"Die fünfte Frau" war das Buch, mit dem Henning Mankell in Deutschland den Durchbruch schaffte und den Kultstatus der Kurt Wallander-Kriminalromane begründete. Er löste damit nicht nur eine große, Jahre anhaltende Begeisterung in eigener Sache aus. Kriminalromane aus Skandinavien erlebten einen großen Boom. Nur wenige jedoch reichten an diesen Kriminalroman, für mich der beste aus der Wallander-Reihe, heran.
Irgendwann in den Neunziger Jahren: Wallander ist gerade von einer Reise mit seinem Vater zurück gekehrt, als er an einen Tatort gerufen wird, der auch einem hartgesottenen Kriminalisten das Blut in den Adern gefrieren lässt. Ein Autohändler ist auf seinem Grundstück aufgespießt worden. Nur wenige Tage später wird ein Blumenhändler vermisst gemeldet. Seine Leiche wird kurz darauf gefunden, ebenfalls übel zugerichtet. Ein weiteres Opfer lässt Wallander und sein Team einen Zusammenhang vermuten, doch es dauert lange, bis eine Parallele zwischen den Opfern gefunden wird: Alle hatten ein gestörtes Verhältnis zu Frauen...
Allmählich kreisen Kurt Wallander und sein Team die mögliche Täterin ein, doch bis es soweit ist und sie gefasst werden kann, haben Wallander und sein Team viel Ermittlungsarbeit zu leisten, die bis in ein algerisches Kloster führt.
"Die fünfte Frau" ist nicht nur ein meisterhafter und anspruchsvoller Kriminalroman mit überraschenden Wendungen und einem perfekt ausgefeilten Plot. Es ist auch ein Buch, in dem Täter-Opfer kein Schwarz oder Weiß-Bild abgeben, sondern eines, dass die Frage nach der Schuld durchaus in alle Richtungen stellt. Kurt Wallander ist außerdem ein so charismatischer Ermittler mit so vielen Fehlern, dass er im kollektiven Krimi-Liebhaber - Gedächtnis spätestens seit "Die fünfte Frau" fest verhaftet ist.
Ein düsterer Roman, Ystad im November, aber ein vielschichtiger und spannender Kriminalroman, der auch beim zweiten Lesen noch einen großen Sog entwickelt!