Im Frankreich des 18. Jahrhunderts ist der Status eines Menschen durch die Geburt vorgegeben. Ein Aufstieg in eine höhere soziale Schicht ist nicht vorgesehen. Wer wie Anna-Maria Wäscherin ist, bleibt es auch ihr Leben lang.
Aber Anna-Maria gibt sich damit nicht zufrieden. Obwohl sie von ihrem Vormund und der Obrigkeit missbraucht, geschlagen und gedemütigt wird, lässt sie sich nicht unterkriegen. Sie fasst einen Entschluss.
In der Kirche hat sie die Gelegenheit, ein vornehmes Mädchen zu beobachten und ihre Manieren zu studieren. Jede ihrer Gesten merkt sie sich. 'Das Raffen der Röcke, die Drehung ihrer Schulter, das Vorneigen und Nachwippen des Kopfs auf dem biegsamen Hals, das Aufsetzen und Abrollen des Schuhs.' Die Lebensverhältnisse des privilegierten Mädchens sind so völlig anders und so verlockend und erstrebenswert.
Anna-Maria macht sich auf den Weg. Gegen alle Hindernisse landet sie in der Dordogne. Sie gibt sich bei einem Winzer als adlige Tochter aus, wird aufgenommen, großzügig ausgestattet und ist ihrem Traum, den Garten von Versailles zu sehen, zum Greifen nah.
Trotzdem, etwas fehlt ' und das hat mit einer Pfauenfeder und deren Besitzer zu tun.
Schließlich fliegt Anna-Maria als Hochstaplerin auf und soll erhängt werden. Aber die Pfauenfeder ist wieder in Sichtweite'
Ich habe dieses Buch in einem Zug verschlungen, so sehr hat mich die Geschichte gefangen genommen. Margrit Schriber hat eine wunderschöne Sprache, die einen direkt in die damalige Zeit versetzt und diese lebendig werden lässt. Es war gar nicht so einfach, aus diesem Buch wieder aufzutauchen.