Im Rahmen einer Mordermittlung in abgelegener Gegend stoßen die Ermittler Ben Cooper und seine Vorgesetzte Diane Fry auf Ablehnung und Frustration. Der Autor schildert plastisch und mit hoher literarischer Qualität die Atmosphäre im kleinen Ort Withens: so düster, daß einen beim Lesen glatt die Depression packen kann! Psychologisch dicht schildert er das Netz der handelnden Personen, vor allem auch die private Seite der Ermittler. Dennoch fällt es schwer, sich durch die 639 Seiten zu kämpfen: bei all den wortgewaltigen Schilderungen (weniger wäre diesmal vielleicht mehr gewesen!) gerät der Mordfall, der hier vergleichsweise plump und uninteressant daherkommt, zum Randgeschehen und dient dem Autor eher als Vorwand für die wechselnden sozialen Interaktionen sowie kulturhistorischen Exkursionen. Dadurch kommt leider keine Spannung auf, und man ist regelmäßig in Versuchung, das Buch zur Seite zu legen. Konsequenterweise kommt die Lösung des Falles dann sehr plötzlich und wenig tiefsinnig, so daß man sich fragt, für was man sich eigentlich so tapfer durch die depremierende Geschichte gekämpft hat! Als Krimi nicht empfehlenswert.