Ich muss sagen, dass meine Erwartungen bei diesem Buch nicht zu 100 % erfüllt wurden. Anfangs ist das Buch wunderbar zu lesen. Eine ganz andere Katharina (Catalina) wird beschrieben, als sie mir vorher bekannt war. Anfangs Spanierin durch und durch, kann sie sich nur schwer an die englischen, gröberen Lebensumstände gewöhnen. Ihre Liebe zu Arthur und ihre Witwenzeit in Armut und als Spielball der Mächte wird eindrucksvoll geschildert. Auch als sie schließlich ihr Versprechen einlösen kann und doch noch Königin von England wird, habe ich das Buch kaum aus der Hand legen können.
Doch dann kommt ein enormer Schnitt: Die Schlacht gegen die Schotten ist geschlagen und plötzlich springt die Autorin in der Zeit vorwärts. Katharina, Königin von England wird vor Gericht geladen und soll sich rechtfertigen. Und dann: Ende!
Ich war wie erschlagen. Ich hatte erwartet, dass dieses Buch nicht nur den Weg zur Königin, sondern auch die Zeit als Königin und die Zeit als verstoßene Frau Heinrichs XIII. behandeln würde. Schließlich heißt es ja, "Die ewige Prinzessin". Ich hatte erwartet, dass gerade die Zeit, in der sie alleine und nicht mehr als Königin anerkannt ist, weil Anne Boylen ihr dieses Platz streitig gemacht hat, beschrieben wird. Denn da wird sie ja nun wieder zur "Prinzessin" degradiert. Und mich hätte auch interessiert, wie sie die Zeit erlebt hat, als sich eine andere ihren Platz eroberte und sie bemerkte, dass ihre Macht langsam aber stetig schwand. Und wir sie die Zeit in Einsamkeit, abgeschieden von jeglichem Einfluss und sogar getrennt von ihrer geliebten Tochter, erlebte.
Schade, dass Philippa Gregory uns daran nicht hat teilhaben lassen. Das hätte das Buch um Längen besser gemacht und man hätte es wahrlich als Portrait der Katharina von Aragon bezeichnen können.
So gebe ich 3 Sterne für einen guten Anfang, leider 2 Sterne Abzug wegen des schnellen Endes. Man könnte meinen, die Aurorin sei in Zeitnot geraten...