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Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli
 
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Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli (Broschiert)

von Andrew Sean Greer (Autor), Uda Strätling (Übersetzer)
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (47 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 436 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 2 (17. August 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596162459
  • ISBN-13: 978-3596162451
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (47 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 37.175 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Als Max Tivoli im September 1871 in San Francisco geboren wird, raunen die Hebammen am Kindbett eine unheilvolle Ahnung „Wird wohl nicht zu halten sein, der Doktor meint, er ist nicht recht geraten“. Das schlechte Omen der Geburtshelferinnen und des Arztes kann nur der Vater etwas relativieren, indem er gegenüber der entsetzten Mutter auf die Mythologie seiner nordischen Heimat verweist: „Er ist ein Nisse! Das bedeutet Glück, Liebste.“ Aber der Ich-Erzähler, der hier von seiner Geburt berichtet, weiß es besser. „Es stimmte nicht mit dem Glück“, heißt es in Andrew Sean Greers großartigem Roman Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli: „Er meinte vielmehr, dass ich den kleinen greisen Kobolden glich, die in Dänemark unter den Hügeln lebten. Ich glich einem Gnom. Einem Monstrum. Und bin ich das nicht auch?“

Tivolis Biografie hat eine Tragik, die nur die Literatur gebären und plausibel erzählen kann: Als Greis geboren, verjüngt sich sein Körper unaufhörlich. Am Anfang sitzt Tivoli deshalb mit der Weisheit eines alten Mannes im Sandkasten und blickt zurück auf ein Leben, das sich in eine Formel pressen lässt: „Jeder von uns ist die Liebe im Leben eines anderen“. Bei Max ist diese Liebe Alice, die er ein Leben lang begehrt. Jedoch ist er alt, als sie erst langsam erwachsen wird. Erst zur Hälfte des Lebens erhält ihre Liebe eine Chance -- bevor sich ihre Wege durch zwei ungleich gepolte Lebensuhren wieder trennen müssen.

Es bleibt wohl festzuhalten, dass jemand, der derart sensibel von seinem Leben und seiner großen Liebe zu berichten weiß wie Greers Ich-Erzähler, kein Monstrum sein kann. Und es bleibt festzuhalten, dass einer, der so begnadet wie Greer erzählen kann, ein großer Dichter ist. Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli jedenfalls ist eine der wundervollsten Entdeckungen der letzten Jahre. Dass sie zeitgleich in 22 Ländern erscheint, ist nur gerecht. Bleibt nur zu hoffen, dass wir bald mehr von Greer erfahren. Denn der Autor hat einen Ton gefunden, der süchtig macht. --Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .



Pressestimmen

»Andrew Greer ist ein Stilist, vor allem seine Kunstfertigkeit zeichnet diesen Roman aus - auch in der hervorragenden Übersetzung von Uda Strätling. Greer ist in die impressionistische Schule Virginia Woolfs gegangen.«Wieland Freund, Die Welt, 19.2.2005
»Greer verpackt diese unausweichlich tragische Liebesgeschichte in eine stets die Spannung erneuernde Struktur mit meisterlich plazierten Andeutungen - und in wunderschöne Worte. Erstaunlich, wie hinreißend der 1970 geborene Autor sowohl die Gefühlslage eines alten Mannes als auch die eines liebestrunkenen Jünglings transportiert.«Jeannette Villachica, Hamburger Abendblatt, 5.3.2005
»Ein melancholisches Buch über die Liebe, brillant erzählt.« Neue Presse Hannover, 1.3.2005
»Eine Geschichte, die sich einprägt, die fesselt, die uns berührt und bezaubert, nicht weil sie so harrsträubend unwahrscheinlich ausgedacht ist, sondern vielmehr, weil Andrew Sean Greer in Max Tivoli, dem Außenseiter, dem Geheimnisträger, dem Zeitkrüppel die Einsamkeit eines jeden Menschen aufscheinen läßt.«Heinrich Wefing, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.3.2005
»Greers großartig genauen Beschreibungen der biederen Gesellschaft San Franciscos zur Jahrhundertwende und der technischen Erneuerungen dieser Zeit lassen sich als eigenes Buch im Buch lesen. Zudem überzeugt Greer mit einem brillanten Stil und streckenweise bitterer Ironie, die auch die rührseligsten Bekenntnisse des liebestollen Max Tivoli erträglich macht.«Gustav Mechlenburg, taz, 16.3.2005

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37 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Leben gegen den Strom, 10. April 2005
Von Der Buch-Vorleser "André Hanke" (Sachsen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)   
„Die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli" von Andrew Sean Greer ist wirklich ein gar phantastisches Schelmenstück, ein rückwärtsgewandter Roman mit dem Drang nach vorn, ein Sammelsurium des Lebens und der Liebe und - leider auch - des Schmerzes. Als Max Tivoli geboren wurde war er schon ein alter Mann, unfähig, sich unter seinesgleichen zu bewegen, anerkannt zu werden oder gar ein normales Leben zu führen. Mit zunehmendem Alter dann wird Max jünger und in der Mitte seiner Jahre trifft er endlich auch auf sein persönliches Glück, dass ihm damals, als junger und doch so alter Mann, verwehrt bleiben musste. Das Glück hat auch einen Namen, Alice, und wie es kommen muss so geschieht es auch: Alice altert und Max wird - für niemanden zu verbergen - immer jünger; ein Garant für die Beständigkeit der Beziehung ist dies natürlich nicht. Als Max dann am Ende seines Lebens - reif an Jahren und doch im Körper eines Kindes gefangen - seine ungewöhnliche Lebensgeschichte aufschreibt macht er (endlich) auch uns, die voll berstender Spannung an den Lippen dieses einzigartigen Mannes hängenden Leser, zu seinen Komplizen, indem er seine Geschichte für uns aufschreibt. Traurig und sensibel, aber auch reich an Gespür für die kleinen schönen Dinge im Leben und natürlich für die ganz große Liebe gerät der bei S.Fischer erschienene Roman von Andrew Sean Greer zu einem furiosen literarischen Meisterstück mit einem Plot, der sich in das Gedächtnis einzementiert und mit Worten, die schöner nicht sein könnten.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Tragisch, aber schön ..., 31. August 2008
Von S. Forster (Niedersachsen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Nach einem etwas durchwachsenen Start habe ich dieses schöne Buch ab der Hälfte regelrecht verschlungen. Es braucht ein wenig Zeit, bis die Geschichte "in Fahrt" kommt, auch wenn das wiederum etwas übertrieben ist. Denn es ist eine ruhige und schöne, bisweilen sehr traurige Liebesgeschichte, wie es sie wohl kein zweites Mal gibt.

Max Tivoli wird mit einer seltsamen Krankheit geboren. Er lebt sein Leben rückwärts, ist bei seiner Geburt körperlich ein 70jähriger, bei seinem Tode wird er wiederum ein Kind sein. Aber das alles nur äußerlich. Innerlich muss er sein Leben lang damit umgehen, ganz anders zu sein, als seine Umwelt ihn wahrnimmt, immer an DIE REGEL seiner Eltern gebunden: "Sei, wofür sie dich halten."
Das ist manchmal gar nicht einfach und fordert menschlich wie auch seelisch seinen Tribut.
Als Junge von vielleicht zehn Jahren einen alten Mann zu spielen, kann man sich sicher schwierig vorstellen und anders herum, als bereits 60jähriger in dem Körper eines Kindes zu stecken, ebenfalls.
Nur seine Eltern wissen von seiner Krankheit, anderen wird immer etwas vorgespielt, später sogar über viele Jahre der eigenen Schwester. Einzig Max Freund Hughie kennt die Wahrheit und steht bis zu seinem Tod immer an Max Seite und hilft ihm in jeder Situation, auch wenn Max dabei niemals an ihn denkt.

Spätestens nachdem Max Alice kennenlernt, wird er zum ausgemachten Egoisten, in dessen Welt sich alles um dieses Mädchen dreht, die er nicht haben kann, weil er bei ihrer ersten Begegnung optisch ein alter Mann ist.
In der Mitte seines Lebens, also der Zeit in der er innerlich und äußerlich sozusagen erstmals übereinstimmt, will es das Schicksal, dass er Alice wiedertrifft. Sie haben tatsächlich einige gemeinsame Jahre, doch das Glück währt nicht lange.
Doch Max in seiner Besessenheit schafft es auch ein weiteres Mal, "seine" Alice zu finden und bei ihr zu sein...

Andrew Sean Greer hat hier wirklich eine wunderschöne Geschichte erdacht, die zu Herzen geht. Bis zum Ende, einschließlich des kurzen Nachworts, fühlt man mit Max und den Menschen in seinem Leben, denn nicht nur er allein ist eine tragische Figur.
Greers kann trotz seiner jungen Jahre auch den alten Max Tivoli realistisch wirken lassen und hat einige Überraschungen in sein Buch eingebaut.

Ein Buch, das man mehr als einmal lesen sollte...
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Der Idee verhaftet, 2. August 2005
Mythen, Märchen, Sagen oder Romane haben den unschätzbaren Vorteil, dass sie sich nicht an Natur-Gesetze halten müssen. Da wird es bei Ikarus immer heißer, je höher er fliegt, da erwacht ein Yankee aus Connecticut plötzlich im Mittelalter oder ein dreijähriger Oskar Matzerath kann sein Wachstum anhalten, um als blechtrommelnder und glaszersingender Gnom weiterzuleben.

Auch der junge amerikanische Autor Andrew Sean Greer verbiegt die Gesetze von Zeit und Raum, wenn er die erstaunliche Geschichte des Max Tivoli erzählt. Sein Held kommt 1871 als Greis zur Welt, mit der ärztlichen Prognose 70 Jahre später als Säugling sterben zu müssen, er lebt also sein Leben verkehrt herum. Seine Eltern merken bald, was sie da geboren haben und versuchen das Monsterdasein ihres Kindes geheim zu halten. „Sei der, für den sie dich halten", beschwört ihn seine Mutter und Max Tivoli hält sich daran und spielt im Alter von zehn einen 60jährigen, weil er genau so aussieht.

Nur einer erfährt das Geheimnis und wird es ein Leben lang hüten: Hughie, der sich mit Max anfreundet, obwohl er findet, sein neuer Kumpel sehe aus wie Senator Roosevelt im Matrosenanzug. Hughie bleibt die eine große Konstante im Leben von Max Tivoli. Sie verändern sich gemeinsam aber spiegelbildlich der eine wird alt der andere jung - und sie erkennen dass beides einen ähnlichen Preis hat.

Zeitweise allerdings verlieren sie sich aus den Augen, schon deshalb weil Max häufig den Wohnsitz, die Arbeit und den Namen wechseln muss - immer dann nämlich, wenn der Umwelt nicht mehr klar zu machen ist, warum er ständig jünger aussieht. Wie soll er das um Beispiel der 14 jährigen Alice erklären, die Tür an Tür mit dem äußerlich 53jährigen, aber innerlich pubertierenden Max lebt. Alice wird seine große Liebe, doch erst ist er zu alt für sie und später zu jung. Zwischendrin - in der Mitte ihrer beider Leben, als auch Max so alt aussieht, wie er ist - gelingt es ihm unter falschem Namen, sie zu erobern, zu heiraten und für ein paar Jahre glücklich zu sein. Doch sie verlässt ihn und das hat gar nichts mit seinem Monsterdasein zu tun, sondern damit, dass ihr das Glück zu zweit nicht ausreicht. Max wird Alice - wieder incognito - erst viele Jahre später wieder sehen, sie und ihren gemeinsamen Sohn, der inzwischen zehn ist, genauso alt wie sein Vater als 60jähriger aussieht. Max liebt Alice immer noch - vergeblich, das einzige Glück, worauf er nun hofft, ist dass sie ihn adoptiert.

Wer als Dichter derart die Naturgesetze verbiegt, muss tricksen. Weil Max Tivoli natürlich nicht als ausgewachsener 70jähriger dem Mutterschoß entspringen kann, ist er bei der Geburt zwar verhutzelt wie ein Alter, aber durchaus in Säuglingsgröße. Und weil es nicht durchzuhalten gewesen wäre, ihn als Kind dann immer kleiner werden und sterben zu lassen, ohne dass die Umwelt es merkt, beschließt er als Zehnjähriger, sich selbst aus dem Leben zu verabschieden. Doch Tricks sind jedem Dichter erlaubt, sofern die Geschichte, die er zu erzählen hat, nur recht spannend ist, sofern sie uns mitreißt oder rührt, zum Lachen, Weinen oder Nachdenken bringt. Das Problem liegt also nicht bei den Tricks sondern darin, dass Greers Buch eine Idee zugrunde liegt, mit der Betonung auf eine und auf Idee. Das Buch wirkt so, als hätte der Autor gedacht: Einen Roman mit ganz normalen Menschen, ein Buch über ihre unerfüllte Sehnsucht, über Liebe, Freundschaft, Verlust, Altwerden und Tod kann man nicht so einfach schreiben. Es muss schon ein besonderer Dreh her. Das Buch Greers gehört in eine bestimmte Kategorie von Büchern, für die „Das Parfüm" von Patrick Süßkind wohl das bekanntest Beispiel abgibt. Diese Romane leben von diese einen Idee, der alles andere untergeordnet wird. Die Charaktere bleiben schablonenhaft, die Handlung bruchstückhaft, die Gefühlsschilderungen rutschen immer wieder ins Klischee ab. Auch Greer hat durchaus etwas zu erzählen, doch man wird das Gefühl nicht los, der Stoff reicht allenfalls für eine kurze Erzählung. Vielleicht ist Greer ja der Ungleichzeitigkeit seines Helden Max Tivoli näher als er glaubt - der Autor ist noch sehr jung, versucht aber zu schreiben wie ein alter weiser Mann - vergeblich.

Peter Tomuscheit
P.S. Die Idee eines "Rückwärts-Lebens" hat übrigens schon F. Scott Fitzgerald in seiner Erzählung "The Curious Case Of Benjamin Button" verarbeitet.

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