Kurz vorneweg- nach langer Schreibpause freute ich mich, dass 2011 gleich 3 Bücher von Perry erscheinen. Das erste "Der Verräter von Westminster" war nun ein Reinfall... Ich dachte schlimmer kann es nimmer werden. WEIT gefehlt- schlimmer geht immer!Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll... Also werde ich mich bemühen, es kurz zu machen.
Die Geschichte ist nun wirklich nix Neues. Gerade hab ich Ähnliches gelesen. Eine Frau verkleidet sich, um Menschen heilen zu können. Diesmal nicht als Mann sondern sehr innovativ, als Eunuch verkleidet. So auch Anna Zarides, unsere Protagonisten anno 1273, in Konstantinopel, um ihrem verbannten Zwillingsbruder helfen zu können. Anfangs lies es sich gut an: lebendige Beschreibungen einer fasznierenden Metropole- ich konnte den Bosporus und Annas Ankunft beinahe vor mir sehen.
Schnell flachte das Ganze aber in einen absoluten langweiligen bis langwierigen Monolog über abstruse Rachegedanken einer alten Dame namens Zoe ab. Diese wird uns als eine Art VESPASIA verkauft: alt aber immer noch wunderschön und mit diversen Männern im Bett gewesen. Das ist ein Ärgernis sondergleichen. Nervte Perry doch bereits im "Verräter v. Westminster" mal wieder mit Lady V. (sorry aber die Figur ist inzw. so was von unsympathisch).
Da wären wir auch schon bei der Namenswahl- vorne im Glossar sind alle aufgeführt- ich kann im Nachhinein fast keinen wiedergeben- zu viele Gestalten, die immer mal wieder auftreten, aber als Charakter nicht wirkliich entfaltet werden. Mir fallen nur Unsympathen wie Palombar usw. ein... Auch Anna bleibt merkwürdig amorph. Dazu tragen auch die langen Zeitspannen bei. Das Buch spielt über mehrere Jahre ... So kommt man Anna und ihren Gedanke und Gefühlen nicht wirklich nahe. Dann verliebt sie sich auch noch- in den Nachfahren eines Dogen-GÄHN...voller Klischees... Sorry ich weiß den Namen schon nicht mehr ...
Um es auf den Punkt zu bringen: ab Seite 100 hab ich nur noch quergelesen- bei 500 ganz kapituliert und nur noch sporadisch weitergeblättert. Anna ist hölzern, die Geschichte langwierig bis langweilig. WENN ich etwas über den Glaubenskonflikt zw röm-kath. Kirche und der orthodoxen erfahren will, kann ich ein Fachbuch lesen.
Was Perry hier schildert (insofern sie das selbst verfasst hat ...) ist überwiegend eine anstrengende Abhandlung über Machtkämpfe zw. dem Papst und dem Kaiser v. Byzanz.
Gewürzt mit pathetischen Formulierungen über die "bösen" Kreuzfahrer und die "armen" orthodoxen Einwohner Byzanz`. Die immer wieder erwähnten Landstriche wie Bithynien und Völker wie die Awaren hätte man dem Leser hilfreich durch ne Karte/Glossar visualiseren können. Die Gestalten sind nicht nur unfertig sie sich weitgehend auch unerträglich langweilig bis unsympathisch.
Absoluter Tiefpunkt!!! Nicht lesenswert. Ein absolutes Ärgernis!!!!