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Die eiserne Mauer - Palästinenser und Israelis in einem zerrissenen Land
 
 
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Die eiserne Mauer - Palästinenser und Israelis in einem zerrissenen Land [Broschiert]

Heiko Flottau
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 224 Seiten
  • Verlag: Ch. Links Verlag; Auflage: 1., Auflage (2. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3861535157
  • ISBN-13: 978-3861535157
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,4 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 348.990 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Heiko Flottau
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Heiko Flottau verfolgt die Mauer zurück, bis hinter die Staatsgründung 1948, sucht nach Ursachen, Fehlern und Konsequenzen der israelischen Politik und lässt die zu Wort kommen, die betroffen sind: Israelis und Palästinenser. Eine Pflichtlektüre in Zeiten, in denen der Nahostkonflikt die Deutschen polarisiert wie selten zuvor.« (Hessischer Rundfunk)

»Flottau hat neben eigenen Beiträgen zahlreiche fremde Stimmen zu Wort kommen lassen, wodurch den LeserInnen die Dramatik dieses unendlichen Konfliktes hautnah vor Augen geführt wird.« (International)

»In einer Mischung aus eigenen Texten, Gastautor-Beiträgen und einigen Nachdrucken seziert der Autor Hintergründe und Ursachen des Konflikts sowie die bedrückenden Auswirkungen auf den Alltag hunderttausender Palästinenser, deren Stimmung zwischen Hoffnungslosigkeit, Verbitterung und Wut changiert.« (inamo)

Kurzbeschreibung

Im Jahr 2002 begann die israelische Regierung unter Ariel Scharon mit dem Bau einer gigantischen Sperranlage an der Grenze zu Palästina. 750 Kilometer lang und streckenweise mit einer bis zu acht Meter hohen Mauer aus Stahlbeton versehen, soll sie die Bewohner Israels besser vor palästinensischen Terroranschlägen schützen. Das Bauprojekt löste von Anfang an internationale Proteste aus, nicht zuletzt weil Teile der Mauer auf palästinensischem Gebiet errichtet wurden. Und auch in Israel selbst ist die betonierte Grenzziehung umstritten. Heiko Flottau informiert über die geschichtlichen Hintergründe des Mauerbaus in Israel: von der bereits 1923 erhobenen Forderung des zionistischen Aktivisten Wladimir Jabotinsky, eine »eiserne Mauer« zwischen Arabern und Juden zu errichten, über den palästinensischen Widerstand gegen die jüdische Einwanderung und die 1967 entstandene neue Siedlerbewegung bis hin zu den aktuellen Konflikten um eine Zweistaatenlösung. Und er schildert auf der Grundlage zahlreicher Interviews und Reportagen, wie die Menschen auf beiden Seiten dieser monumentalen Mauer heute in diesem zerrissenen Land leben.

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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Broschiert
"Eine Mauer ist eine Katastrophe und bringt nur immer neue Mauern hervor."
(David Grossman, israelischer Schriftsteller, 2008)

"Die Eiserne Mauer - Palästinenser und Israelis in einem zerrissenen Land" ist das soeben erschienene vierte Sachbuch des in Kairo lebenden freien Journalisten Heiko Flottau. Seine hintergründige Analyse des "Jahrhundertkonflikts" beginnt er mit heute kaum noch bekannten Ereignissen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Neben der Beleuchtung historischer Fakten zitiert er nicht nur Zeitzeugen, sondern lässt auch Vertreter der verschiedenen Lager in Interviews zu Wort kommen. Die Einbeziehung des Gaza-Feldzuges im Januar 2009 unterstreicht die Aktualität des Sachbuches.

Bereits in seiner Einleitung macht der Autor deutlich, das im derzeitigen Abnutzungskrieg keine Seite siegen kann, da das Schicksal Palästinenser und Israelis trotz einer 700 Kilometer langen Befestigungsanlage untrennbar miteinander verbindet. Jahrhunderte hatten Araber und Juden in Palästina friedlich zusammengelebt. Gegen eine zahlenmäßig begrenzte Zuwanderung weiterer Juden hätten die einheimischen Palästinenser vermutlich nicht viel einzuwenden gehabt, doch gegen eine Übernahme des Landes durch jüdische Emigranten wehrten sie sich von Anfang an. Flottau betont, dass Kritik an Israels Politik stets die Kritik an einer Regierung bleibt.

Die völkerrechtliche Legitimierung, einer "Jüdischen Heimstatt in Palästina" wie sie Lord Balfour bereits im Jahre 1917 nannte, bildet der Teilungsbeschluss der UNO, der den jüdischen Einwanderern ca. 53 % und den Palästinensern etwa 45% des einstigen Mandatsgebietes zusprach und Jerusalem unter internationale Verwaltung stellte. Die große jüdische Philosophin Hannah Arent (1906 - 1975) kritisierte das von Theodor Herzl propagierte Konzept eines zionistischen Staates unter dem Ausschluss der ansässigen Araber und befürwortete eine staatliche Föderation. Demgegenüber schrieb der Zionist Wladimir Jabotinski bereits im Jahre 1923 in seinem Aufsatz "Die eiserne Mauer", dass ein einheimisches Volk niemals der Landnahme durch Einwanderer zustimmen wird, und sich die Einwanderer daher durch Befestigungen abschirmen müssen. Dem gegenüber trat die 1925 in Jerusalem gegründete Gruppe Brit Shalom (Allianz für den Frieden) für die Schaffung eines gemeinsamen jüdisch-arabischen Staates ein.

Ein Blick auf eine Karte des Westjordanlandes macht das wahre Ausmaß der von israelischer Seite als Trenn- und Sicherheitswall oder Anti-Terror-Zaun, von palästinensischer Seite als "Apartheit-Mauer" oder "Mauer der Rassentrennung" errichteten Sperranlagen (Seite 24) deutlich. Das vom Internationalen Gerichtshof schlicht als Mauer bezeichnete Bauwerk weicht von der "Grünen Linie" des Waffenstillstandes von 1949 zwischen 200 Metern bis zu 20 Kilometern ab. Die Gesamtbreite beläuft sich auf 60 - 100 Metern, Teile der Mauer sind mit 8 Metern doppelt so hoch wie einst die Berliner Mauer. Während hierzu benötigtes Land einfach konfisziert wurde, werden Familien auseinadergerissen und Daueraufenthaltserlaubnisse benötigt, um im eigenen Haus weiterleben zu können. Die Zivilbevölkerung wird von ihren Äckern und ärztlicher Versorgung getrennt, bzw. hat nur durch täglich nur für eine Stunde durch geöffnete Tore Zugang. Von israelischer Seite wird angeführt, dass der Zaun Leben rette, weil Terrorattacken um von 26 Angriffen auf drei pro Jahr und damit um ca. 90 % gesunken sind.

Nach einem kurzen Blick auf die Geschichte des Zionismus, bei der auch der Christliche Zionismus dargestellt wird, widmet Flottau ein weiteres Kapitel der Geburtsstunde der radikal religiösen Siedlerbewegung Gush Emunim (Block der Getreuen), die sich nach Israels Sieg im Sechstagekrieg konstituierte und sich mit Berufung auf die biblische Verheißung eines Großisrael zur Besiedlung der besetzten Gebiete aufmachte. Nach der Ideologie von Gush Emunim haben die Palästinenser drei Möglichkeiten. 1. Sie erkennen den Zionismus, d. h. die jüdische Vorherrschaft an und werden hierfür mit vollen Bürgerrechten ausgestattet. 2. Sie verweigern die Anerkennung des Zionismus, erkennen aber die Gesetze Israels an und dürfen daher als Fremde in Israel leben oder 3.Sie können wirtschaftliche Hilfe annehmen und diese dazu benutzen, Israel zu verlassen und in andere arabische Länder auszuwandern. Bereits die Ministerpräsidentin Golda Meir hatte gesagt, dass sie kein Palästinensisches Volk kenne, andere Stimmen meinten, dass mit Jordanien bereits der Palästinenserstaat geschaffen wurde. In den folgenden Kapitel erfährt der Leser, wie die Siedlerbewegung agierte und welche Parteien es in Israel gibt. Anstatt einer tatsächlichen Zweistaatenlösung ist das palästinensische Gebiet im Westjordanland auch nach den Verträgen von Oslo immer weiter geschrumpft und zu einem Flickenteppich geworden. Während die Siedler israelischem Recht unterstehen, gilt für die Palästinenser auf ihrem eigenen Land Militärrecht.

Unter der Überschrift "Die Wälle des Unvermögens" gibt es einen historischen Abriss von der Chinesischen Mauer über Hadrianswall, Warschauer Ghetto (!), Nikosia, Berlin usw. bis zum gegenwärtigen Palästina. Der Autor schreibt, dass in Israel die Architektur, ebenso wieder Krieg, die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln sei. So gerate jeder Akt der Architektur zu einer zionistischen Handlung (S. 77). Die palästinensischen Gebiete Westjordanland und Gaza sind jedoch auch zu den arabischen Bruderländern Jordanien und Ägypten abgeriegelt.

Das Kapitel "Der Prophet der Mauer" bietet die Geschichte der Organisation "Betar", "Hagana" (Verteidigung) und "Irgun Zvei Leumi" (Nationale Verteidigungsorganisation) die mit einer "Wagenburgmentalität" verbunden sind. Terrorakte, Aufruhr (Intifada) und weitere Kriege (Libanonfeldzüge) bestimmen die Geschichte bis heute. Der dreimalige israelische Verteidigungsminister Moshe Arens (Likud) schreibt, dass der Sperrwall ein Fehler ist, da Terrorismus nicht ausgezäunt werden kann. (S. 100). Jamal Juma beklagt, dass die Mauer das Leben der Palästinenser stranguliert und nach den Vertreibungen zu einer neuen Nakba (Katastrophe) geworden ist. Das Kapitel "Widerstand und fehlende Kompromisse" offenbart Berichte der israelischen Menschenrechtsbewegung B'Tselem und die Geschichte des palästinensischen Widerstandes, der sich zunächst gegen die britische Mandatsmacht richtete. Beginnend bei der Istiqlal-Partei (Unabhängigkeit), dem Großmufti und Hitlerverehrer Haj Amin-al Husseini, über die Fatah bis zur Hamas, die sich in einem Bruderkrieg bekämpfen....

Der Autor kommt zum Ergebnis, dass Waffengewalt keine Politik ersetzen, und nur eine friedliche, sozial erfolgreiche Entwicklung den militanten Fanatikern den Boden entziehen kann (Seite 156). Der palästinensische Dozent Issa Sarras aus Ramallah räumt ein, dass Selbstmordattentate ein gewaltiger strategischer Fehler gewesen sind, die unermässliches Leid gebracht haben. Er hofft, dass vernünftige Menschen auf beiden Seiten den Mut für einen Neuanfang finden und dazu beitragen, ihre Völker und ihre Region in eine völlig andere Richtung zu lenken (S. 171).

Dem Abschluss des Sachbuches bildet ein Anhang mit Anmerkungen/Fussnoten, einem Literaturverzeichnis, einer Zeittafel (1798 bis 20. Januar 2009) und ein Personenregister.

Die Nennung sämtlicher Fakten und Aspekte des Buches würde den Rahmen der Rezension sprengen. Heiko Flottau ist eine differenzierte Bestandsaufnahme gelungen, die auch kritische Stimmen der innerisraelischen Diskussion (auch im Hinblick auf die Shoa als Rechtfertigung) zu Wort kommen lässt. Ein hochaktueller Lesetipp für alle am Nahostkonflikt interessierten Leser. 5 Amazonsterne.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
einseitig 2. September 2011
Von simtro
Format:Broschiert
Der Autor ergreift sehr einseitig Partei für die palästinensiche Seite und schiebt die Verantwortung für den gewaltgeprägten Konflikt dem "ewigen Sündenbock" (s.u.) zu. Deshalb einige kritische beziehungsweise ergänzende Anmerkungen:

-Für den Terror -"Waffe der Armen"- radikaler Palästinenserorganisationen wird Verständnis aufgebracht. Dann muss man eben auch Verständnis für die Mauer aufbringen.

-Raketenangriffe auf das völkerrechtlich anerkannte Staatsgebiet Israels werden als weitgehend wirklungslos verharmlost.

-Eine Bedrohung, wie das bewusst geförderte extreme Bevölkerungswachstum ("youth bulge") auf palästinensicher Seite wird nicht thematisiert. Gegen die enorme Geburtenrate und den damit verbundenen Druck auf Israel hilft auch keine Mauer!

-Weltweit einmalig, können Palästinenser ihren Flüchtlingsstatus vererben - wodurch ist das gerechtfertigt?

-Neben dem UNHCR (Flüchtlingshilfswerk der UNO) gibt es speziell für palästinensische Flüchtlinge ein besonderes Flüchtlingshilfswerk der UNO, die UNRWA - wodurch ist das gerechtfertigt?

Wer diesen Konflikt mit weiter geöffneter Blende betrachten will, dem sei zur Ergänzung und Wahrung der Objektivität dringend das Buch "Der ewige Sündenbock" von Tilman Tarach empfohlen.
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