODUKT (Blu-ray/DVD) Bewertung (Review):
(Bewertung und Einfügung der Blu-ray/DVD Bild- und Tonqualität, Extras und Ausstattung wie immer sobald erschienen - 13.07.2013)
FILM (OHNE SPOILER!) Bewertung (Review):
Wer sich an den alltime-Klassiker DER ZAUBERER VON OZ (im Original: THE WIZARD OF OZ) von 1939 als einer der ersten Farbfilme mit der zauberhaften Judy Garland und ihren unvergleichlichen Gefährten, die viele von uns aus der Kindheit fest und positiv im Kopf abspeichert haben heranwagt, der muss sehr gute Argumente haben um zu bestehen. Aber kein geringerer als Regisseur Sam Raimi (u.a. SPIDER-MAN Trilogie) hat dabei ein Ergebnis geschaffen, was voller farbenfroher und detailreicher und kreativer und verzaubernder Bilder ist.
Als hätte er sich noch zusätzlich mit Guillermo Del Toro (u.a. PAN’S LABYRINTH, HELLBOY), und Tim Burton (u.a. ALICE IM WUNDERLAND, CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK) verbündet und den Einfallsreichtum aller Kollegen zusammen in diesen einen Film gesteckt. Es gab auch vor 1939 Verfilmungen von THE WIZARD OF OZ, aber keine vorher oder nachher hat die Bekanntheit des Films mit Judy Garland erreicht. Man kann jetzt sich in schnell abzuhakenden Vergleichen mit dem Original festbeißen, aber daran würde jede Neuauflage scheitern.
Die Geschichte des scheinbaren Zirkusmagiers Oscar Diggs, genannt "Oz" (James Franco), der durch einen Wirbelsturm nach Oz (er wundert sich natürlich, dass das Land "seinen Namen" trägt) geweht wird und sich dort als "der Prophezeite" gegen Hexen und andere als richtiger Zauberer bewähren muss, erweitert die bekannte Geschichte um vielerlei Aspekte. Sie tut dies, indem sie den Original Roman von L. Frank Baum des Jahres 1900, um die - aus Sicht der Drehbuchautoren um Sam Raimi - wichtige Vorgeschichte des Zauberers erweitert.
Hier setzt Sam Raimi an und unterlässt natürlich auch nicht eine große Hommage an das Original zu kreieren, in dem z.B. auch der erste Teil von DIE FANTASTISCHE WELT VON OZ in schwarz-weiß gehalten ist um dann in Oz sich erst in Breitwandformat zu verwandeln und so quietschbunt zu werden wie die 1939er Version. Mann müsste auch beide Filme hintereinander schauen um festzustellen, ob beide zusammen sogar eine zarte Einheit ergeben könnten. Etwas enttäuschend sind bei dem großen Budget die CGI Effekte, die oft relativ deutlich sichtbar werden und einem ein wenig aus dem fast perfekten Erlebnis beamen.
Es werden auch neue Charaktere wie das lebende Porzellanpüppchen China Girl geschaffen und alte wie das kleine Äffchen Finley wiederbelebt. Auf jeden Fall wurde nicht gekleckert wie Tim Burton in seiner Version ALICE IM WUNDERLAND von 2010, sondern Sam Raimi haut in die Vollen. Sicherlich ist nach der ersten Sichtung ein wenig von der Euphorie abgeklungen und bei Lichte betrachtet, ist DIE FANTASTISCHE WELT VON OZ doch ein etwas klinisches und teilweise übertechnisiertes Produkt.
Zudem finden wir einige Längen im Mittelteil, und aus meiner subjektiven Sicht fehlt ihm das letzte Stück Herz und Verrücktheit zum Überfilm. Er gab Dutzende von Varianten der Geschichte die in allen möglichen Filmformen versuchten, den Zauber des Films von 1939 auf die Leinwand zu zaubern. Somit sollte man DIE FANTASTISCHE WELT VON OZ (im engl. Original: OZ THE GREAT AND POWERFUL) fairerweise nicht nur daran messen, sondern ob er mehr oder weniger die zauberhafte Geschichte EMOTIONAL in die Neuzeit transportieren kann. Und dies nicht nur mit der fortgeschrittenen Technik, sondern auch mit guten Schauspielern, Charakteren und Bildern die einen den Atem anhalten lassen.
Einen Weltfilmhit wie "Somewhere over the rainbow" von Judy Garland würde ich jetzt mal nicht erwarten. Und DIE FANTASTISCHE WELT VON OZ schafft dies unter diesen Bedingungen u.a. mit einem extrem gut aufgelegten oscar-nominierten (127 HOURS) James Franco, der anscheinend viel Spaß mit der Rolle hatte und unglaublich ab und zu schelmisch in die Kamera blickt. Er passt mit seiner wandelfähigen Mimik und seinem "historisch wirkenden Gesicht" sehr gut in diese scheinbar zeitlose Geschichte.
Seine Definition was "wahrer Zauber" bedeutet versucht Sam Raimi im Film umzusetzen. Die diversen Hexen agieren gut und am besten hat mir Mila Kunis als Theodora gefallen. Die nicht immer perfekten animierten Landschaften und Hintergründe erinnern mich im allerbesten Sinne an den vielfach unterschätzen Fantasy-Hit JOHN CARTER. Somit kann ich DIE FANTASTISCHE WELT VON OZ in jeder Hinsicht als fast perfekten, natürlich kommerziell kalkulierten magischen Fantasy-Popcorn-Blockbuster für den nun endlich einsetzenden sonnigen Frühling empfehlen.
4,5/5 Sternen (unter Fantasy-Gesichtspunkten)