Aus der Amazon.de-Redaktion
Die erfolgreiche französische Romanautorin Françoise Chandernagor überrascht ihre Leser mit einem autobiografischen Protokoll, das sie nach der Trennung von ihrem Ehemann geschrieben hat. Es sind qualvolle Passagen, die sie über die Dauer von zwei Jahren zu Papier bringt. Immerhin war sie dreißig Jahre mit diesem Mann verheiratet, der sie auf dem Bahnsteig, kurz bevor ihr Zug abfährt vor die Frage stellt "Scheidung oder Trennung?". Gut, sie hat ihn bereits mit achtzehn kennengelernt und das Vorbild ihrer Ehe war eine offene Beziehung à la Sartre - Beauvoir, von Treue hat ihr Gatte nie viel gehalten.
Akribisch untersucht Françoise Chandernagor das Scheitern ihrer Ehe und ihren Schmerz. Ihr Buch beginnt mit folgenden Sätzen: "Ich bin in Trauer. In Trauer um einen lebenden Mann. [...] Wer würde schon die Frau eines Lebenden wegen ihrer Witwenschaft trösten? Noch dazu eines so offenkundig Lebenden -- indiskret, verliebt und triumphierend!"
Eine Scheidung ist ein unbarmherziger, gnadenloser Krieg, in den ein Paar eintritt, wenn es sich trennen will, doch es ist "kein Krieg der Profis, sondern ein Krieg der Amateure." Selten wurde dieses tabuisierte Thema so ehrlich und offen beschrieben. Allein in Frankreich wurden sofort nach Erscheinen 300.000 Exemplare des Buches verkauft. --Manuela Haselberger