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5.0 von 5 Sternen
Die endlose Ausdehnung von Zelluloid, 15. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Die endlose Ausdehnung von Zelluloid: 100 Jahre Film und Kino im Gedicht. Eine Anthologie (Gebundene Ausgabe)
Die Anthologie "Die endlose Ausdehnung von Zelluloid" ist nicht nur mit viel Hingabe und Originalität gestaltet, sondern auch äußerst kenntnisreich zusammengestellt und kommentiert.
Eingerahmt von wunderschön reproduzierten Photogrammen (einer Technik, die auch von dem Künstler Man Ray verwendet wurde) findet sich eine facettenreiche Auswahl an Gedichten, die ob des scheinbar eng eingegrenzten Themas erstaunlich ist. Glücklicherweise folgt die Anordnung der Gedichte größtenteils der Chronologie, so dass die verschiedensten Umgangsweisen mit dem Sujet auch in ihrer zeitlichen Parallelität deutlich werden. Im ersten Teil findet nicht nur expressionistische Lyrik Platz, wie zum Beispiel Kriminalsonette von Rubiner, Eisenlohr & Hahn, sondern auch feuilletonistische Kinogedichte von Alfred Kerr und Kurt Tucholsky. Unter den Dichtern der Nachkriegsjahre sind sowohl Ausflüge in die Popart wie Peter Handkes "Warner Brothers und Seven Arts zeigen:" zu verzeichnen, als auch zahlreiche in ihrer Bildlichkeit filmische Gedichte von Rolf Dieter Brinkmann und Jürgen Becker, die montageartigen Bewusstseinsströme Paulus Böhmers und zeitgenössische Gedichte voller Anspielungen, die Lyrikliebhabern und Cineasten ein wissendes Grinsen ins Gesicht zaubern.
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5.0 von 5 Sternen
Für Lyrik- und Kinoliebhaber, 3. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Die endlose Ausdehnung von Zelluloid: 100 Jahre Film und Kino im Gedicht. Eine Anthologie (Gebundene Ausgabe)
100 Jahre Kino im (deutschen) Gedicht. - 100 Jahre? Aber das Kino gibt es doch schon länger. Auf diese wie auf weitere Fragen gehen die Herausgeber Andreas Kramer und Jan Volker Röhnert in ihrem aufschlussreichen Nachwort ein.
Überhaupt haben die beiden Herausgeber ganze Arbeit geleistet. Was sie hier vorlegen ist eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Thema Film und Kino im deutschen Gedicht. Erwartungsgemäß sind die Gedichte chronologisch geordnet. Die versammelten Autoren sind eine Mischung aus bekannten und unbekannteren Namen. Zu den bekannten gehören unter Anderen K. Tucholsky, J.R. Becher, J. Ringelnatz, E. Lasker-Schüler, B. Brecht, H. Müller, R. D. Brinkmann, P. Handke, J. Fauser, H.-M. Enzensberger, E. Jandl, F. Mayröcker, T. Brasch, D. Grünbein, R. Schrott. Die sich offenbarende Bandbreite soll nicht nur die Entwicklung der Lyrik, sondern auch die des Filmes widerspiegeln.
Parallel zu den einzelnen lyrischen Beiträgen, wird die Entwicklung des Filmes und des Kinos im Nachwort erläutert. Wer Näheres über die einzelnen Gedichte erfahren möchte, findet dies zudem durch die Kommentare gewährleistet. Dort sind die Erstveröffentlichungsdaten der jeweiligen Gedichte und, so vorhanden, weitere Informationen dazu vermerkt. Der wissenschaftliche Anspruch der Ausgabe wird des Weiteren durch die Quellenverweise gewährleistet. Die Handhabung wird durch eine Autorenverzeichnis zusätzlich zum chronologischen Inhaltsverzeichnis, erleichtert.
Da nicht wenige Gedichte speziellen Filmen gewidmet sind, kann sich der echte Cineast, der sich die Gedichte vorlesen lässt auch testen. Erkennt er die gehuligten Filme? Ein Muss für alle Lyrik- und Kinoliebhaber.
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